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Im Einsatz für Beratung und Unterstützung sind bei „Donum Vitae“ in Haar.

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„Donum Vitae“ berät rund um das Thema Schwangerschaft

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Immer mehr Frauen gebähren später, die Zahl der Risiko-Schwangerschaften steigt. „Donum Vitae“ berät betroffene Frauen in Haar.

Haar – „Sie sind schwanger!“. Dieser Befund kann Frauen mit Angst, Panik und Hilflosigkeit reagieren lassen. Bei „Donum Vitae“ finden diese Frauen Beratung und Hilfe. Weil immer mehr Frauen spät gebähren und dies als Risiko gilt, nimmt die Beratung bei der Pränataldiagnostik (PND) zu.

Als Anlaufstelle zur Schwangerschaftsberatung, bei Fehlgeburten, ungewollten Schwangerschaften, beim Kinderwunsch, der anonymen Geburt oder zur Sexualaufklärung in der Schule: Seit neun Jahren agiert der Verein „Donum Vitae in Bayern“ als eine staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen in Haar. Die schwangere Frau, die zu „Donum Vitae“ kommt, ist meist in Not, hat oft nicht viel Geld. Manche wünschen eine vertrauliche Geburt, bei der das Kind zur Adoption freigegeben wird. Oft passt die Arbeitssituation nicht, die Wohnung wird zu klein, das zunehmende Thema Armut und auch die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt bringen das Glück einer Frau oder Familie ins Wanken.

„Die Betreuung von Schwangeren und Familien ist vielfältig“, sagt Albert Fierlbeck, Leiter der Beratungsstelle. „Wir helfen bei der Problembewältigung, bieten einen geschützten und entspannten Rahmen, damit die Frau eine freie und selbstbestimmte Entscheidung treffen kann.“ 830 Beratungsfälle und 1051 Beratungsstunden haben die vier Beratungskräfte im vergangenen Jahr registriert, die meisten Frauen sind zwischen 26 und 40 Jahren alt, 50 Prozent haben einen Migrationshintergrund. Sie brauchen häufig Unterstützung in Rechtsfragen und beim Ausfüllen von Formularen. Zunehmend nachgefragt wird die Pränataldiagnostik, „70 Prozent der Frauen tragen den Vermerk ,Risikoschwangerschaft’ im Mutterpass“, sagt Stephanie Klein. 

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Wer älter ist als 35 Jahre und Krankheiten, wie Bluthochdruck, Übergewicht, Asthma oder Diabetes hat, gehört zu dieser Personengruppe. „34 solcher Beratungen hatten wir, die Zahlen steigen“, sagt Klein. Der behandelnde Arzt müsse auf Beratungsangebote aufmerksam machen, trotzdem kennen viele betroffene Frauen diese Angebote nicht. „Mehr Mütter könnten unsere Beratung brauchen und hier in Ruhe ihren eigenen Weg finden“, findet Klein. 95 Prozent der Kosten werden aus staatlichen Stellen finanziert, fünf Prozent, das sind in Haar rund eine Million Euro, muss die Beratungsstelle aus Eigenmitteln, also aus Spenden oder über Mitgliedsbeiträge, aufbringen. 

Neben der Beratung leistet „Donum Vitae“ finanzielle Hilfe, insgesamt wurden 94 000 Euro an Schwangere und Familien in Not ausbezahlt. Die Beratungsstelle verfügt über drei sozialpädagogisch ausgebildete Fach- und drei Verwaltungskräfte. Fachlich zur Seite stehen eine Seelsorgerin, eine Hebamme, ein Psychologe, ein Sexualpädagoge, eine Rechtsanwältin, eine Gynäkologin und Eheberaterin.

Informationen gibt es unter Tel. 089/32 70 84 60 oder www.haar.donum-vitae-bayern.de. 

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