Schülern engagieren sich in sozialen Einrichtungen

Neues Wahlfach: "Helpers for Haar"

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Haar - Ab dem kommenden Schuljahr können Mittelschüler und Gymnasiasten ein neues Wahlfach belegen. Doch mit klassischem Unterricht hat das nichts zu tun.

Viele Jugendliche zweifeln, ob sie bei wichtigen gesellschaftlichen Themen etwas bewirken können. Das geht aus einer aktuellen Studie des Sinus-Instituts hervor. Demnach hat eine Mehrheit der 14- bis 17-Jährigen das Gefühl, dass man als Einzelner zum Beispiel beim Klimawandel oder kritischem Konsumverhalten nicht viel bewirken kann. 

Ein neues Projekt der Gemeinde Haar könnte diesem subjektiven Empfinden entgegenwirken: Ab dem kommenden Schuljahr können Siebt- und Achtklässler der Mittelschule sowie Acht- und Neuntklässler des Ernst-Mach-Gymnasiums ein Wahlfach belegen, das sich vom klassischen Unterricht unterscheidet: Eineinhalb Stunden pro Woche engagieren sich die 13- bis 16-Jährigen in einer sozialen Einrichtung in Haar. Der Titel des Fachs lautet: „Helpers for Haar“. Die Gemeinde möchte damit „das soziale Engagement junger Menschen fördern und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit geben, erste berufliche Erfahrungen zu sammeln“, heißt es in einer Mitteilung. Der Haarer Tisch, das Jugendfreizeitheim Dino, das Maria-Stadler-Haus und Kindertagesstätten beteiligen sich an dem Projekt. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) sagte im Ferienausschuss, sie wünsche sich mehr Partner aus dem ökologischen Bereich, wie den Naturschaugarten am Wertstoffhof.

Das Ziel ist, das soziale Engagement junger Menschen zu fördern

Das Projekt soll den Schülern helfen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Laut den Sinus-Forschern sehnen sich Jugendliche vor allem nach Halt und Orientierung in den zunehmend unübersichtlichen Verhältnissen einer globalisierten Welt. Bei der Gemeinde Haar hofft man, dass die „Helpers for Haar“ durch die praktischen Erfahrungen in einer sozialen Einrichtung sich so besser in einer vielfältigen Welt einzuordnen wissen. Die Schüler lernten so ihre Stärken und Schwächen kennen. Mentoren in den jeweiligen sozialen Einrichtungen betreuen die Teenager bei ihrer Tätigkeit. Jeweils ein Lehrer an den Schulen organisiert den Austausch. Am Schuljahresende erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.

Die Initiative zu „Helpers for Haar“ geht auf einen Antrag der SPD-Fraktion von vergangenem September zurück. Vorbild ist das Projekt „Youngagement“ (Zusammensetzung aus Young und Engagement) der Stadt Regensburg, das seit dem Schuljahr 2005/06 läuft. Seitdem haben mehr als 750 Schüler und 50 soziale Einrichtungen daran teilgenommen. Welche Aufgaben die Jugendlichen in Haar haben werden, steht noch nicht fest. Das werde flexibel in Absprache zwischen Jugendlichen und Mentoren gehandhabt, sagte Müller, genauso wie die zeitliche Einteilung. 

"Helpers for Haar" kommt an

Gerlinde Stießberger (CSU) störte sich im Ferienausschuss an dem Begriff „Helpers for Haar“. „Muss es immer ein englischer Name sein?“, fragte sie. Müller erklärte, die Gemeinde habe einigen Jugendlichen verschiedene Namen vorgelegt. „Helpers for Haar“ sei am besten angekommen.

rat

Rubriklistenbild: © dpa

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