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„Viel Erfolg beim Abitur“, seht auf dem White-Board. Das wünscht Nicola Tauscher-Meric dem ersten Jahrgang. 

Unter besonderen Umständen

Erster Abi-Jahrgang der FOS  in Haar tritt heute an

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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In der neuen Fachoberschule an der Hans-Pinsel-Straße in Haar tritt der erste Jahrgang zum Abitur an. 137 junge Frauen und Männer brüten heute über ihren Deutsch-Klausuren.

Haar – „Die Stimmung ist gut, weil die Schüler gut vorbereitet sind“, sagt Schulleiterin Nicola Tauscher-Meric. Trotz der ungewöhnlichen Umstände sei die verlängerte Vorbereitungszeit auch ein Vorteil. „Das hat hoffentlich einen positiven Effekt“, sagt die Rektorin, „bei uns ist keine einzige Unterrichtsstunde ausgefallen.“

Die junge Schule, die vor zwei Jahren in einem Bürogebäude im Gewerbegebiet gegründet wurde und die für das nächste Schuljahr schon mehr Anmeldungen erhalten hat, als sie annehmen kann, hat den digitalen Unterricht im Homeoffice hervorragend gemeistert.

Digital sehr gut ausgestattet

Auf Turnhalle und Pausenhof muss die FOS Haar zwar verzichten, bis der Landkreis ein richtiges Schulhaus baut, dafür ist sie als Pilotschule digital sehr gut ausgestattet. In den Klassenzimmern dienen große Monitore als Tafel. Jede Lehrkraft verfügt über ein eigenes Tablet, das im Unterricht eingesetzt wird. In Foren laden die Schüler schon seit 2019 Unterrichtsunterlagen herunter oder Hausaufgaben zur Korrektur hoch. Und die Krankmeldungen laufen längst nicht mehr über das Sekretariat, sondern über „Untis“, eine Handy-App.

„Ich liebe Technik und mag es, technische Möglichkeiten für uns heranzuziehen“, sagt Nicola Tauscher-Meric. Das junge Kollegium aus 31 Lehrern wurde in vielen Technik-Konferenzen geschult und hat sich trotz Corona für die Schüler ins Zeug gelegt. „Wir haben nicht nur Unterricht in Videokonferenzen gemacht, sondern nachmittags Übungsmodule angeboten, die die Schüler nach ihrem Bedarf wählen konnten.“

Yoga und Gymnastik-Angebot

Mal paukte ein Lehrer mit einem Schüler wie im Privatunterricht, mal mit 30 Schülern. Morgens fragten die Lehrkräfte die Anwesenheit ab, „damit keiner abtaucht und verloren geht“. Wer seine Übungen nicht machte, erhielt eine Mail vom Lehrer: „Warum machen Sie die Aufgaben nicht?“ Letztlich sei aber jeder Schüler eigenverantwortlich, betont Nicola Tauscher-Meric.

Auch körperlich dürften die Schüler fit sein: Mit einem täglichen wechselnden Yoga oder Gymnastik-Angebot halfen ein Sportlehrer und eine Studentin ihnen, die Schultage im Homeoffice zu strukturieren. „Dreimal in der Woche gab es Yoga von 8 bis 8.30 und zweimal pro Woche Übungen unter dem Motto ,muscle up‘ und ,Bikini fit‘.“

Besondere Umstände kein Grund für mildere Benotung

Die besonderen Umstände sind in den Augen der Schulleiterin kein Grund für eine mildere Benotung. „Von unserer Seite ist das nicht nötig, die Schüler haben eine intensivere Vorbereitung gehabt als andere.“ Traurig sei aber, dass der geplante Abiball ins Wasser fällt. „Wir planen jetzt ein Alternativprogramm.“ Heute kommt es aber erst einmal zum Realitätstest, wenn 15 Schüler pro Klassenzimmer zum Abi mit Abstand antreten.  icb

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