Die Heranwachsenden hatten alle mit einem negativen Testergebnis die Reise angetreten. Zwei von ihnen waren da aber schon mit dem Corona-Virus infiziert. Mittlerweile gibt es 25 positive Fälle.
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Auf Corona kann man sich im Haarer Bürgerhaus testen lassen.

Coronavirus

Trotz SPD-Beschwerde: Teststation-Betreiber darf Bürgerhaus weiterhin kostenfrei nutzen

  • Max Wochinger
    VonMax Wochinger
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Der Betreiber der Teststation im Haarer Bürgerhaus muss auch weiterhin keine Miete zahlen. Das entschied der Bauausschuss. Die SPD-Schelte für Bürgermeister Bukowski lief ins Leere.

Haar – Kopfschütteln, laute Stimmen, blank liegende Nerven: Am Dienstag stritten Mitglieder des Haarer Hauptausschusses um die kostenlose Überlassung des Bürgerhauses für ein Testzentrum. SPD-Gemeinderat Peter Paul Gantzer hatte zuvor Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) beim Landratsamt angeschwärzt. Nun ist das Thema vom Tisch: Der Ausschuss hat offiziell einer kostenlosen Nutzung zugestimmt.

Bukowski hatte die Teststation am 30. März 2021 in die Gemeinde geholt. Betreiber ist die Firma „Biotech & Capital Consulting“. „Die Testkapazität sollte massive ausgebreitet werden“, sagt Bukowski am Dienstagabend. Der neue Betreiber bekam das Bürgerhaus kostenlos zur Verfügung, dafür sollten keine Kosten für die Gemeinde entstehen. Die Überlassung des Bürgerhauses ist bis 30. September geplant, gut 9900 Euro an Mieteinnahmen entgehen Haar.

Bürgermeister weist Verfehlungen von sich

Teurer ist der Kommune hingegen ein eigenes Testzentrum gekommen: Noch am Ende ihrer Amtszeit im vergangenen Jahr hatte die damalige Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) eine Teststation im Poststadl aufgebaut. 28 000 Euro für fünf Monate habe die Teststation die Gemeinde gekostet, sagte Amts-Nachfolger Bukowski.

„Eine richtige Entscheidung“, betonte er. Mit der neuen Station sei aber eine Lösung gefunden worden, die kostenlos für Haar war. Verfehlungen wies Bukowski in der Sitzung von sich.

„Jetzt mäßigen Sie sich.“

Der Sozialdemokrat Gantzer legte vergangene Woche Beschwerde über die Amtsführung von Bukowski ein. In der Sitzung wiederholte der ehemalige Notar Gantzer seine Vorwürfe: „Der Bürgermeister hat gegen die Geschäftsordnung verstoßen.“

Im Hauptausschuss flogen kurzzeitig die Fetzen. Bukowski mahnte Gantzer: „Jetzt mäßigen Sie sich.“ Der SPD-Gemeinderate entgegnete: „Reißen Sie sich zusammen.“ Sogar eine Hand voll Bürger waren gekommen - wohl in der Hoffnung, eine dramatische Sitzung zu erleben.

Im Hauptausschuss standen Gantzer und zwei weitere SPD-Räte allein auf weiter Flur. Alle anderen Gemeinderäte stimmten für die nachträgliche, kostenlose Überlassung des Bürgerhauses. Für eine Nutzung der Räume nach dem 30. September muss der Betreiber aber Miete bezahlen.

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