Der überdachte Übergang verbindet die beiden Hinterausgänge des Rathauses (links) und des ehemaligen Maria-Stadler-Hauses (rechts).
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Der überdachte Übergang verbindet die beiden Hinterausgänge des Rathauses (links) und des ehemaligen Maria-Stadler-Hauses (rechts). (Simulation)

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Trockenen Fußes durch den Rathausgarten: Überdachte Verbindung geplant

Das Rathaus und das ehemalige Maria-Stadler-Haus in Haar sollen mit einem überdachten Weg verbunden werden. An sich eine „tolle“ Idee, befand der Gemeinderat, aber ziemlich teuer.

Haar – Wenn in das alte Maria-Stadler-Haus das Technische Rathaus zieht, sollen Angestellte und Gäste zwischen ihm und dem nahen Rathaus direkt, barrierefrei, oberirdisch und überdacht durch den Garten gehen können. Der Bauausschuss bejahte gegen zwei SPD-Stimmen den Entwurf des städtebaulichen Beraters Gert Goergens für einen überdachten Weg sowie dessen weitere Beauftragung. Der ehemalige Speisesaal soll doch kein kleiner Sitzungssaal werden, sondern ein Foyer für Ausstellungen und Veranstaltungen. Allerdings muss das Architekturbüro G+M noch zeigen, wie sich die geschätzten zusätzlichen Baukosten von 300 000 Euro samt Außenanlagen und Kostenpuffer auf 200 00 Euro drücken lassen (jeweils brutto).

Der Umbau des alten Maria-Stadler-Hauses war bisher auf elf Millionen Euro angesetzt. Es kämen nun auch noch 300 000 Euro Ausstattung hinzu. Laut Gert Goergens war die größte Herausforderung, dass der Weg den „lockeren und heiteren Charakter“ des Rathausgartens aufgreift, den er durchschneidet. Herausgekommen ist im Entwurf ein Weg, der die jeweils vorgewölbten Hinterausgänge von Rathaus und altem Maria-Stadler-Haus in S-Form miteinander verbindet und den vorhandenen Weg zwischen den Gebäuden schräg kreuzt. Ein begrüntes Holzfurnier-Dach wird getragen von schmalen Doppelstützen. In der Deckenmitte ist eine LED-Beleuchtung vorgesehen. Das Ganze barrierefrei mit einer Rampe – das Maria-Stadler-Haus liegt einen halben Meter tiefer.

Die billigste Lösung? „20 Regenschirme!“

CSU-Fraktionschef Dietrich Keymer fasste zusammen: In fast allen Fraktionen gebe es „erhebliches Unbehagen“ wegen der Kosten. Peter Paul Gantzer (SPD) fand wie alle anderen Redner den Entwurf zwar „toll“, aber angesichts der finanziell fordernden Pandemie einen „Luxus“. Es sei fraglich, wie oft Rathausmitarbeiter den Weg tatsächlich nutzten – den Gedanken brachte auch Keymer an. Bisher müssen sie außen herumgehen oder die Tiefgarage nutzen – beides nicht barrierefrei.

Die billigste Lösung, witzelte Gantzer, seien 20 Regenschirme. Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) fand den Witz „weniger mitarbeiterorientiert“. Nach Bukowskis Einschätzung würde ohne einen Weg ein Trampelpfad entstehen. Ulrich Leiner (Grüne) verteidigte ebenfalls den Zweck: Jede Verbindung, die die informelle Kommunikation im Rathaus fördere, sei zu begrüßen. Peter Schießl (SPD) stieß sich daran, dass der ehemalige Speisesaal des alten Maria-Stadler-Hauses neuerdings doch kein Sitzungssaal werden soll, weil der vorhandene im Rathaus plötzlich genügt, sondern ein Eingangsfoyer für Ausstellungen und Veranstaltungen. Er fürchtet, dass dann ein Rückbau zur ursprünglichen Nutzung als Seniorenwohnungen „nicht mehr möglich“ sei. Gemeinschaftliches Seniorenwohnen – das ist ein Teil des Konzeptes für das Haus, das der Rat im April beschlossen hatte.

Die anderen Säulen waren die Auslagerung der Bauabteilungen sowie ein Wohnheim für Pfleger und Erzieherinnen. Der Beschluss fiel gegen die Stimmen der SPD-Rätinnen Katharina Dworzak und Traudl Vater.

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