Die B304 in Haar
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Wie soll die B304 in Haar künftig ausschauen? Eine Frage, bei der auch die Bürger einbezogen werden sollen.

Ideen für die B304: Bürger einbeziehen - aber wann?

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Dass die Haarer mitreden sollen, darüber waren sich die Fraktionen einig. Über den Zeitpunkt gab‘s hingegen Diskussionen.

Haar – Die Bürger bei einem wichtigen Gemeindethema wie der Entwicklung der B 304 in Haar mit einzubeziehen, das ist eine gute Sache – das ist sich der Gemeinderat einig. Doch beim Zeitpunkt waren sich die Mitglieder in der jüngsten Sitzung nicht einig. Den Antrag der CSU, eine Bürgerbefragung zur Nutzung und Aufteilung der Straßen Kreiller-, Wasserburger Land- und der B 304 mit der Gemeinde Vaterstetten und der Stadt München durchzuführen, lehnte eine knappe Mehrheit ab.

Die CSU hatte geplant, jedem Haushalt einen Fragebogen per Post zu zustellen oder online zur Verfügung zu stellen. Es gebe inzwischen verschiedene Vorschläge zur Nutzung der B 304, schreiben die Christsozialen in ihrem Antrag. Im Gespräch sind ein Fahrradschnellweg auf Stelzen, eine Tramlinie bis zur A 99 sowie ein Autoverbot am Morgen und Nachmittag. „Derart gravierende Eingriffe dürfen nicht über die Köpfe der Bürger hinweg geplant werden“, schreibt die CSU.

Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) befürwortete in der vergangenen Gemeinderatssitzung den Vorschlag. „Ich finde es nicht verfrüht, jetzt schon ein Stimmungsbild zu bekommen“, sagte er. Das sahen SPD und Grüne jedoch anders. „Ich glaube nicht, dass das der richtige Zeitpunkt ist“, sagte SPD- Fraktionsvorsitzender Thomas Fäth. „Wenn bei der Machbarkeitsstudie des Landkreises rauskommt, dass eine Tramlinie nicht realisierbar ist, kommen sich die Bürger veräppelt vor, wenn wir sie jetzt schon fragen. Wir brauchen erst einmal Butter bei die Fische.“

Der Zweite Bürgermeister Ulrich Leiner (Grüne) war ähnlicher Meinung. „Wir brauchen zuerst Infos“, sagte er. Außerdem merkte er an, dass in den vergangenen Jahren vor allem in Bezug auf das Mobilitätskonzept für Haar die Bürger intensiv und vielfältig miteinbezogen wurden. Nun seien neue Verkehrsideen aufgekommen, doch für eine Bürgerbefragung fehlten noch die belastbare Grundlagen. Dietrich Keymer, Fraktionsvorsitzender der CSU, erwiderte: „Es gibt schon so viele Vorschläge über die Erneuerung der B 304. Warum sollten wir die Bürger, die es betrifft, nicht schon jetzt befragen?“

Alles werben half nichts – schlussendlich stimmten die Grünen und die SPD gegen den CSU-Antrag. Dieser wurde mit 15 zu 14 Stimmen abgelehnt.

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