Fantasievoll und bunt:: Das Festival ZAMMA im Herzen Haars.
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Fantasievoll und bunt:: Das Festival ZAMMA im Herzen Haars.
Grüne Brezen: Bäcker Dümig hat das Backwerk mit Algen in der Haarer Ortsfarbe gefärbt.
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Grüne Brezen: Bäcker Dümig hat das Backwerk mit Algen in der Haarer Ortsfarbe gefärbt.
Monstermaske sprayen.
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Monstermaske sprayen.
Wer traut sich? Flußkrebse streicheln am Stand des Fachbereichs Fischerei des Bezirkes Oberbayern.
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Wer traut sich? Flußkrebse streicheln am Stand des Fachbereichs Fischerei des Bezirkes Oberbayern.
Stelzenläuferin vor dem Maibaum.
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Stelzenläuferin vor dem Maibaum.
Nähstube mit ZAMMA-Schriftzug: Claudia Gallmeier-Hagl mit ihrer Mutter Rosa und Thomas Oslowski.
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Nähstube mit ZAMMA-Schriftzug: Claudia Gallmeier-Hagl mit ihrer Mutter Rosa und Thomas Oslowski.
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Der zweite Tag

Haar im „ZAMMA“-Fieber

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Das Festival ZAMMA hat kaum begonnen, da ernten die Gemeinde Haar und der Bezirk Oberbayern als Veranstalter schon Komplimente, wie sie sich diese kaum schöner wünschen könnten: „

Haar – „Wie herrlich! Alles ist voller Leben und Heiterkeit“, schwärmte Marlene Herrgen aus Poing, die alle Mühe hatte mit Enkel Valentin Schritt zu halten. „So etwas könnte und müsste es viel öfter geben!“

Eine Woche voller Höhepunkte – das ist das Zamma-Festival. Ein Programm mit 60 Veranstaltungen an 30 Spielorten, das über 120 Vereine und Institutionen mit Leben füllen: Konzerte, Ausstellungen, Theater- und Tanz-Projekte, Lesungen sowie eine Vielzahl von kulturellen und sozialen Mitmach-Aktionen von und für Menschen jeden Alters, jeder Herkunft und Leidenschaft, mit und ohne Behinderung.

Eine Woche voller Höhepunkte

Strahlende Gesichter reckten sich am Samstag um 16.16 Uhr am Haarer Kirchenplatz gen Himmel, als Bezirkstagspräsident Josef Mederer und Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) hunderte bunte Luftballons am Haarer Kirchenplatz mit den Eröffnungsworten: „Jetzt geht’s richtig los!“ in die Luft schickten. Sie gaben den Startschuss für das Mitmachfestival „Zamma“, das Haar eine Woche lange in eine Bühne von Kunst und Kultur verwandelt. Den Bezirk Oberbayern verbindet mit der Gemeinde seit 1905 durch das Klinikum eine tiefe Verbundenheit, so Mederer. Es gebe „keine bessere Möglichkeit um Kultur und Inklusion miteinander zu verbinden. Zamma ist ein Meilenstein, um Inklusion in den Mittelpunkt zu setzen“. Gabriele Müller bekräftigte: „Bei uns ist es stets selbstverständlich, dass verschiedenste Menschen neben- und miteinander leben. Darauf bin ich sehr, sehr stolz.“

Das Herz schlägt am Kirchenplatz 

Das Zentrum der Aktionen liegt rund um den Kirchenplatz. Hier steht die große Bühne, auf der im Anschluss an die Eröffnung Kindergruppen ihre Aufführungen zeigten und sich am Abend zu „Mundharmonika“ die Haarer auf gut 20 Bierbänken oder weißen, mit farbigen Handabdrücken verzierten Sitzkartons drängten. Zu diesem Zeitpunkt waren die 600 kostenlos verteilten mit der Bio Spirulina Alge aus dem Roten Meer auf Haar-Grün getrimmten Zamma-Brezn und das gelb-grüne Zamma-Eis vom Eiscafé am Bahnhof schon längst vertilgt und Balis, der grüne Basilikum-Ingwer-Drink leer getrunken. Am Nachmittag war im Rasenstück zwischen Seniorenzentrum und Rathaus Halligalli. Kinder durften mit Beratern des Fachbereichs Fischerei des Bezirkes Oberbayern Flusskrebse streicheln, sich bei den Malern und Lackierern des Berufsbildungswerks eine Monster-Maske auf Papier sprayen, mit den Clinic Clowns Riesen-Seifenblasen modellieren oder einfach nur nach Herzenslust schaukeln und herumtollen. Ein Streifzug über das Festival::

Trachten-Stickerin

50 Meter grünen Stoff, mit dem Schriftzug „Zamma“ bedruckt, hatte Trachten-Stickerin Claudia Gallmeier-Hagl dabei. Vor dem Seniorenzentrum hat sie auf Biertischen mit Nähmaschinen eine Nähstation errichtet. Thomas Oslowski aus Haar ließ sich gerade eine Weste schneidern, zugeschnitten von Claudias Mutter, Rosa Gallmeier. Für die 81-jährige ehemalige Näherin kein Problem. „Es gibt Zamma T-Shirts und Röcke, wieso sich also nicht eine Zamma-Weste?“

Blinden-Baseball

Auf dem Baseball Feld in Eglfing waren neun Blinden-Baseballer mit Trainern und Betreuern sowie dem Blindenhund Frieda zu Gast. Die „Bavarian Bats“ spielen ausschließlich auf Gehör, der Ball ist mit einem Glöckchen versehen, „Helfer“ klatschen die blinden Spieler an die sichere Base heran. Bei den „Bavarian Bats“ kommen blinde Spieler aus ganz Bayern zusammen, trainiert wird in Freising, vor wenigen Wochen waren sie bei der Europameisterschaft in Parma. Was es bedeutet, blind einen Ball zu schlagen, blind 20 Meter geradeaus zu rennen und dann noch blind einen geschlagenen Ball zu finden, konnten die sehenden Spieler der Haar Disciples ausprobieren. Philipp (15) spielt seit seinem Kindergarten Baseball: „Ich verstehe gar nicht, wie man das blind spielen kann“, sagte er. „Die Blindheit so zu erfahren, das ist ein Wahnsinns-Gefühl.“

Das erlebten Teilnehmer auch bei „Blind im Container“. „Es ist anstrengend und ganz anders als man erwartet“, schildern Vera, Theresa und Torsten Uckert ihre Erfahrung aus 15-minütiger Blindheit. Sie durchschritten gerade zwei Container in völliger Dunkelheit. „Die Beschaffenheit des Bodens und der Wände war unterschiedlich, mal war es kalt, mal feucht und zum Schluss saßen wir an einer Bar“, ssagt Vera. „Ich kann mir nun ansatzweise vorstellen, wie schwierig es für Blinde sein muss, sich im Leben zurecht zu finden.“ Die achtjährige Theresa fand es komisch. „Alleine hätte ich das nicht machen wollen.“ An ihrer Seite war „Führer“ Helmut Längl. Der 67-jährige ist seit 16 Jahren völlig erblindet. „Es ist nicht einfach, aber ich bin ständig unterwegs. Blindheit ist kein Grund, mit dem Leben aufzuhören.“

Werbung für Bezirk

Azubi Barbara Rattenhuber und Johanna Voß, Ausbildungsleiterin beim Bezirk Oberbayern, rührten die Werbetrommel für Ausbildungsberufe oder duale Studiengänge beim Bezirk Oberbayern. „Ein absolut sicherer Arbeitgeber mit ganz vielen Möglichkeiten“, sagte Johanna Voß im Festivaltrubel.

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