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Personal fehlt: Gemeinde schließt Hallenbäder für vier Wochen

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Von: Max Wochinger

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Vorübergehend geschlossen: Das Jagdfeld-Hallenbad in Haar macht von 23. Mai bis 19. Juni dicht.
Vorübergehend geschlossen: Das Jagdfeld-Hallenbad in Haar macht von 23. Mai bis 19. Juni dicht. © gemeinde haar

Wegen Personalmangels muss die Gemeinde Haar ihre Hallenbäder schließen. Die Schwimmer solle auf das Freibad ausweichen.

Haar – Die beiden Hallenbäder in Haar müssen vorübergehend geschlossen werden. Grund dafür sind fehlende Rettungsschwimmer, die nach zwei Jahren Coronavirus-Pandemie kaum noch verfügbar sind. Die Verwaltung suche „fieberhaft“ nach Saisonkräften, teilt das Rathaus in Haar mit.

Von 23. Mai bis einschließlich 19. Juni machen die Bäder St. Konrad und die Schwimmhalle am Jagdfeldring dicht. „Drei Stellen für Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer sind unbesetzt“, sagt Bäderleiter Sante Ciavarella. „Die vierwöchige Schließung ist daher unvermeidbar.“

Rettungsschwimmer haben offenbar andere Stellen gesucht

Hallenbadfans können zumindest auf das Freibad in Haar ausweichen, es bleibt offen. Allerdings mit reduzierten Öffnungszeiten: Das öffentliche Bad hat täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet – bei jedem Wetter, versichert die Gemeinde. Eigentlich öffnet das Freibad schon um 7 Uhr.

Doch selbst für die Einhaltung der regulären Öffnungszeiten im Freibad fehlt Personal. „Vor der Corona-Pandemie waren die Saisonkräfte leicht zu finden“, sagt Ute Dechent von der Gemeinde. Wegen der monatelangen Schließungen während der vergangenen zwei Pandemiejahre hätten sich die Rettungsschwimmer vermutlich eine andere Arbeitsstelle gesucht. Gewöhnlich schreibt die Kommune im ausgehenden Winter Stellen aus für zusätzliche Arbeitsplätze im Sommer. Meist seien es Menschen aus der Umgebung, die sich auf die Stellen bewerben; etwa Skilehrer mit Rettungsschwimmausbildung, die gezielt in den Sommermonaten in Bädern arbeiten möchten, so Dechent. Sie stehen offensichtlich nicht mehr zur Verfügung.

Neue Fachkräfte gesucht

Die Gemeindeverwaltung sucht deshalb neue Fachkräfte – auch auf ungewöhnlichen Wegen. Drei ausgebildete Rettungsschwimmer haben zumindest eine stundenweise Unterstützung angeboten, einer wurde bereits verpflichtet. Zudem hätten sich neun Abiturientinnen und Abiturienten aus dem Ernst-Mach-Gymnasium gemeldet, sie würden die Prüfung zum Rettungsschwimmer ablegen, meldet die Verwaltung. Die Wasserrettungsorganisation DLRG habe zugesagt, die praktische Ausbildung und die Prüfung zeitnah zu ermöglichen.

Bewerber müssen eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer vorweisen; die Gemeinde zahlt gut 15 Euro pro Stunde.

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