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Der Nachwuchs probt mit schwerem Gerät: Dennis, vier Jahre alt, versucht sich schon mal am Rettungsspreizer – vorerst noch mit Unterstützung vom Profi.

Feuerwehr, Polizei und THW zeigen, was sie können

Tag der offenen Tür in Haar: Lebensretter zum Anfassen

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Es wuselte an allen Ecken auf dem Gelände von Feuerwehr und THW an der Haarer Vockestraße: Rund 1000 Besucher nutzten den Tag der Offenen Tür zum Zuschauen und auch Mitmachen. Vor allem die Jugend zeigte großes Interesse an der Ausbildung.

Haar – Stolz zog der dreijährige Jonas mit seinem Polizei-Anstecker von dannen. Gut zehn Minuten hat er geduldig gewartet, bis er von Polizist Stephan Jochim sein Abzeichen erhielt, auf dem eine Comicfigur mit grüner Dienstmütze und sein Name stand. „Deutschland hat keine Nachwuchssorgen“, versicher Jochim von der Haarer Polizei – vier Stunden lang presste er rund 200 Buttons.

Es war einiges los auf dem Gelände.

Ähnlich sah es an den Mitmach-Stationen bei Feuerwehr und THW aus. „Dieser Tag ist für uns immens wichtig“, betonte Feuerwehrkommandant Arne Seifert. „Er ist nicht nur Leistungsschau, sondern nach dem Tag steigt die Kurve der Jugendlichen, die Interesse an einer Ausbildung haben, deutlich an.“

Die 100 Kinder-Plastik-Feuerwehrhelme waren im Nu verkauft, Luftballons gab es bereits nach zwei Stunden nicht mehr. Viele der Kinder saßen dann auch gleich wie die echten Wehrler mit ihrem Helm in einem der beiden Oldtimer-Fahrzeuge, und ließen sich um das Gelände chauffieren, „gut 35 Runden habe ich da heute schon zusammengebracht“, sagt Fahrer Michael, der das Drehleiter-Fahrzeug kutschierte. „Ohne Servolenkung, da Baujahr 1972, das ist anstrengend.“

Die Feuerwehr zeigte ihr Können.

60 Feuerwehrfrauen und -männer waren „im Einsatz“ an den verschiedenen Stationen, trotz langer Schlangen warteten die Kinder geduldig, bis sie einmal mit einem Rettungsspreizer an einem Unfall-PKW der Stoßstange zu Leibe rücken durften, mit der Spritze einen kleinen Brandherd löschen konnten oder auch einem der Rettungshunde über das Fell streichen konnten. Die Vierbeiner beeindruckten Groß und Klein mit ihrem Mut beim Überqueren von Leitern oder wackligen Brettern. Auf Kommando von Frauchen oder Herrchen rutschten und sausten sie durch Tunnel und spürten Personen auf.

Australian Shepherd Aika wird von Gerd Schmitz zum Rettungshund ausgebildet.

Feuerwehr und THW haben sich mächtig ins Zeug gelegt. „Wir wollen zeigen, dass wir sehr gut ausgebildet sind und wissen, was wir tun“, sagt Feuerwehrvorstand Ludwig Kaltenberger.

„Wir sind der Abenteuerspielplatz für Erwachsene, Nachwuchs haben wir genügend“, gab sich der Ausbildungsbeauftragte des THW, Günter Schopper, optimistisch. Dort mussten sie das Eintrittsalter von zehn auf zwölf Jahre anheben, denn mit derzeit 35 Junghelfern, „sind wir derzeit voll.“ Da mit Unwettern und auch Hochwasser mittlerweile regelmäßig zu rechnen sei, „ist die Jugend wichtig, denn das THW ist bei derartigen Einsätzen stets gefordert.“

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