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Im Zwist: Bürgermeisterin Gabriele Müller und CSU-Fraktionschef Dietrich Keymer

Schulcampus Haar

Politischer Gegenangriff: Bürgermeisterin wehrt sich gegen Kritik der CSU

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Haar - Im Streit zwischen den Fraktionen der SPD und CSU um das Projekt Schulcampus in Haar verhärten sich die Fronten. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) wehrt sich nun gegen den Vorwurf von CSU-Fraktionschef Dietrich Keymer, sie würde die Realisierung eines Schulcampus, bestehend aus einer Realschule mit FOS/BOS, blockieren.

Für eine Realschule bin ich auch, wenn die Finanzierungsfrage geklärt ist“, schreibt Müller in einem offenen Brief an die CSU-Fraktion. Unterdessen stellt die CSU klar, lediglich Unterschriften von Haarern sammeln zu wollen, die das Projekt Schulcampus unterstützen. Ein Bürgerbegehren plane man dagegen nicht. Wie berichtet, hatte eine Mehrheit aus SPD und Grüne im Gemeinderat einen Antrag der CSU abgeschmettert. Die Christsozialen wollten die Bürgermeisterin verpflichten, mit dem Landkreis darüber zu verhandeln, wie im Rahmen des bestehenden Zweckverbandes sowohl der Schulcampus als auch eine Erweiterung des Ernst-Mach-Gymnasium realisiert werden könne.

Daraufhin hatte die CSU angekündigt, ab dem heutigen Samstag Unterschriften in Haar zu sammeln, um den Bau einer Realschule sowie der FOS/BOS voranzutreiben. CSU-Fraktionschef Keymer warf der Gemeindeführung zudem vor, die Realsierung eines Schulcampus bewusst zu blockieren. Bürgermeisterin Müller hat sich nun gegen Keymers Kritik gewehrt und geht selbst in die politische Offensive: In einem offenen Brief an die Fraktion und den Ortsverband der CSU schreibt Müller, Keymer wisse, wie sie um einen guten Standort für den Campus ringe. „Wenn Sie (Keymer, Anm. d. Red.) jetzt Unterschriften sammeln und losgelöst von allen anderen wichtigen Entscheidungen die Frage nach der Realschule stellen, dann handeln sie verantwortungslos.“

Die Kosten für die Fachober- und Berufsschule würde der Landkreis übernehmen. Die CSU schätzt die Betrag, den die Gemeinde für die Realschule aufbringen müsste, auf zwölf bis 15 Millionen Euro. Keymer sagt, man bekäme damit drei Schule zum Preis von einer. Müller sieht die Kostenfrage ganz anders. Keymer gaukle den Haarern vor, dass 15 Millionen eine belastbare Summe und zudem ein Schnäppchen seien, schreibt sie in dem Brief. „Sagen Sie den Haarer Bürgern, welche Betreuungsplätze sie einsparen und welchem Verein Sie die Zuschüsse kürzen?“ Auch sie sei „für eine Realschule“. Aber was wirklich dränge, sei der Bau einer neuen Grundschule sowie der gemeindliche Wohnungsbau. „Das ist unsere Pflichtaufgabe.“ Die CSU solle zum Wohl der Gemeinde mit allen anderen Fraktionen „endlich zusammenarbeiten“.

Thomas Radlmaier

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