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Haar bleibt im Wettbewerb um die Ansiedlung von Isar Aerospace

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Von: Günter Hiel

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Unter anderem tüftelt das Unternehmen Isar Aerospace an Weltraumraketen, die Satelliten ins All befördern.
Unter anderem tüftelt das Unternehmen Isar Aerospace an Weltraumraketen, die Satelliten ins All befördern. Foto: Isar Aerospace © Isar Aerospace

Die Gemeinde Haar möchte im Rennen bleiben als möglicher Standort für den Raketenbauer Isar Aerospace Technologies, hat aber mit Taufkirchen und jetzt auch der Nachbargemeinde Feldkirchen zwei Konkurrenten bekommen.

Haar – Die Flächennutzungsplanänderung für die Finckwiese, und zwar nur für einen Teil der rund 20 Hektar, hat der Gemeinderat mit 19:11 Stimmen beschlossen; ausschließlich projektbezogen für eine eventuelle Ansiedlung von Isar Aerospace, nicht für eine grundsätzliche Gewerbenutzung des Maisackers, den die DIBAG Industriebau AG, ein Unternehmen der Doblinger Unternehmensgruppe, gerne entwickeln möchte. Im Gemeinderat Haar gibt es Skeptiker, vor allem in den Reihen von SPD und Grünen. Und Eingriffe in den Bannwald kämen gleich gar nicht in Frage.

Die letzte große Entwicklungsfläche

Die Finckwiese am östlichen Ortsrand, südlich der Wasserburger Straße (B 304) und angrenzend an die Grasbrunner Straße (B 471) ist Haars letzte große Entwicklungsfläche. Wenn, dann ist sie für richtig hochwertiges Gewerbe reserviert, darüber herrschte immer Einigkeit im Gemeinderat. Das junge Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace Technologies, 2018 als Ausgründung aus der Technischen Universität München entstanden, würde vom Profil her passen – als Startup aber kaum sofort Gewerbesteuer zahlen.

Protest bei Beschlussvorschlag

Als dem Gemeinderat ein Beschlussvorschlag vorgelegt wurde, der die gesamte Finckwiese umfasste und nicht nur die beiden Flurstücke direkt an der Wasserburger Straße, kam sofort Protest. Denn im hinteren Teil des Grundstückes steht Bannwald. Das komme nicht in Frage, erklärte Peter Paul Gantzer, ansonsten behalte die SPD sich ein Bürgerbegehren vor. Grünen-Fraktionschef Ulrich Leiner sah gleich diverse „negative Überraschungen“ im Beschlussvorschlag: Ganz ohne Not seien die Rahmenbedingungen geändert worden, auf die man sich nach intensiven Diskussionen geeinigt habe. Plötzlich sollten 10 000 Hektar Wald in den Umgriff mit aufgenommen werden. „Eine Zumutung!“

Nur zwei Flurstücke umwidmen

Fraktionschef Dietrich Keymer beantragte im Namen der CSU, dass nur die beiden Flurstücke direkt an der Wasserburger Straße im Flächennutzungsplan zum Gewerbegebiet umgewidmet werden sollen – was sich auch jederzeit wieder ändern lässt – und zwar ausschließlich für eine eventuelle Ansiedlung von Isar Aerospace. Drauf konnten sich alle einigen. Der ursprüngliche Beschlussvorschlag hätte auch keineswegs zu einer Erweiterung des Gebiets durch die Hintertür führen sollen, betonte Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU); sondern mehr Flexibilität bieten sollen bei der Anordnung der Firmengebäude von Isar Aerospace.

Bitte keine Blockade

Der Gemeinderat müsse dem Unternehmen ein klares Signal senden, dass Haar eine Ansiedlung wolle, sagte Andreas Rieder (CSU). Man dürfe nicht alles blockieren. „Wir sind in fünf Jahren pleite“, warnte er mit Blick auf die Finanzlage der Gemeinde. Die hat mit dem Pharmaunternehmen MSD Sharp & Dohme den größten Gewerbesteuerzahler verloren und muss sich anstrengen, wieder Firmen anzusiedeln, die Geld reinbringen.

Feldkirchen hat auch eine gute Chance

Was Feldkirchen als zusätzlichen Konkurrenten betrifft, so hält sich die Nachbargemeinde sehr bedeckt. Es habe eine offizielle Anfrage des Unternehmens gegeben, heißt es aus dem Rathaus. Isar Aerospace könne sich vorstellen, auch in Feldkirchen ansässig zu werden, und der Gemeinderat habe dazu eine „grundsätzlich positive Beurteilung“ abgegeben. „Wir müssen uns aber erst mal alle Fakten anschauen“, so die Stellungnahme aus dem Gemeinderat.

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