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Andreas Bukowski fühlt sich zu Unrecht angegriffen.

Attacke der SPD

Haars Bürgermeister als „Werbefigur“: Autokauf wird zum Politikum

  • Günter Hiel
    vonGünter Hiel
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Mit einem Werbefoto im Anzeigenblatt „Hallo“ hat Haars neuer Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) der SPD Angriffsfläche geboten. Attacke und Gegenreaktion:

Haar – SPD-Fraktionssprecher Thomas Fäth brachte das Thema im Gemeinderat zur Sprache. Es gebe Irritationen im Ort, dass Bukowski sich für ein Münchner Autohaus zur Verfügung gestellt habe. Und generell sei es nicht glücklich, wenn ein Bürgermeister als „Werbefigur“ posiere, kritisierte Peter Paul Gantzer (SPD) mit der Autorität seiner 40 Jahre im Landtag. „Ich unterstelle nicht, dass sie persönliche Vorteile hatten“, sagte Gantzer. Nachdem er vorher noch über einen vermutlich „guten Preis“ gemutmaßt hatte. Aber die Leute im Ort... Die redeten halt. Da dürfe man gar nicht zulassen, dass überhaupt ein Verdacht aufkommen könne.

Peter Paul Gantzer spricht von mutmaßlich „gutem Preis“

Die Anzeige zeigt ein Foto, auf dem Bürgermeister Bukowski, der auch den Gewerbeverband Haar-Trudering wiederbelebt hatte, über die Motorhaube eines BMW hinweg einem nicht näher bezeichneten Herrn von der Automag GmbH die Hand reicht. Darüber die Zeilen: „Haars Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski setzt ein Zeichen für klimabewusste Mobilität. Mit seinem neuen BMW i3 ist er ab sofort elektrisch und damit absolut emissionsfrei unterwegs.“

Bürgermeister Bukowski sagt: War ein Statement für E-Mobilität

Eben darum sei es ihm gegangen, versuchte der Bürgermeister den Angriff der SPD zu parieren: Er habe für E-Mobilität und für Klimaschutz werben wollen. „Wenn’s ein Verbrenner gewesen wäre, hätte ich kein Foto machen lassen.“ Den Wagen habe er privat geleast, den Vertrag könne man gerne einsehen. Er habe keinerlei Vergünstigungen bekommen. Und ein Münchner Autohaus habe er wegen der kürzeren Lieferfristen gewählt. Er wollte auch ein deutsches Fabrikat; wegen der heimischen Automobilindustrie.

Dietrich Keymer warnt vor „Unterstellungen“

CSU-Fraktionssprecher Dietrich Keymer sprang Bukowski zur Seite. Mit solchen Unterstellungen vergifte die SPD das Klima im Gemeinderat. Peter Paul Gantzer, 81 Jahre alt, sprach dann noch von der „Jugend“ des 40-jährigen Bürgermeisters, der ja noch neu im Amt sei. Da könne so ein Fehler mal passieren. Sollte aber besser nicht.

„Beschädigungskampagne und Versuch des Rufmords“

Am Tag nach der Sitzung bekräftigt Andreas Bukowski auf Anfrage des Münchner Merkur:„Um der Akzeptanz der E-Mobilität Vorschub zu leisten, habe ich der Veröffentlichung eines Bildes der Übergabe meines BMW i3 zugestimmt.“ Wer behaupte oder andeute, er hätte dadurch einen finanziellen Vorteil erlangt, zeige nur, dass es ihm darum gehe, „die Beschädigungskampagne und den Versuch des Rufmords des Wahlkampfs fortzusetzen“, sagt Bukowski. „Im Vorfeld der Wahl hatte ein Gemeinderatskandidat versucht, mir mit falscher Tatsachenbehauptung zu schaden. Er hat daraufhin eine strafbewehrte Unterlassungserklärung erhalten und auch unterschrieben.“

Keine Vorteile erhalten

Was die Anzeige vom Autokauf betrifft, sagt er: „Ich habe keinen besseren Preis und auch keine sonstigen Vorteile erhalten. Ich finde es sehr schade, dass es einigen in der SPD Haar nach wie vor nicht um die Sache geht, sondern nur darauf gelauert wird, wo und wann sich eine Gelegenheit bietet, meine Person zu beschädigen.“ 

Lesen Sie auch: CSU gelingt das „Wunder von Haar“

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