„Die technische Ausstattung ist echt ein Luxus“: Laura, Yannik (M.) und David gehen gerne an die FOS Haar.
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„Die technische Ausstattung ist echt ein Luxus“: Laura, Yannik (M.) und David gehen gerne an die FOS Haar.

„Wir sind extrem gewachsen“

Vorzeigeschule ohne echte Heimat: FOS bräuchte eigenes Gebäude

  • Laura May
    VonLaura May
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Die FOS in Haar ist jung, technisch gut ausgestattet, bräuchte aber dringend ein eigenes Schulgebäude. Derzeit ist sie in einem Bürokomplex untergebracht. Ein Besuch.

Haar – Die vier Fotos vom Lehrerkollegium im Büro der Schulleiterin Nicola Tauscher-Meric zeigen das rasante Wachstum der FOS in Haar. Auf dem ersten Bild aus dem Gründungsjahr 2018 lächeln nur zwölf Lehrkräfte in die Kamera, in den folgenden zwei Jahren werden es immer mehr – heute sind es so viele, dass sie kaum mehr gemeinsam auf das Foto passen.

„Wir sind extrem gewachsen“, sagt Tauscher-Meric, „allein dieses Jahr haben wir 32 neue Lehrkräfte dazubekommen.“ Insgesamt sind es inzwischen 71 Lehrer, die rund 900 Schülern eine Fachhochschulreife oder Hochschulreife ermöglichen – begonnen hat die Bildungseinrichtung vor vier Jahren mit nur 195 Jugendlichen. Die Schule an der Hans-Pinsel-Straße 10a ist jung, dynamisch und technisch gut ausgestattet – nur ein richtiges Schulgebäude fehlt der FOS. „Eigentlich arbeiten wir auch an der Idee einer BOS, etwa für den Gesundheitsbereich“, erzählt die Schulleiterin, „aber das macht erst mit einem neuen Schulgebäude Sinn.“

„Wir versuchen einfach das Beste draus zu machen“

„Wir sind extrem gewachsen“, sagt Schulleiterin Nicola Tauscher-Meric.

Momentan kommt die FOS auf drei Stockwerken einer Immobilie unter, die eigentlich für Büros gedacht war. Vor allem eine Turnhalle fehle der Schule und manche Firmen in dem Gebäude fühlten sich immer wieder von den Schülern gestört. „Wir versuchen einfach das Beste draus zu machen“, sagt Tauscher-Meric. Sie hofft aber schon, dass sich an der Situation bald etwas ändert, denn wenn die Schule weiter so stark wächst, sei das Gebäude einfach nicht mehr ausreichend. Die Schulleiterin appelliert an die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis, schnellstmöglich ein Konzept aufzustellen. Im Gespräch ist schon länger ein Neubau an der Nordseite des Bahnhofs Gronsdorf, doch das „ist momentan noch nicht entschieden, die Planung ist ins Stocken geraten“.

Dennoch betont die 49-Jährige die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis München, dem sie vor allem die gute technische Ausstattung zu verdanken hat, durch die sie von Tag eins der Pandemie perfekt für den Onlineunterricht ausgestattet waren. „Es war Gold wert, dass wir von Anfang an Office, Tablets und Teams hatten. Das wurde alles vom Landkreis finanziert“, sagt Tauscher-Meric. „Die technische Ausstattung ist echt ein Luxus“, findet auch Yannick (19) aus Oberpframmern im Landkreis Ebersberg, der nach seinem Abschluss hier auf der FOS voraussichtlich Physik studieren will. Genau wie seine Mitschülerin Laura (18) fährt er jeden Tag mit Bus und S-Bahn aus Oberpframmern nach Haar. „Ich hatte die Wahl zwischen Wasserburg und Haar“, sagt Laura. „Ich bin nach der Realschule hier auf die FOS gekommen, damit ich danach einmal Grundschullehramt oder Lehramt für Förderschulen studieren kann.“ Auch ihr Mitschüler David (20) aus Vaterstetten ist auf der FOS, um sich den Traum vom Politik- und VWL-Studium zu ermöglichen. „Ich habe erst überlegt nach der Realschule aufs Gymnasium zu wechseln, aber dachte mir dann: Es ist einfacher, unter Gleichaltrigen das Abi zu machen.“

Gründe fürs Wachstum

Dass immer mehr junge Menschen studieren wollen, anstatt eine Ausbildung zu machen, ist einer der Gründe für das schnelle Wachstum der FOS. Zwei von drei Schüler sagen laut Schulleiterin Tauscher-Meric: „Ich will studieren.“ Aber vor allem der Zuzug und Ausbau im Münchner Osten seien Gründe für das Wachstum. Auch andere Schulen im Landkreis wie die FOS/BOS in Unterschleißheim seien in den vergangenen Jahren explodiert. Etwa ein Viertel der Schüler komme vom Stadtrand, der Rest aus dem Umland, die meisten logischerweise aus nahe gelegenen Orten wie Haar oder dem Stadtteil Trudering.

Bürogebäude als Schulhaus: In dem Komplex an der Hans-Pinsel-Straße 10a sind auch Firmen untergebracht.

Ganz zentral für die Beliebtheit der Schule ist auch die gute Stimmung und die moderne Ausrichtung. „Das ist der Vorteil an einer Neugründung mit vielen engagierten jungen Kollegen. Wenn man durch die Gänge geht, spürt man direkt den positiven Geist hier“, schwärmt Schulleiterin Tauscher-Meric. Und auch die Schüler erzählen von der guten Stimmung: „Das Schüler-Lehrer-Verhältnis hier ist top!“, sagt Yannick. Auch David kann bestätigen: „Es gibt ein Zusammengehörigkeitsgefühl, weil alle Lehrer so jung sind.“ Zu sehen ist das auch auf den Bildern im Direktorat. Künftige Aufnahmen von noch größeren Kollegien könnten dann ja vielleicht vor einem neuen, eigenen Schulhaus entstehen.

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