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Trixi-Spiegel für rechts-abbiegende Lastwagen wünscht sich die Gemeinde Haar.

Zum Schutz der Radfahrer

Gemeinde wünscht sich Trixi-Spiegel - doch Behörden stellen sich quer

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Mit sogenannten Trixi-Spiegeln will die Gemeinde Haar Radfahrer an Kreuzungen schützen. Doch Landratsamt und Innenministerium halten nichts von diesem Radler-Schutz.

Haar – Ein Lkw-Fahrer hat vor 25 Jahren die damals 13-jährige Beatrix Willburger beim Rechtsabbiegen übersehen. Die Folge: halbseitige Querschnittslähmung. Die Grünen wollen in Haar an den Hauptverkehrskreuzungen entlang der Münchner/Wasserburger Straße Trixi-Spiegel anbringen. Damit das Schicksal von Beatrix und vielen anderen den Haarer Bürger erspart bleibt.

Das Landratsamt macht der Gemeinde jedoch einen Strich durch die Rechnung. An den gewünschten Kreuzungen zur Blumen-, Jagdfeld-, Leib- und Grasbrunner Straße kann sich Haar die an den Ampeln befestigten Spiegel erst einmal abschminken. Der Grund: nicht ausreichende Sicherheit. Das ist zumindest die Antwort des Landratsamts, das auf die Ablehnungsgründe des Bayerischen Innenministeriums hinweist. Die verzerrte Wahrnehmung der Spiegel könne zu Fehleinschätzungen und damit zu einem erhöhten Unfallrisiko führen. Die runden Spiegel entwickelte Ulrich Willburger, der Vater von Beatrix, nach dem schweren Unfall seiner Tochter.

Breiter Zuspruch für Trixi-Spiegel

Der Beschlussvorschlag der Bürgermeisterin, die Spiegel als Versuch an die Kreuzung der Gemeindestraßen Leibstraße/Annelies-Kupper-Allee zu hängen, findet bei allen Gemeinderäten Zuspruch. Vorausgesetzt das Landratsamt stimmt zu.

Mike Seckinger (Grüne) ist der Meinung, dass die Gründe des Innenministeriums „völlig absurd“ sind. „Die Trixi-Spiegel sind vielleicht eine provisorische Lösung, sie können aber auf jeden Fall Besserung bringen“, sagt Seckinger. Auch andere Gemeinderäte sind seiner Meinung. Die Gegenargumente des Innenministeriums würden keine Unfälle verhindern. „Mit den Spiegeln könnten wir ein bisschen Bewegung in die Sache bringen“, sagt Seckinger. Sein Fraktionskollege Werner Kozlik ist entsetzt, wie die Politik mit dem Thema umgehe. „Die EU-Regelung besagt, dass bis 2022 in jedem neuen Lkw ein Abbiege-Assisten eingebaut sein muss“, sagt Kozlik. Bis jetzt sehen die Fakten aber anders aus. „In den 12 000 Lastwagen der Bundeswehr sind gerade einmal zwei nachgerüstet“, sagt Kozlik. Die Kosten eines Abbiege-Assistenten liegen bei 760 Euro pro Stück. Eine Kreuzung mit vier Trixi-Spiegeln auszurüsten liegt bei 300 Euro.

Auf Gemeindestraßen rechnen sich die Haarer größere Chancen aus, dass das Landratsamt zustimmt.

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