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Der Bläuing, das Markenzeichen Haars. Stolz präsentieren Umweltreferent Andreas Nemetz und Bürgermeisterin Gabriele Müller den Titel „Stadtgrün naturnah“. 

„Wir sind sozusagen ein Vorreiter“

Als einzige Gemeinde Bayerns: Mit diesem Label darf sich Haar schmücken

  • Laura Forster
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Für ihre jahrzehntelange Umweltpolitik ist die Gemeinde Haar nun mit einem Titel bedacht worden. Als einziges Kommune in Bayern trägt sie ein besonderes Label.

Haar – Als einzige Gemeinde Bayerns darf sich Haar mit dem Label „StadtGrün naturnah“ schmücken. 13 weitere Kommunen Deutschlands verlieh das Umweltministerium den Titel. Die jahrzehntelange Umweltpolitik der Gemeinde hat sich ausgezahlt. Für die großflächige Anlegung von Magerrasenfeldern, den Bau des Naturschaugartens und die Wiedereingliederung von heimischen Tieren bekam Haar das Label.

„Die Bürger geben uns auf den sozialen Plattformen tolles Feedback“, sagt Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) mit einem Lächeln. Das war nicht immer so. Schon seit den Neunzigern setzt sich die Gemeinde für biologische Vielfalt ein. „Wir sind sozusagen ein Vorreiter“, sagt Müller. Sie kann sich noch gut erinnern, dass am Anfang der Umgestaltungsphase schwere Überzeugungsarbeit bei den Bürgen nötig war. „Auf den Grünstreifen waren statt der gewohnten Rosen plötzlich nur braune Stellen mit versteckten Samen“, sagt Müller. Das fand mancher nicht so hübsch. Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. „Es kommen Bürger ins Rathaus und geben Vorschläge ab, wie man die Gemeinde noch umweltfreundlicher und grüner gestalten kann“, sagt Müller. Sie sei stolz, dass die Haarer selbst aktiv werden.

Umweltpreis: Seit einem Jahr auf dem Prüfstand

„Seit einem Jahr sind die Vertreter des Labels immer wieder in der Gemeinde, um sich einen Überblick zu unseren Projekten zu verschaffen“, sagt Umweltreferent Andreas Nemetz. Sein Lieblingsplatz in Haar sei der Naturschaugarten am Wertstoffhof. „Das ist ein einziges Blütenmeer und sehr vielschichtig. Es gibt Eidechsen, Libellen und vor allem den seltenen Bläuling“, sagt Nemetz. Diesen besonderen Schmetterling hat sich die Gemeinde zum Markenzeichen gemacht. Am liebsten fliegt der Bläuling durch die vielen Magerrasenflächen Haars.

„Außerdem sind wir gerade dabei die 100 Wildbienenarten, die in unserer Gemeinde leben, zu benennen und kategorisieren“, sagt Nemetz. Immer in Bewegung bleiben sei wichtig beim Thema Artenvielfalt und Naturschutz. Das sehen jetzt auch andere Gemeinden im Umkreis. „Wir bekommen viele Anfragen zu Vorträgen und Führungen“, sagt Nemetz. Mit ihrer langjährigen Erfahrung will die Kommune anderen helfen.

Das Label „StadtGrün naturnah“ trägt die Gemeinde für die nächsten drei Jahre. „Danach wollen wir uns auf jeden Fall nochmal bewerben“, sagt Gabriele Müller.

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