Ruhiger Herbst: Bauhof soll auf Laubbläser verzichten - doch es gibt Ausnahmen

  • Günter Hiel
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Der Haarer Bauhof soll ab Herbst auf Laubbläser verzichten - um mit gutem Beispiel voranzugehen. Doch nicht alle im Gemeinderat tragen die Entscheidung mit.

Haar – Der Herbst 2020 in Haar verspricht ruhiger zu werden. Ab 1. September verzichtet die Gemeinde Haar auf den Einsatz von Laubbläsern in ihren eigenen Einrichtungen. Hauptsächlich trifft das den Bauhof, der 24 der lärmenden Geräte benutzt.

Als wichtige Ergänzung enthält der mit 13:11 Stimmen im Gemeinderat gefasste Beschluss die Passage: „Zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht kann, wenn andere Möglichkeiten nicht bestehen, ein Laubbläser eingesetzt werden.“ Schließlich soll sich niemand verletzten, weil er zum Beispiel auf einem Schulweg auf nassen Blättern ausgerutscht ist. Die Hausmeisterdienste, die für die Gemeinde Haar im Einsatz sind, werden ebenfalls aufgefordert, auf den Einsatz von Laubbläsern zu verzichten. Und die Haarer, so die Hoffnung, könnten sich ein Beispiel nehmen und auch lieber zu Rechen und Besen greifen als zum Krachmacher.

„Wir entlasten uns auf dem Rücken unserer Mannschaft im Bauhof“

Die Regelung gilt zunächst für einen Erprobungszeitraum von einem Jahr, bis Ende August 2021. Die Gemeindeverwaltung wertet die Ergebnisse dann aus, erarbeitet ein Konzept und legt es dem Gemeinderat vor.

Ursprünglich wollten Grüne und SPD mit ihrem Antrag Laubbläser in Haar ganz verbieten. Das gibt die Rechtslage aber nicht her. Der Bauhof ist skeptisch, rechnet mit erheblichem Mehraufwand und hält eine Kehrmaschine für nötig. Kosten: rund 185 000 Euro.

Für die CSU-Fraktion versicherte Sprecher Dietrich Keymer, dass er Laubbläser auch nicht „für einen zivilisatorischen Fortschritt“ halte. „Aber wir entlasten uns auf dem Rücken unserer Mannschaft im Bauhof.“ Diese Bedenken hat auch Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU). „Ein Stück weit ist das ignorant gegenüber den Mitarbeitern im Bauhof“, wandte er sich an die Antragsteller. Er hätte es begrüßt, wenn man erst mit dem Bauhof eine Lösung gesucht hätte. Gegen die Stimmen der CSU beschloss der Gemeinderat den möglichst laubbläserlosen Erprobungszeitraum.  gü

Rubriklistenbild: © dpa-tmn / Kai Remmers

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