+
Der Jugendstilpark wird zum Wohngebiet: Die Zufahrt durch die ehemalige Krankenhaus-Pforte ist dicht. 

Neubaugebiet am Jugendstilpark

Durchfahrt für Autos tabu

  • schließen

Etwa 1000 neue Wohnungen entstehen im Jugendstilpark in Haar. Mit dem Auto wird man allerdings nicht durch das Viertel fahren können. 

Haar – Der neue Jugendstilpark im Dreieck zwischen Leib- und Vockestraße sowie den Bahngleisen im Süden wird ein ganz besonderes neues Viertel von Haar. Dies hat Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) bei der Ortsteilversammlung „Haar-Nord“ vor über 250 Bürgern im Kleinen Theater deutlich gemacht.

Bis 2030 werde Haar um 3000 Bürger wachsen, ein Großteil davon werde im Jugendstilpark wohnen. In etwa 1000 neuen Wohnungen sowie in umgebauten und modernisierten alten Villen und Wohnungen. „Durchfahren mit dem Auto kann man nicht – nur mit dem Rad oder zu Fuß geht’s von einer Seite zur anderen“, berichtete Müller.

Vor zehn Jahren entschied sich der Bezirk Oberbayern, einen Teil seines Krankenhausareals zu verkaufen. Mittlerweile hat das riesige Grundstück neue Besitzer. Der Gemeinde Haar gehört nichts. Allerdings gibt es seit Jahren einen Rahmenplan, an den sich Investoren und Bauherren. So hält Haar dennoch alle Fäden für Wohnraum von 2500 Menschen in der Hand, zudem hat man Zugriff auf 90 vergünstigte Wohnungen.

„Mit dem neuen Maria-Stadler-Haus, wo Ende August der Spatenstich stattfand, sind wir absolut im Zeitplan. Das wird auch das erste neue Gebäude im Jugendstilpark sein, das im Sommer 2019 fertig wird und Platz bietet für 142 Senioren“, sagte Müller.

Im Zuge dieses Baus hätten viele Besucher des Geländes bereits festgestellt, dass es die große Zufahrt durch die ehemalige Krankenhaus-Pforte nicht mehr gibt. „Das gesamte Gelände wird sich grundlegend verändern. Zwar wird es sechs Zufahrten geben – doch keine einzige Straße führt auf der anderen Seite direkt wieder hinaus“, erläuterte Müller. Zum Teil seien es Einbahnstraßen, die auf zwei Kreisverkehre münden, zum Teil Sackgassen. „So bauen wir neben 1000 Wohnungen auch sehr große Tiefgaragen mit 900 Stellplätzen, viele öffentliche Grünflächen und einen Kindergarten– so entsteht ein großes, verkehrsberuhigtes Wohngebiet, das war uns wichtig.“ Angesichts der hohen Zahl von 3000 erwarteten neuen Bürgern in Haar, etwa 200 pro Jahr, verwies Müller auf den langen Zeitraum, in dem der Zuzug stattfinden soll. „Wir wachsen gemäßigt und haben seit Eglfing kein neues Baugebiet mehr ausgewiesen“, sagte sie.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Haarer ist der Umbau der S-Bahn. Auf der Nord-Seite befinden sich die Bauarbeiten laut Müller voll im Zeitplan. „Ich gehe fest davon aus, dass ich den Bahnhof noch in diesem Jahr wieder eröffnen kann“, sagte sie. Leider werde der Durchgang nicht so gestaltet, wie es sich die Gemeinde gewünscht hatte, angeblich hätten die Materialien- und Farbwünsche der Gemeinde nicht der Bahn-Vorstellung entsprochen. „Aber mir wurde zugesichert, es soll ein heller, freundlicher und gut beleuchteter Durchgang werden“, so Müller.

Ab Frühjahr werde dann die Südseite des Bahnhofs einer Generalsanierung unterzogen. Eine Haarerin konnte wohl schon in die neue Anlage hineinspicken und entdeckte, dass die Treppen aus ihrer Sicht extrem steil geplant seien. „Also die Fahrradständer oben und der Durchgang unten – wer soll das benutzen? An Radler oder Rollstuhlfahrer hat dabei keiner gedacht“, beschwerte sich die Frau. Müller entgegnete, sie habe keine steilen Stufen entdeckt. „Jetzt lassen Sie mich den Neubau erst mal eröffnen und dann sehen alle, dass wir uns dabei schon sehr viel gedacht haben.“ 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Einbrecher klaut teuren Schmuck
Schmuck im Wert von mehreren Tausend Euro hat ein Einbrecher aus einem Haus in Oberhaching erbeutet.
Einbrecher klaut teuren Schmuck
Der Merkur sucht das Baby des Jahres
Sind Sie in diesem Jahr Eltern geworden? Hat Ihr Kind heuer ein süßes Geschwisterchen bekommen? Das möchten wir sehen: Der Münchner Merkur Landkreis München und …
Der Merkur sucht das Baby des Jahres
Sanierungsstopp an der Grund- und Mittelschule 
Erst das neue Gymnasium, dann geht‘s an der Mittelschule Kirchheim weiter: So lange ruht die Sanierung. Dahinter steckt ein ausgeklügelter Plan.
Sanierungsstopp an der Grund- und Mittelschule 
BayWa darf umziehen
Die Pläne sind durch, die BayWa kann innerhalb Feldkirchens umziehen. Manchen Gemeinderäten geht das zu schnell.
BayWa darf umziehen

Kommentare