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Praktisch, aber laut: Bestimmungen für den Einsatz von Laubbläsern können Kommunen laut Bundesumweltministerium festlegen.

Antrag von SPD, Grüne und FW

Koalition gegen die Krachmacher: Werden Laubbläsern verboten?

Ein Fraktionsbündnis aus SPD, Grüne und Freie Wähler will den Einsatz von Laubbläsern in Haar verbieten. Auch in Aschheim schlägt das Thema im Gemeinderat auf.

Haar – Schluss mit dem Dauer-Dröhnen: Mit einem gemeinsamen Antrag wollen die Fraktionen von SPD, Grünen und Freier Wählergemeinschaft den Einsatz von Laubbläsern in Haar verbieten. „Laubbläser sind laut, sie stinken, sind klimaschädlich, schaden der Biodiversität und der Qualität der Böden - und sie töten Tiere!“, heißt es zur Begründung.

„Ich gehe davon aus, dass dem Antrag auch im Gemeinderat zugestimmt wird“, gibt sich Grünen-Sprecher Mike Seckinger optimistisch. Mit gutem Grund: Die drei Fraktionen, die hinter dem Antrag stehen, verfügen gemeinsam über die Mehrheit im Gremium. Doch selbst die wird für ein Rundum-Verbot wohl nicht reichen.

SPD: Benutzungszeiten einschränken

SPD-Fraktionssprecher Alexander Zill beklagt: „In Deutschland darf jeder auf seinem Grundstück allerlei Unfug veranstalten, solange die Ruhezeiten eingehalten werden.“ Aber zumindest könne die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen und selbst auf den Laubbläser-Einsatz verzichten, so Zill. Sollte ein Komplett-Verbot tatsächlich nicht möglich sein, soll der Gemeinderat zumindest beschließen, die Benutzungszeiten stark einzuschränken und den Einsatz nur werktags am späten Vormittag und am Nachmittag für jeweils eine Stunde zu erlauben.

Parallel zur politischen Initiative hat der Haarer Sven Runge eine Online-Petition gestartet. Seine Meinung: „Natürlich rettet ein Verbot von Laubbläsern nicht die Welt, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ Die Menschheit brauche nicht immer neue Erfindungen, um das Leben angenehmer zu machen.

Verbot rechtlich nicht möglicht, aber...

Ein SPD-Antrag zum Verbot von Laubsaugern wird bereits morgen in Aschheim beraten. Der Abstimmungsausgang ist offen, denn die Sozialdemokraten verfügen dort nur über fünf von 21 Mandate im Gemeinderat.

Laubbläser fallen, ähnlich wie etwa Rasenmäher oder Kettensägen, laut Bundesumweltministerium (BMU) unter die Geräte und Maschinenlärmschutzverordnung. Ihr Gebrauch unterliegt besonderen Auflagen und Regeln –wie eben die Einhaltung von Ruhezeiten. „Ein Verbot von Laubbläsern ist aus europa- und wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht möglich“, heißt es auf der BMU-Homepage. Konkrete Bestimmungen können Länder und Kommunen aber selbst festlegen. Eine Mini-Chance für die Anti-Lärm-Koalition in Haar.

VON NICO RADING

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