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Tischdecken im Stammhaus im Werksviertel

Inklusionsbetrieb im Kleinen Theater Haar

Hier kochen Menschen mit und ohne Behinderung Seite an Seite

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Im Kleinen Theater Haar hat ein neues Küchenteam Einzug gehalten. Der Inklusionsbetrieb „Kunst-Werk-Küche“ betreut seit 1. Januar gastronomisch die Veranstaltungen im Jugendstiltheater. Ob geschäftlich oder privat, ob Kabarett oder Konzert, Firmenfest, Hochzeit, Geburtstag oder Kulturtage: Das bunte Team um Wiesn-Wirtin Katharina Inselkammer bedient per Exklusivvertrag alle Gäste.

Haar – „Kunst-Werk-Küche“ ist das Herzensprojekt der Münchner Unternehmerin. 2017 hat sie im Werk 3 an der Atelierstraße hinter dem Ostbahnhof ihr Lokal mit Catering und Kochschule eröffnet. Hier arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Seite an Seite. 30 Mitarbeiter hat der Gastronomiebetrieb inzwischen, elf von ihnen haben ein Handicap. „Ich will Menschen eine Stelle geben, die auf dem ersten Arbeitsmarkt sonst keine Chance haben“, sagt die vierfache Mutter Katharina Inselkammer. „Ich will beweisen, dass man das als normales Unternehmen schaffen kann, ohne eine gemeinnützige Werkstätte zu sein.“

Seit Neujahr hat ihr Team die ersten Veranstaltungen im Haarer Jugendstiltheater durchgeführt. „Das hat gut funktioniert. Ich bin sehr zufrieden“, sagt Theaterleiter Matthias Riedel. Er und sein Team waren zuletzt mit der gastronomischen Betreuung nicht mehr zufrieden und suchten einen neuen Caterer: Ein Inklusionsbetrieb sollte es sein. „Eine Freundin berichtete davon, dass ihre Tochter bei Kunst-Werk-Küche eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden hat“, erzählt Riedel. So erfuhr er von Katharina Inselkammers Projekt. „Diese Frau strotzt nur so vor Energie.“

Und ihre Kochprofis sind kulinarisch vielseitig aufgestellt. Das Angebot variiert: Fein garnierte Kanapees und winterliche Suppen kann man an Kulturabenden in der Pause und eine Stunde vor und nach der Veranstaltung an der Theke kaufen. Aber auch „gesetztes Essen“ am Tisch oder ein „Flying Buffet“ sind möglich. „Die können alles“, sagt Theater-Mitarbeiterin Martina Lurtz.

Besonders angesagt seien „Bowls“, erzählt Katharina Inselkammer: „Die Leute lieben es gerade, ihr Essen aus einer kleine Schüssel zu löffeln.“ Ochsenbraten mit getrüffeltem Kartoffelbrei oder rote Grütze mit Schlagobers sind zwei der „Klassiker“. Die Mitarbeiter laufen bei Empfängen oder Firmenfesten mit Tabletts herum und bieten den Gästen Hauptspeisen, Suppen oder Desserts, gerne auch in Sektgläsern oder Cappuccinotassen an.

„Unsere Mitarbeiter lieben die Außenveranstaltungen im Theater“, berichtet Inselkammer, „besonders, wenn ein Tatort-Kommissar kommt.“ Wie vergangene Woche, als Miroslav Nemec auf der Bühne stand. „Deswegen kommt jeder mal dran.“

Von der Lesung mit 50 Zuhörern bis zum ausverkauften Kabarett mit 350 Besuchern – die Bandbreite des Theaters ist groß. Gespannt darf man sein auf das Starkbierfest im März, wenn sich der Saal unter der Regie der Wiesn-Wirtin in ein bayerisches Wirtshaus verwandelt.

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