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Das neue Schild über ihrem Kiosk fehlt noch, ebenso das volle Zeitungssortiment. Aber außen wie innen haben (v.l.) Aleksej, Christoph und Zhamna Hartmann schon vieles renoviert in ihrem Verkaufsstand mit Gastraum und Toilette.

An der Wasserburger Landstraße

Neue Pächter im Haarer Kult-Kiosk

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Still, wie es seine Art war, hat Rudi Dworzak (65) seinen Kiosk an der Wasserburger Landstraße an Aleksej Hartmann (25) übergeben. 27 Jahre führte Dworzak das „Kleinste Kaufhaus von Haar“.

Haar – Still, wie es seine Art war, hat Rudi Dworzak (65) seinen Kiosk an der Wasserburger Landstraße an Aleksej Hartmann (25) übergeben. 27 Jahre führte Dworzak das „Kleinste Kaufhaus von Haar“, zu seinen Stammgästen zählten Singles, Senioren und Menschen auf dem Weg zur und von der Arbeit. Jetzt hat er aus gesundheitlichen Gründen aufgehört. „Ich will den Rest meines Lebens genießen“, sagt er.

Für die Kunden war es fast ein Schock

Ein unscheinbarer Zettel hing plötzlich an der Türe. „Der Kiosk mit Imbiss schließt am nächsten Freitag nach 27 Jahren. Danke für die langjährige Treue.“ Stammgäste wussten, dass es Rudi Dworzak gesundheitlich nicht gut ging, und dass er schon lange einen Nachfolger suchte. Für die vielen Laufkunden täglich, die sich mit Tabakwaren, einem kleinen Snack oder Zeitungen eindeckten, war es aber fast ein Schock.

Probleme beim Start

Rudi Dworzak hat aus gesundheitlichen Gründen aufgehört.

Ursprünglich sollte es wenige Tage später, nach einer ersten Renovierung des Innenraums, weitergehen, denn mit Aleksej und Christian (18) Hartmann sowie deren Mutter Zhamna (49) waren umtriebige Nachfolger aus Vaterstetten gefunden. So einfach, wie sich alle Beteiligten das vorstellten, war es aber nicht. „Obwohl aus unserer Sicht längst alles klar war, dauerte es unheimlich lange, bis die GmbH-Gründung über den Tisch war, auf die Eintragung der Handelsregister-Nummer warten wir bis heute“, berichtet Zhamna Hartmann. Doch ohne die rechtlichen Grundlagen wollte der Zeitungs-Großhändler nicht liefern, beim Tabak-Grossisten gab es Probleme, der Telefon-Vertrag endete mit dem Vorgänger, damit auch das elektronische Kassensystem, der Backofen heizte nicht und der Schildermacher wurde weder mit dem neuen Namen „Kiosk4You“ noch mit der LED-Leuchtreklame, die zur Bundesstraße hin aufgehängt wird, fertig. „Das war eine Menge Arbeit für mich und meine Jungs, nebenher haben wir das Haus ausgebessert und innen neu gestrichen, denn die ersten Kunden standen ja schon da, als wir noch gar nicht so richtig auf hatten“, sagt Zhamna Hartmann.

Was die Kunden wünschen, wird besorgt

„Ich komme seit 30 Jahren jeden Tag hier her und kaufe mir eine Zeitung, ein Bier und einen Dornkaat. Als der Rudi aufhörte, habe ich schon gewartet, bis die wieder aufmachten“, berichtet Peter (65). Einige klopften regelmäßig an die Scheibe, obwohl die Hartmanns noch am Renovieren waren. „Wir wollten ja keine Stammgäste heimschicken, also haben wir ihnen das verkauft, was sie wollten“, sagt Aleksej. Überhaupt ist es das Prinzip der neuen Betreiber: Was die Kunden wünschen, das wird besorgt. „Der eine wollte einen speziellen Pfeifentabak, der andere Zigaretten-Tabakschnitt in der Großdose, eine Dame ein Waschmittel und ein Mädchen einen besonderen Müsli-Riegel - das besorgen wir alles“, sagt Zhamna Hartmann.

Angebot erweitern

Deutlich ausbauen wollen sie vor allem das kulinarische Programm. Neben Bratwürstchen, belegten Wurst-, Käse- und Fisch-Semmeln, gibt es Hamburger, Pizza und einen Leberkäse, der aus Österreich kommt. Die Backwaren stammen aus Ebersberg. „Punkten wollen wir mit unseren Suppen, die es ab November geben wird“, verspricht Aleksej Hartmann, der durch ein paar Jahre als Pächter einer Tankstelle Erfahrung gesammelt hat. Für die Suppen haben sie sich spezielle Pappbecher besorgt, damit die Suppe oder auch die selbst gemachte Currywurst-Soße problemlos mitgenommen werden können. „Natürlich kein Plastik, das geht doch heute nicht mehr. Jetzt suchen wir Ähnliches für den Kaffee zum Mitnehmen“, sagt Aleksej. Zügig soll noch das Salettl isoliert und renoviert werden für die kalte Jahreszeit. Täglich haben sie ab 7 Uhr bis „mindestens“ 22 Uhr geöffnet, am Wochenende erst ab 9 Uhr. „Jetzt können die Haarer wieder wie gewohnt ihren Kiosk ansteuern“, sagt Zhamna Hartmann.

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