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Den Charme des alten Hauses an der Zunftstraße schätzen viele Haarer. Doch der Besitzer will die alte Villa jetzt abreißen und zwei neue Häuser bauen.

Abriss besiegelt

Das Ende des „Schlösschens von Unterhaar“

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Baurecht bricht Baumrecht und Ober sticht Unter. Eine Kombination dieser beiden Grundsätze führt zum Abriss des „Schlösschens von Unterhaar“. Der Besitzer darf die alte Villa an der Zunftstraße abreißen und auf dem Grundstück zwei neue Häuser bauen.

Haar – Baurecht bricht Baumrecht und Ober sticht Unter. Eine Kombination dieser beiden Grundsätze führt zum Abriss des „Schlösschens von Unterhaar“. Der Besitzer darf die alte Villa an der Zunftstraße abreißen und auf dem Grundstück zwei neue Häuser bauen.

Der Bauausschuss des Gemeinderats Haar hatte im März 2018 noch versucht, sich quer zu stellen und als Argument den Baumschutz ins Feld geführt. Das Landratsamt als übergeordnete Behörde hat dem Bauherrn aber jetzt Recht gegeben. Seine Pläne sind bauplanungsrechtlich zulässig und damit genehmigungsfähig, und die Gemeinde möge pflichtgemäß ihr Einverständnis geben. Sonst werde das Landratsamt das über deren Kopf hinweg erledigen. Immerhin hat die Gemeinde erreicht, dass der Bauherr seine Pläne so weit geändert hat, dass eine Hainbuche erhalten und ein Ahorn geschützt wird. Auch die Dreiergruppe an der südlichen Grundstückszufahrt bleibt erhalten. So hat der Bauausschuss jetzt, zehn Monate später, doch noch sein Einverständnis gegeben.

Sogar Horst Wiedemann. Wenn auch nur „unter Protest“, wie der altgediente SPD-Gemeinderat sagte. Mit dem Zusatz: „Ich möchte mein Missfallen ausdrücken darüber, dass dieses Haus abgerissen wird.“ Horst Wiedemann gehört zu den Haarern, und das sind nicht wenige, die den Charme des Hauses zu schätzen wissen, das der Volksmund deshalb zum „Schlösschen von Unterhaar“ geadelt hat.

Das Haus, das in einem verwilderten Garten steht, ist im späten 19. Jahrhundert erbaut und war einmal ein Schmuckstück. Einige der Liebhaber sitzen offensichtlich im Haarer Bauausschuss und haben den Antrag des Besitzers, das „Schlösschen“ abzureißen und stattdessen ein Doppel- und ein Einfamilienhaus hinzustellen, mit Wehmut zur Kenntnis genommen. Und zunächst hatte das Gremium einstimmig seine Zustimmung versagt. Weil der Besitzer gleich mitbeantragt hatte, alle Bäume zu fällen. Das hat die Gemeinde jetzt verhindert. Insofern habe man rausgeholt, was zu erreichen war, sagt CSU-Fraktionssprecher Dietrich Keymer, und sein SPD-Gegenpart Alexander Zill war mit ihm mal einer Meinung: „Es hätte weitaus schlimmer kommen können.“

Das alte Haus, das unbestritten ziemlich vernachlässigt worden ist, hat eine Grundfläche von 102 Quadratmetern. Der Bauherr plant nach dem Abriss ein Doppelhaus mit 144 Quadratmetern Grundfläche, zwei Stockwerke plus ausgebautes Dachgeschoss unter einem Walmdach; sowie ein Einfamilienhaus mit gut 92 Quadratmetern Grundfläche, zwei Stockwerke plus bislang noch nicht zum Ausbau vorgesehener Spitzboden unter einem Satteldach. Es wird also mehr Wohnraum entstehen. Und das Grundstück wird dichter bebaut, wie in der Nachbarschaft schon geschehen.

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