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Vision für die Südseite (r.) der Münchn er Straße: Ein Wohnturm gegenüber dem Acom-Hotel an der Stadtgrenze und eines an der Münchner Straße 24 könnten Höhenakzente setzen. 

Rahmenplanung für die Münchner Strasse/ B 304

Haar will in die Höhe wachsen

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Wohnungen für bis zu 1600 neue Einwohner, zwei Wohntürme inklusive, und ein großes Einkaufszentrum im Herzen Haars: Diese Vision für die Ortsentwicklung an der Südseite der B 304 hat die Mehrheit des Haarer Gemeinderats mit 12:7 Stimmen beschlossen. Nur die CSU stimmte dagegen.

Haar – „Hochpunkte“, „Höhenakzente“, „Orientierungspunkte“ – das Architekturbüro Goergens und Miklautz, das den rechtlich nicht verbindlichen Rahmenplan entworfen hat, war sehr kreativ bei der Suche nach Synonymen für den Begriff „Hochhaus“. Denn gegen Hochhäuser hat es in Haar vor vier Jahren einen Bürgerentscheid gegeben. Der ist zwar gescheitert, aber „Hochhaus“ ist ein Reizwort geblieben.

So stört sich die CSU-Fraktion denn auch an den zwei schlanken, 13-stöckigen Wohntürmen mit je 40 Metern Höhe, die vorgesehen sind in der Rahmenplanung, die den Haarern in einer Sonder-Bürgerversammlung vorgestellt und intensiv diskutiert worden ist (wir berichteten). „Unsere Welt ist nicht die der zusätzlichen Hochpunkte“, brachte es Fraktionssprecher Thomas Reichel buchstäblich auf den Punkt.

Entstehen könnten die Wohntürme, in denen laut Architekt Gerd Goergens zusammen maximal 72 Zwei-Zimmer-Wohnungen Platz finden, am Ortsbeginn an der Ecke Münchner-Straße/Hans-Pinsel-Straße gegenüber dem Acom-Hotel und auf dem Quinz-Gelände an der Münchner Straße 24, Ecke Jagdfeldring, nur eine Kreuzung entfernt vom Jagdfeldzentrum mit seinem 60 Meter hohen, prägnanten Turm. Das mit den 72 Wohnungen nannte Goergens als Gegenargument für die Befürchtungen der CSU, die Verkehrsbelastung werde noch größer, wenn man die Potenziale an der Südseite der Münchner Straße (B 304) hebe, und deshalb sei noch vor der Grundsatzentscheidung ein umfassendes Verkehrsgutachten nötig.

Das Verkehrsgutachten werde dem Gemeinderat im Januar vorgestellt, erinnerte Mike Seckinger (Grüne). Und Thomas Fäth (SPD) erklärte diesmal, was sonst sein Fraktionschef Alexander Zill immer betont: „Mit der Rahmenplanung schaffen wir ja kein zusätzliches Baurecht. Wir ordnen das Ganze, wir gestalten.“ Und dafür sei die Rahmenplanung das ideale Instrument, sagte Bürgermeisterin Gabriele Müller.

Im ehemaligen Bürohaus auf dem Quinz-Gelände, auf dem einer der Wohntürme emporwachsen soll, ist seit Mitte 2015 ein Handwerker-Wohnheim untergebracht. Der Gemeinderat Haar hat die Genehmigung dafür gleich nach dem Grundsatzbeschluss zur Rahmenplanung noch einmal bis zum 1. Juni 2019 verlängert. Was nicht heißt, dass nicht schon früher ein Bauantrag für ein Hochhaus auf dem Grundstück eingereicht wird. An Hochhaus-Plänen an der Münchner Straße 24 hatte sich schon vor vier Jahren der Grundsatzstreit samt Bürgerentscheid entzündet.

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