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Was wird aus Haar? Diese Frage stellt der CSU-Bürgermeisterkandidat Andreas Bukowski (r.) in den Fokus.

Bürgermeisterkandidat präsentiert Wahlprogramm

Wohnbau-Bremse und Co.: Das sind die drei zentralen Wahlkampf-Themen der CSU

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Die CSU Haar setzt im Wahlkampf auf drei thematische Pfeiler. Beim Wohnungsbau etwa will der Ortsverband kräftig auf die Bremse treten. Als Vorbild dient Erding.

Haar – Vor zwei Wochen präsentierte die SPD ihre Vorschläge für Haars Zukunft, nun war es die CSU im Seniorenstüberl vor 25 Interessenten. Bürgermeister-Kandidat Die Christsozialen um Bürgermeisterkandidat Andreas Bukowski setzten: weniger Wohnungen, professionelle Wirtschaftsförderung für mehr Gewerbe und „echte Bürgerbeteiligung“.

Wohnen

„Seit vielen Jahren hören wir, die Gemeinde müsse mehr Wohnungen bauen – aber für wen bauen wir denn?“, fragte Bukowski in die Runde, der mit mit den Gemeinderäten Alois Rath, Thomas Reichel und Gerlinde Stießberger im Detail auf CSU-Vorschläge einging. „Doch nicht für die Haarer, sondern für Münchner oder Menschen, die von außerhalb zuziehen.“ Die CSU will beim Wohnungsbau daher kräftig auf die Bremse treten. Bukowski: „Unser Vorbild muss Erding sein, hier hat man vor Jahren ein jährliches Wachstum der Bevölkerung von einem Prozent beschlossen – das klappt wunderbar.“ Bürgermeisterin Müller und die Mehrheit des Gemeinderats wollten hingegen mit den neuen Wohngebieten im Jugendstilpark, in Eglfing und an der B 304, dass Haar rasch um mehrere Tausend Bürger wachse. Das mache die CSU nicht mit. „Auch die oft propagierte Nachverdichtung von innen heraus lehnen wir ab“, betonte der CSU-Bürgermeisterkaniddat. Ein Paradebeispiel „für diese verfehlte Politik“ sei „die Monsterschule am Jagdfeldring“: Dort entstehe die größte Grundschule Oberbayerns, bei der nicht mal mehr Platz für einen Schulhof sei. „Der muss aufs Dach“, sagte Bukowski. Auch Bauen in die Höhe hält die CSU für falsch, „denn für so viele Menschen ist keine Infrastruktur da“.

Bürgerbeteiligung

Der zweite Aspekt, der der CSU am Herzen liegt, ist eine „echte Bürgerbeteiligung“, womit man Anfang dieses Jahres mit Workshops gestartet habe. Für Bukowski sieht die „Beteiligung“ Bürgermeisterin so aus: Das Ergebnis stehe schon am Anfang fest, der Bürger dürfe nur noch Kommentare abgeben. Das sei bei zig Projekten so gewesen. Exemplarisch nannte Bukowski die den neuen Gewerbegebiete an der Blumenstraße, am Baseballfeld und an der Leibstraße. Er hingegen stellt sich zum einen Bürger-Apps vor, mit denen jeder, der nicht zu Veranstaltungen kommen kann, ausführlich vorab informiert werde. Dazu große Workshops, „da gibt man nur das Thema vor, dann geben die Bürger ihre Ideen und Vorschläge ab. Das Ergebnis kann natürlich überraschend sein, aber die Bürger waren dann echt beteiligt.“

Gewerbe

Dritter wichtiger Punkt für die CSU ist das Thema Gewerbesteuer. Durch den Wegzug von MSD, das noch ein Drittel der Steuer bezahlt sowie von Panasonic samt Steuer-Rückzahlung, befänden sich die Haarer Einnahmen in einer gewaltigen Schieflage. „Da brauchen wir nicht wie jetzt eine Alibi-Stelle von Bürgermeisterin plus einem Mitarbeiter, sondern einen professionellen Wirtschaftsförderer, der Gewerbe anlockt, überall aktiv ist“, forderte Bukowski. Es gebe mehrere Tausend Quadratmeter Gewerbe-Leerstände, die müssten zuerst gefüllt werden vor einer Neuausweisung. Er lehne daher die drei geplanten neuen Gewerbegebwiete ab, „nur im äußersten Notfall, wenn es nicht anders geht. Denn“, so betonte Bukowski, „wir alle fühlen uns in Haar wohl und das soll auch so bleiben. Wir wollen nicht sparen oder kürzen, aber die Gewerbesteuer deutlich steigern.“

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Den Bürgern brannte vor allem die Jagdfeld-Grundschule auf den Nägeln. „Wenn wir das gewusst hätten, was da auf uns zukommt, hätten wir massiv protestiert. Aber wir wurden ja gar nicht richtig informiert“, schimpfte eine ältere Dame. „Der große Hammer“, sagte Alois Rath, komme erst noch, wenn die Neueinteilung der Schulsprengel bekannt gegeben werde. Demnach müssen alle Kinder aus Gronsdorf, Salmdorf und Eglfing in diese Schule. „Das passiert leider erst nach der Kommunalwahl“, bedauerte Rath.

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