Blaue Flecken gibt es reichlich bei den Feldschlachten. Die Waffen sind natürlich stumpf.
1 von 9
Blaue Flecken gibt es reichlich bei den Feldschlachten. Die Waffen sind natürlich stumpf.
Sie leben das Mittelalter: „Kaiserin Hexana“ (r.) aus Neuperlach und „Herzogin Lucretia“ aus Markt-Schwaben.
2 von 9
Sie leben das Mittelalter: „Kaiserin Hexana“ (r.) aus Neuperlach und „Herzogin Lucretia“ aus Markt-Schwaben.
Jung-Ritter und Bauer: Seine Buben Samuel (r.) und Simon haben Papa Markus standesmäßig überholt.
3 von 9
Jung-Ritter und Bauer: Seine Buben Samuel (r.) und Simon haben Papa Markus standesmäßig überholt.
Erik, der "Kommandant" der "Abtrünnigen" mit seinem "Weiberl" Embla - ohne sie ist er mit seiner schweren Rüstung fast hilflos.
4 von 9
Erik, der "Kommandant" der "Abtrünnigen" mit seinem "Weiberl" Embla - ohne sie ist er mit seiner schweren Rüstung fast hilflos.
Märchenerzähler "Marmurate" begeisterte drei Tage lang unzählige Kinder mit seinen toll gespielten Geschichten.
5 von 9
Märchenerzähler "Marmurate" begeisterte drei Tage lang unzählige Kinder mit seinen toll gespielten Geschichten.
Stilecht für einen Mittelaltermarkt gab es bei Michel Tidemann ganz frische Rosmarin-Kartoffeln und viele verschiedene Arten von Flammkuchen.
6 von 9
Stilecht für einen Mittelaltermarkt gab es bei Michel Tidemann ganz frische Rosmarin-Kartoffeln und viele verschiedene Arten von Flammkuchen.
Das Interesse der Haarer an den Mittelaltertagen und vor allem an der Feldschlacht der Lagergruppen war riesig.
7 von 9
Das Interesse der Haarer an den Mittelaltertagen und vor allem an der Feldschlacht der Lagergruppen war riesig.
"Männer, Linie bilden, Schilde hoch - und dann keine Gnade", lauteten die Kommandos vor den Kämpfen, Die Waffen sind zwar stumpf und haben keine Spitzen, aber blaue Flecken gibt es bei dem ziemlich echten Hieben doch.
8 von 9
"Männer, Linie bilden, Schilde hoch - und dann keine Gnade", lauteten die Kommandos vor den Kämpfen, Die Waffen sind zwar stumpf und haben keine Spitzen, aber blaue Flecken gibt es bei dem ziemlich echten Hieben doch.

Mittelaltertage

Echte Recken statt Stunt-Männer dreschen aufeinander ein

  • schließen

Gewaltig waren der Schlachtenlärm und der Andrang bei den Mittelaltertagen in Haar. Für manche keine Show - sondern das echte Leben! 

Haar – Da stehen sie: Auf der einen Seite die „Abtrünnigen“ unter „Kommandant Erik Harbartson“, Schwerter und Äxte laut auf die Schilder knallend brüllen sie in Richtung ihrer Gegner. Gegenüber die Männer von „Kommandant Utz“, der seinen Sohn Luca, den die „Abtrünnigen“ entführt haben, wieder haben will. Plötzlich dreschen sie aufeinander ein – bis eine Gruppe am Boden liegt. „Handgeklapper“ der vielen Hundert Zuschauer auf den Mittelaltertagen. Sie bewunderten die „Feldschlacht der Lagergruppen“.

Neues Konzept ohne Stunt-Männer

„Wir haben das Konzept ein wenig geändert, früher traten professionelle Stunt-Gruppen auf und fochten gegeneinander, jetzt kämpfen unsere Lagergruppen miteinander. Das ist für die Zuschauer mindestens genauso attraktiv“, sagt der Haarer Martin Angermeier, der die Veranstaltung in seinem Heimatort erstmals mit seinem Team von „event & mittelalter“ organisierte. Die brechend vollen Parkplätze, große Menschentrauben beim Märchenerzähler „Marmurate“, dem Marionetten-Theater Munkler, bei Zauberer Shri Magada, den exzellenten Musikern von „Fatzwerk“, „Heidweilers“ und „Cellarfolks“, leider aber auch sehr lange Schlangen vor sämtlichen Getränke- und Essständen zeigten, dass das neue Konzept gut ankam. Bei der großen Feuershow von „Lodurs Glut“ blieben nicht nur kleinen Mittelalter-Fans die Münder offen stehen.

Wettbewerb im Axtwerfen

Zwischen den Attraktionen konnte man bummeln oder gemütlich sitzen, die Kinder bauten Pfeil und Bogen, wurden geschminkt oder tobten sich in der Schiffschaukel aus. Die Papas maßen sich beim Axtwerfen bei Axel Hägelsperger von „German Sibiu“ – auf Wunsch auch gegen Axel. Wer wollte, bekam giftgrünes, hochprozentiges Zielwasser. Die Mamas hatten viele Möglichkeiten zum Kauf von Schmuck, Gewändern, Schuhen oder Gürteln. Essen und Trinken gab es reichlich.

Kaiserin Hexana aus Neuperlach

Fast die Hälfte der Besucher war selbst „mittelalterlich“ gekleidet – oder zumindest so, was sie dafür hielten. So fahren „Kaiserin Hexana von Habsburg-Lothringen“ aus Neuperlach und ihre Freundin „Herzogin Lucretia di Webekka“ aus Markt Schwaben in ihren selbst geschneiderten, opulenten Kleidern durch ganz Süddeutschland zu allen Veranstaltungen, die etwas mit Mittelalter zu tun haben. „Wir verkleiden uns nicht, wir leben das“, sagt „Kaiserin Hexana“. Beide wollen weder ihre echten Namen noch das Alter vertaten. Samuel (6) und Simon (3) tun das schon, sie partizipieren an Papa Markus‘ Faible fürs Mittelalter – auch sie natürlich alle stilecht gekleidet. „Da ist einfach nur toll hier, ich will später auch mal Ritter werden“, sagt Samuel und schaut weiter fasziniert der Feldschlacht zu.

„Die Abtrünnigen“ aus Fürstenfeldbruck

15 Lagergruppen haben ihre Zelte und Behausungen in Haar aufgebaut; eine davon „Die Abtrünnigen“ aus Fürstenfeldbruck, 28 Männer und Frauen mit dem Wahlspruch „abtrünnig – stolz – frey“. Sie treffen sich jede Woche, basteln an ihren Rüstungen und nordischen Häusern, besprechen, auf welche Veranstaltungen sie gehen, berichtet Kommandant Erik. Zehn bis 15 davon sind es jedes Jahr, immer mit Sack und Pack, was viel Vorbereitung und eine gute Logistik bedeutet. 

Die Rüstung allein wiegt 24 Kilo

Erik hat seine Rüstung selbst aus Stahlplättchen gebaut, sie wiegt 24 Kilo. Dazu der Helm elf Kilo, unter dem er kaum etwas sieht, aber irrsinnig schwitzt. Wenn er alles anhat, kann er sich kaum noch bewegen, er braucht dann sein „Weiberl“ Embla, die ihm die Schuhe schnürt oder sein Schwert aufhebt. Sie ist auch in der Jetztzeit seine Frau. „Wir machen alles zusammen, am Wochenende eben sehr oft Mittelalter“, sagt die 26-Jährige. Kinder haben sie noch keine, aber mit Leon es gibt es bereits ein „Lager-Baby“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgesehene Fotostrecken

Grasbrunn
Kein Vieh mehr im Stall – aber 75 Schwalbennester
Bei Georg Bockmaier piepst es. Und zwar aus 75 Schwalbennestern, die außen unter dem Dach seines ehemaligen Stalles in Grasbrunn hängen.
Kein Vieh mehr im Stall – aber 75 Schwalbennester
Haar
Kirchgang auf vier Pfoten: Impressionen von der Tiersegnung in Gronsdorf
Für Gesundheit und längeres Leben ihrer Tiere haben die Halter bei der Tiersegnung in Gronsdorf gebetet. Impressionen vom Kirchgang auf vier Pfoten gibt‘s hier.
Kirchgang auf vier Pfoten: Impressionen von der Tiersegnung in Gronsdorf
Ismaning
„Gas weg - Schule“: Frau (78) rammt Schild um und kracht gegen Baum - Bilder der Irrfahrt
Die Bremse hat eine 78-jährige Aschheimerin mit dem Gaspedal verwechselt.  Ausgerechnet vor dem Schild: Schule - weg vom Gas!
„Gas weg - Schule“: Frau (78) rammt Schild um und kracht gegen Baum - Bilder der Irrfahrt
Ismaning
Määähh! Die schönsten Bilder vom Schäferfest
Seit 20 Jahren findet in Hochmutting Ende Juli das Schäfterfest statt. Auch heuer drehte sich wieder alles rund ums Schaf. Die schönsten Bilder gibt‘s hier.
Määähh! Die schönsten Bilder vom Schäferfest