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Ein Hindernis, das keines mehr ist: Die selbst gebastelten Mini-Rampen aus Lego ermöglichen es Christina Peter, mit ihrem Rollstuhl problemlos in den Laden von Anja Froelian zu kommen.

Kunterbunt die Sinne schärfen

Aktion in Haar: Mini-Rampen aus Lego machen auf Rollstuhl-Hindernisse aufmerksam

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
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Für Rollstuhlfahrer sind selbst kleine Stufen ein Hindernis. Mit kunterbunten Lego-Rampen macht eine Haarerin nun auf dieses Problem aufmerksam. Eine Mitstreiterin hat sie bereits gefunden.

Haar – Christina Peter aus Haar ist seit dreieinhalb Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen. Aufhalten lässt sie sich davon allerdings nicht. Die 46-Jährige fährt nach wie vor selbst zum Einkaufen. Nur stößt sie dabei auf tatsächliche Hindernisse. Schon eine einzige Stufe erschwert es ihr, in den Laden zu kommen. Ein Problem, mit dem sich viele Rollstuhlfahrer konfrontiert sehen – auch in Haar. Darauf will Peter nun aufmerksam machen. Und zwar kunterbunt.

Aus Lego-Steinen hat Christine Peter zwei Mini-Rampen gebastelt, die Haus- und Ladeneingänge nicht barrierefrei machen, sondern „lustig“ auf Missstände hinweisen. Die beiden Rampen vor dem Haarer Wollgeschäft „Wolle und Schönes“ machen es ihr ohne große Kraftanstrengung und ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen möglich, in das Geschäft zu kommen. Die Betonung liegt auf „alleine“. Denn zuvor musste Inhaberin Anja Froelian beim Ankippen des Rollstuhls helfen, wenn Peters Kraft in den Armen mal nicht ganz so gut war.

„Da spielt der Mieter nicht mit“ oder „Da klagt der Nachbar“

Froelians Geschäft ist das erste in Haar, das Peter mit Lego-Rampen bestückt hat. „Versucht habe ich es schon öfter bei anderen Läden“, erzählt die 46-Jährige. Zu hören bekam sie Argumente wie „Da spielt der Mieter nicht mit“ oder „Da klagt der Nachbar“. Aussagen wie diese hemmten ihre Euphorie, die Lego-Rampen überall in München zu bewerben. „Nur inhabergeführte Läden zeigen Interesse und machen es dann auch so wie hier“, sagt Peters.

Anja Froelian ist „Feuer und Flamme“ für die Rampen: „Das ist doch eine tolle und so einfache Idee.“ Sie muss nun nicht mehr das schwere Holzbrett aus dem Keller schleppen, „das sowieso zu weit in den Bürgersteig hineinragte“. Die beiden Rampen stellt sie morgens raus und abends wieder rein.

Christina Peter legt die Rampen an den Eingang.

Es geht Peter aber nicht nur um die Beseitigung von Hindernissen, sondern auch darum, „dass sich in den Köpfen was bewegt. Ich möchte die Menschen auf die Barrieren für Rollifahrer, mit Gehwagen oder Mütter mit Kinderwagen aufmerksam machen.“ Die Legosteine seien ein echter Hingucker, der sofort ins Auge springt. Leider scheint München, so Peter, aber noch nicht so weit zu sein. Im Kreis Gütersloh, wo Peter herkommt, sei das gang und gäbe das schon lange.

Acht Stunden baut Peter an den Rampen, für zwei braucht sie 1000 Legosteine. Die einzelnen Steine stapelt sie exakt nach einer Anleitung aufeinander und verklebt sie. Unten kommt eine Anti-Rutsch-Matte dran. Einen kleinen Vorrat hat sie bereits gefertigt. „Ich habe zu Hause noch Rampen, jede ist individuell, denn jede Stufe ist unterschiedlich hoch.“

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Während sie für Kleber und Rutschmatten bereits Sponsoren gefunden hat, bereiten ihr die Legosteine Probleme. Die muss sie sich selbst besorgen. Mal erhält sie einen Beutel einer älteren Dame, die die Legos ihrer Kinder im Keller gefunden hat, oder von einem Grundschüler, der von jedem seiner Mitschüler ein paar gesammelt hat. Drei Rampen kann Peter noch aus ihrem Bestand bauen, dann „wäre Nachschub gut, den ich auch gerne mit dem Auto abhole“. Die Rampe vor dem Wollgeschäft soll ja schließlich nicht die einzige bleiben.

Lego-Spende

Wer Lego-Steine spenden will, meldet sich per Mail an
tina.peter.7574@gmail.com.

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