Ab Mai soll das libanesische Lokal in der Bahnhofstraße eröffen. Zuvor befand sich dort die Postfiliale und eine Kunst-Galerie.
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Ab Mai soll das libanesische Lokal in der Bahnhofstraße eröffen. Zuvor befand sich dort die Postfiliale und eine Kunst-Galerie.

Vom Mieter aus Zeitung erfahren

Neues libanesisches Lokal: Wie lief das mit der Vermietung? SPD und Grüne haken nach

  • Bert Brosch
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Weil sie davon aus der Zeitung erfahren haben, hakten SPD und Grüne in Haar nun wegen der Vermietung eines Lokals nach. Der Bürgermeister stand Rede und Antwort.

Haar – Die Fraktionen von SPD und Grünen waren verärgert, aus der Zeitung zu erfahren, dass die ehemalige Post-Filiale in der Bahnhofstraße 3 bis Ende 2025 an ein libanesisches Lokal vermietet ist. Ausführlich beantwortete Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) dazu einen Fragenkatalog.

„Wir freuen uns auf das Lokal und wollen es auf keinen Fall verhindern“, sagte Peter Schießl (SPD). „Doch dass wir Details aus einem Zeitungsartikel erfahren, das hat uns geärgert. Uns geht es um Transparenz.“ Bukowski hatte im vergangenen Jahr nur mitgeteilt, dass er einen Nachmieter für das kommunale Gebäude, in dem einmal die Post war und sich zuletzt eine Galerie befand, gefunden habe. Erst aus der Zeitung hätten die Gemeinderäte kürzlich erfahren, dass Jihad Lamaa der neue Betreiber ist, die Gemeinde einiges investiert in den Umbau, der Mietvertrag bis Ende 2025 läuft und die Eröffnung im Mai sein soll. Lamaa betreibt bereits direkt neben dem Lokal einen Stoffladen und leitet beim TSV die Fußballabteilung. Besonders pikant: Er kandidierte bei der Kommunalwahl 2020 gemeinsam mit Bukowski auf der CSU-Liste für den Gemeinderat.

„Eine Ausschreibung gab es nicht“

Die SPD wollte daher unter anderem wissen, ob die Vermietung ausgeschrieben und der vorigen Mieterin, Gabriele Ende-Pichler, die Räume auch angeboten wurden. „Da gab es im vergangenen Herbst einige Missverständnisse, daraufhin hat Frau Ende-Pichler gekündigt“, sagte Bukowski. Daher habe man ihr die Räume auch nicht mehr angeboten. „Eine Ausschreibung gab es nicht, ich bin sehr froh, dass mein Bekannter Lamaa in dieses Haus während Corona einzieht.“ Laut dem Bürgermeister ist das Haus marode mit einer defekten Heizungsanlage. Weil im Obergeschoss obdachlose Mütter untergebracht sind, hätte die Gemeinde die Heizung sowieso erneuern müssen. Dies habe man getan, zudem Starkstrom verlegt, den Innenausbau, Küche, Sanitäranlagen und Mobiliar bezahle aber der Mieter. Die im Moment noch vorhanden drei Parkplätze vor dem Haus sollen zu 40 Imbiss-Plätzen umgebaut werden, innen entstehen weitere 35 Sitzplätze. „Es gibt hinter dem Haus genügend Parkplätze, da können wir auf die verzichten“, sagte Bukowski. Er sei froh über diese Lösung und will das Lokal auch nach 2025 in Haar halten. Das Lokal, so Bukowski, sei eine starke Aufwertung der Ortsmitte.

Ton van Lier (Grüne) sagte, er würde künftig gerne vom Bürgermeister und nicht aus der Presse erfahren, wenn etwas umgebaut oder verändert wird, „da reichen ja ein, zwei Sätze, ob das eine Bauvoranfrage ist, kurz vor der Entscheidung steht oder schon beschlossen wurde.“ Bukowski versprach, die Gemeinderäte über alle Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

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