Das neue Programm präsentierten: Gabriele Müller (l.), die Vorsitzende des Trägervereins, und VHS-Leiterin Lourdes Maria Ros de Andrés.
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Das neue Programm präsentierten: Gabriele Müller (l.), die Vorsitzende des Trägervereins, und VHS-Leiterin Lourdes Maria Ros de Andrés.

Fürs Herbstsemester bereits knapp 3000 Anmeldungen

Neustart in finanziell angespannten Zeiten: VHS Haar stellt Programm vor

  • Sabina Brosch
    VonSabina Brosch
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Mit neuester Technik und einem vollen Programm startet die VHS Haar ins Herbstsemester. Sorgen bereitet den Verantwortlichen allerdings die finanzielle Situation nach den Lockdowns.

Haar – Mit neuester Technik ausgestattet sieht sich die VHS Haar für das neue Semester gerüstet. Auch die Anmeldungszahlen stimmen positiv, dennoch trübt die finanzielle Lage, mehr Planungssicherheit ist der Wunsch.

„Wir brauchen einen Sockelbetrag, um die Gehälter der Angestellten der VHS zu bezahlen“, erläuterte die Geschäftsführerin, Lourdes María Ros de Andrés. Weniger Kursteilnehmer wirkten sich sofort auf die Geschäftszahlen aus. Einsparungen, wo irgend möglich, wurden gemacht und die Mitarbeiter in manchen Bereichen in Kurzarbeit geschickt. „Wir haben jedoch einen klaren, verfassungsmäßig verankerten Bildungsauftrag“, betonte die Vorsitzende des Trägervereins, Gabriele Müller, „und diesen Auftrag wollen und müssen wir auch mit Gründlichkeit nachkommen.“

VHS investiert trotz der Finanzlage

Trotz drei Lockdowns und immer noch nicht vorhersehbaren Auswirkungen der Pandemie, hat die VHS binnen kürzester Zeit mit der Kursumstellung von Präsenz- auf Hybrid- und Online-Unterricht reagiert. Mehr als die Hälfte aller Kurse bietet sie nun digital an. Um einen attraktiven und dynamischen Unterricht gestalten zu können, schaffte die Einrichtung neben großen Konferenzlautsprechern 360 Grad-Kameras an, die eine Interaktion zwischen Dozent und Teilnehmern ermöglichen. „Investitionen, die wir zum Teil aus unseren Rücklagen getätigt haben“, erklärte Ros. Finanzielle Unterstützung erhofft sie sich aus den Verhandlungen, die sie noch in diesem Monat mit dem Rathaus führen wird, „das uns stets mit großem Wohlwollen begegnet“, und welches mit den Institutionen und Vereinen über Kürzungen der freiwilligen Leistungen sprechen will. Zahlreiche Volkshochschulen, die nicht kommunal geführt sind, seien von Insolvenz bedroht, eine Chance für mehr Planungssicherheit für ihre VHS sehen Ros und Müller in einer Defizit- oder Verpflichtungserklärung. Mit Blick auf die VHS Ebersberg könnte eine Lösung auch sein, dass die Gehälter der Mitarbeiter vom Rathaus bezahlt werden.

Treffend steht das neue Programm unter dem Motto „Neustart“, ein zart aufkeimendes Pflänzchen ziert das Deckblatt des 144 Seiten dicken Programmhefts. „Das Schöne ist, die Teilnehmer kommen zu uns zurück“, so Ros. Bereits 1133 Rückmeldungen zu den Kursen liegen in der ersten Woche vor, 2877 Anmeldungen zu den 883 geplanten Kursen sind eingegangen. Ungebrochen sei die Nachfrage bei den Integrationskursen, Deutsch- und Einbürgerungstests, bis kommenden Januar ist diese Sparte voll ausgebucht. Bereichsleiterin Timea Göghova ist bemüht, mit Zusatzkursen die Anfragen zu bedienen. Die Bereiche Gesundheit, Beruf/IT, Gesellschaft, Sprachen, Kultur und junge VHS haben zahlreiche innovative Angebote in petto: Kurse speziell für Frauen, Sprachen lernen mit Musik, Kunst am Vormittag, Datenkompetenz per App, Online-Kochkurse zum am Herd Mitkochen, Intervall-Fasten oder Zumba Strong Nation. Eingebunden als Dozenten sind auch zahlreiche Gemeinderäte, die in der Reihe „VHS im Dialog“ referieren. Eine aus dem Rathaus kommende Reihe unter dem Motto „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ beschäftigt sich mit Kreislaufwirtschaft, Elektromobilität, Energiesparen oder dem Klimawandel. Highlight sind die neuntägige Gesundheitsreise und das Fest im Ökologiegarten (10. Oktober), das Natur und Kunst mit der Feier des 100. Geburtstags von Joseph Beuys zusammenbringt.

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