Fast 2,7 Millionen Euro

Kosten für Kitas in Neubaugebieten: Gemeinde bittet Investoren zur Kasse

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Vier Neubaugebiete entstehen derzeit in Haar. Die Siedlungen bringen aber auch millionenschwere Folgekosten mit sich. Die kann die Gemeinde dank einer Regelung auf Investoren umlegen.

Haar – Neubaugebiete erhöhen nicht nur die Einwohnerzahl, sondern haben auch weitreichende Auswirkungen auf den Platzbedarf in den Krippen, Kindergärten und Schulen einer Kommune. Die Gemeinde Haar wollte wissen, was sie der Zuzug kosten wird, und hat nun die Zahlen vorliegen.

Konkret geht es um die vier Neubaugebiete an der Richard-Wagner-Straße, in Gronsdorf nordwestlich der S-Bahn sowie im Mischgebiet Gronsdorf Ort und den Wohn- und Gewerbeflächen an der Münchner Straße. Diese werden nach dem Konzept der sozial gerechten Bodennutzung (SoBon) bebaut. Die Gemeinde hat damit die Möglichkeit die Folgekosten auf die Investoren in den Bauquartieren umzulegen.

Diese Kosten hat der beauftragte Äußere Planungsverband auf 2,64 Millionen Euro für die vier Gebiete beziffert. Im Mittelpunkt des Gutachtens, erklärte Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) im Gemeinderat, standen Kinder und Jugendliche.

„Die Zahl der jungen Neubürger hänge natürlich von der Größe der Wohnungen ab“, so Christian Rindsfüßer vom Sozialplanungsbüro SAGS. Auf Grundlage der Zensusdaten der Gemeinde und den Größen der 212 neuen Wohnungen, rechnet sein Büro mit 69 Kindern und Jugendlichen, die aus den vier Neubaugebieten „erwachsen“. Darin ist bereits eine Reserve von zehn Prozent und auch der Bedarf für Inklusions-Kinder enthalten.

Aufgeschlüsselt auf die unterschiedlichen Altersgruppen, brauche man laut Rindsfüßer 13 Krippen-, 46 Kindergarten- und rund 10 Hortplätze. Da „müssen wir entweder anbauen oder neu bauen“, so Müller. Die Gemeinde verfüge über entsprechende Flächen, um geeignete Einrichtungen wie etwa ein Kinderhaus zu errichten. Eine Befragung in den Einrichtungen habe ergeben, dass die bestehenden Krippen und Kindergärten nicht in der Lage sind, diesen neuen Bedarf zu decken. „Die Schüler werden wir mit dem Um- und Neubau von Jagdfeld- und Konradschule unterbringen“, sagte Müller. Sie würden ja auf die verschiedenen Jahrgangsstufen verteilt.

Da laut Rindsfüßer ein Kindergarten oder Hortplatz im Schnitt rund 34 000 Euro und ein Krippenplatz etwa 52 000 Euro kostet, kommt letztlich die Summe von 2,64 Millionen Euro zusammen.

Dietrich Keymer (CSU) hatte seine Probleme mit den Kosten und der Umlegung. „Wir wollen Kinder und bezahlbaren Wohnraum, rechnen den Investoren aber die Kosten dafür drauf“, gab er zu Bedenken. Das bedeute im Umkehrschluss, dass es nicht attraktiv sei, für einen Investor familiengerechte Wohnungen zu bauen. „Ich hoffe nicht, dass wir hier gesellschaftspolitisch etwas falsch machen.“

Seinen Vorschlag, eine Bagatellgrenze für kleinere Bauvorhaben einzuführen und die Verwaltung damit vor zu hohem Aufwand zu bewahren, entkräftete Rindsfüßer. Auf kleinen Vorhaben könne man ja gar keine Folgekosten umlegen, da sie den Nachweis, einen erhöhten Bedarf auszulösen, nicht erbringen.

Neu sei die Vorgehensweise nicht, so Müller. „Im Jagdfeld und Jugendstilpark sind wir diesen Weg bereits gegangen.“ Insofern könne man auch nicht von einem Präzedenzfalle sprechen. Neu sei, dass man nun vier Baugebiete zusammenlege, die im Zuge der Nachverdichtung neu bebaut worden sind und der SoBon unterliegen. 

sab

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