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„Es war einfach herrlich“: Torsten Wiegel war unter den allerersten die die Schwimmsaison 2020 im Haarer Freibad eröffnet haben. Dass es keine Saisonkarten gibt, bedauert er allerdings.

Zurück im Nass: So lief der verspätete Saisonstart im Haarer Freibad

  • Bert Brosch
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Der Saisonstart im Haarer Freibad hat sich wegen Corona verzögert. Nun haben die ersten Schwimmer die ersten Bahnen 2020 gezogen. Wir waren dabei.

Haar – Jeden zweiten Tag zieht Torsten Wiegel im Haarer Freibad seine Bahnen. Immer zwischen drei und fünf Kilometer. Also normalerweise. Drei Monate mussten Wiegl und alle anderen Schwimmer ohne ihr geliebtes Nass auskommen. An Fronleichnam eröffnete das Haarer Bad nun wieder als eines der ersten im Großraum München, freilich unter strengen Hygiene-Vorschriften. Wiegel war das egal. Er war unter den Ersten, die um kurz nach 10 endlich wieder ins Wasser stiegen. Sein Fazit: „Es war einfach herrlich.“

Ende Mai gab der Freistaat grünes Licht für die Öffnung der Freibäder, seither hat es das Haarer Bäder-Team in einem Kraftakt geschafft, dass an Fronleichnam geöffnet werden konnte. Eigentlich braucht das Personal für die „Auswinterung“ des Freibads vier Wochen: Becken reinigen, Chlor nachfüllen, Technik überprüfen, Frischwasser einlassen und aufheizen, das alles nimmt mehr Zeit in Anspruch, als es sich der Laie vorstellt. Ein Hygienekonzept musste auch noch her.

Tierische Badegäste: Zwei Enten ziehen ihre Runden auf dem abgedeckten Warmwasser-Kinderbecken. So bald dort die Temperatur über 22 Grad steigt, wird es freigegeben.

Dieses sieht vor, dass jeder Besucher seine Kontaktdaten hinterlegen muss. Dies dient der Vorsorge und dem Schutz der Gesundheit, um Gäste, die mit einem Infizierten in Kontakt waren, schnell erreichen zu können und testen zu lassen. Duschen sind nur mit Kaltwasser zwischen den Becken in Betrieb, bei den Umkleidekabinen ist nur jede zweite geöffnet. Rutschen, Sprungturm und das Kleinkinderbecken bleiben ganz geschlossen. Am ersten Tag war auch nur das große Schwimmerbecken freigegeben mit Liegewiese und Sandspielplatz. 80 Badegäste dürfen maximal ins große Becken. „Es gibt schon ein paar Einschränkungen, aber im Großen und Ganzen können die Schwimmer doch wieder kommen“, strahlt der stellvertretende Bäderleiter Sante Ciavarella (45), der seit 20 Jahren im Bad tätig ist. Er begrüßte beim verspäteten Saisonstart morgens rund 25 Gäste. Das wechselhafte Wetter verhinderte wohl einen Massenansturm.

„Ich habe das Schwimmen so vermisst“

Extra aus München ist Anna Kager nach Haar geradelt und wurde beim Hände desinfizieren von Sante Ciavarella begrüßt. Sie sagt: „Ich habe das Schwimmen so vermisst.“

Unter den Schwimmern ar auch Anna Kager. Sie kam mit dem Rad aus der Landeshauptstadt. „Ich habe das Schwimmen so vermisst und in München sind ja noch fast alle Bäder zu, daher bin ich in Haar und werde meine 30 Bahnen schwimmen“, sagt Kager, nachdem sie ihre Hände desinfiziert und sich in die Liste eingetragen hat.

Extra zur Mittagszeit gekommen, „dass es nicht so voll ist“, ist Nicole Kewitz aus Ottobrunn mit ihrem Sohn Miguel (13), der unter 14 Jahren nicht alleine ins Bad darf. „Endlich wieder schwimmen, mein Sohn ist Leistungsschwimmer und saß jetzt drei Monate auf dem Trockenen – wir genießen das heute total“, sagt Kewitz und ruft dem Sohn noch schnell die Durchgangszeit für seine geschwommene Bahn zu. Auch wenn die Schwimmvereine für dieses Jahr sämtliche Wettkämpfe zum großen Bedauern von Kewitz abgesagt haben, „wir können jetzt endlich wieder loslegen“. Dann taucht auch die Mama ins kühle Nass ein.

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