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42 Meter wird das Hochhaus hoch.

Antrag, um den Bau zu verhindern, wurde abgelehnt

Trotz CSU-Widerstand: Haarer Hochhaus genehmigt

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Der Widerstand der CSU war zwecklos: Der Haarer Gemeinderat hat den Bau des Hochhauses an der Münchner Straße mehrheitlich abgesegnet. 

Haar – Nach acht Jahren Planung, einem mangels ausreichender Beteiligung gescheiterten Bürgerentscheid und bis zum Schluss entschlossenem Widerstand der CSU ist es durch: In Haar wird ein 42 Meter hoher Wohnturm gebaut, als prägendes Element eines neuen Quartiers mit 123 Wohnungen und acht Läden auf den Grundstücken Münchner Straße (B 304) 24 sowie Hans-Stießberger-Straße 11 und 11a. So hat das der Gemeinderat mit 12:9 Stimmen beschlossen. Nur die CSU stimmte dagegen. Vier Gemeinderäte fehlten, darunter einer von der CSU.

Die CSU hatte versucht, die Entscheidung noch aufzuhalten; mit einem Antrag, erst zu prüfen, ob eine vertikale Begrünung des Hochhauses möglich und dem Investor wirtschaftlich zumutbar sei; als „Anpassung des Gebäudes an den sich abzeichnenden Klimawandel“. Wäre im Prinzip schön – aber im konkreten Fall zu aufwendig, zu teuer – und die CSU sei zu spät dran mit diesem Vorschlag, sagte Architekt Gert Goergens. Das würde die ganze Planung über den Haufen werfen.

Vorschlag zur Begrünung des Turms abgelehnt

Der Entwurf von Städteplaner Goergens sieht an der Ecke Münchner Straße/ Jagdfeldring einen Wohnturm vor und drei Riegelbauten; je einer parallel zur Münchner Straße und zum Jagdfeldring, der dritte entlang dem Orterer-Grundstück. Zur Hans-Stießberger- Straße hin, also im Süden, bleibt die Fläche offen, sodass ein lichter Innenhof entsteht. 40 Prozent der Wohnungen sollen verkauft werden, 60 Prozent vermietet. Über 16 Wohnungen kann die Gemeinde Haar verfügen, die dort das Konzept der „sozial gerechten Bodennutzung“ (SOBON) durchsetzen wird und die insgesamt 1247 Quadratmeter günstig vermieten kann.

Werner Kozlik (Grüne) hätte dem CSU-Antrag auf Begrünung etwas abgewinnen können – aber nicht zu diesem späten Zeitpunkt. Traudl Vaterl (SPD) kritisierte den Antrag als „heuchlerisch“. Der CSU gehe es nicht um Ökologie, sondern um Verhinderung. Was Fraktionschef Dietrich Keymer empört zurückwies. Bettina Endriß-Herz (CSU) beklagte, es gebe in Haar einen „Abholzwahn“. „Wir sollten nicht immer nur Klotzhäuser bauen.“ Der CSU war das Projekt von Anfang an zu massiv, zu hoch und zu wenig grün. Die CSU treibe „die Sorge um die städtebauliche Entwicklung unserer Gemeinde“, hatte Keymer auch dem Bauherrn erwidert, der KM Wohnbau aus Haar, hinter der Familie Fischer steht. Die hatten sich am Tag vor der Sitzung in einem offenen Brief gegen den Antrag der CSU gewandt. Mit der Bitte, den Widerstand gegen das Projekt, das der Gemeinde viele Vorteile bringe, zu überdenken.

123 ohne zusätzliche Bodenversiegelung

Zum Thema Ökologie und Grünflächen hatte Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) in der Sitzung noch einmal betont, dass die 123 Wohnungen entstehen, ohne dass ein einziger Quadratmeter Fläche zusätzlich versiegelt werde. Im Gegenteil: Durch den Neubau steige der Anteil der begrünten Fläche auf dem Grundstück von derzeit 27 auf 59 Prozent und die Zahl der Bäume von 16 auf 41.

Auf die Idee mit dem begrünten Hochhaus, könne die CSU gerne zurückkommen, sagte die Bürgermeisterin. Die Rahmenplanung an der Südseite der Münchner Straße sieht nämlich einen weiteren 42 Meter hohen Turm vor. Am Ortsrand zu München, gegenüber dem Acom-Hotel.

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