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Neubauprojekt in Haar

Baulücke in Eglfing wird geschlossen: 8700 Quadratmeter für neue Wohnungen 

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In Haar entsteht auf rund 136000 Quadratmetern ein neues Quartier für Wohnen und Arbeiten. Der Großteil des Gemeinderats befürwortet die Pläne. Nur der CSU passen sie nicht.


Haar– In der großen Baulücke zwischen dem Pharmaunternehmen MSD und dem Edeka in Eglfing plant die ZIMA Immobilienentwicklung GmbH ein neues Quartier mit rund 8700 Quadratmeter Wohnfläche und knapp 4460 Quadratmeter Gewerbe.

Von der CSU kam Kritik im Haarer Bauausschuss an dem Projekt zwischen Leibstraße und Annelies-Kupper-Allee. Das Grundstück sei für ein Gewerbegebiet hervorragend geeignet, sagte CSU-Fraktionssprecher Dietrich Keymer. „Und was bekommen wir als Angebot? In erster Linie Wohnungsbau.“ Das gehe am Bedarf der Gemeinde weit vorbei.

Der Vorschlag der CSU: Konzept verwerfen und neu planen, 50 Prozent der Gesamtfläche, also rund 6600 Quadratmeter Gewerbe, 50 Prozent Wohnen; und als Gewerbe-Mieter möglichst einen großen Betrieb.

Wohungen nach dem „Haarer Modell“

Mit diesem Vorschlag drang die CSU nicht durch. „Die Vorstellung, dass wir genug Wohnungen in Haar haben, kann ich nicht teilen“, sagte Mike Seckinger (Grüne). Zumal die Gemeinde nach dem „Haarer Modell“ einen Teil des Planungsgewinns abschöpft und sich Wohnungen sichert – rund 2000 Quadratmeter – die dann günstiger vermietet werden. Mit 9:5 Stimmen ebneten SPD, Grüne und Freie Wähler den Weg für Verhandlungen über einen städtebaulichen Vertrag mit der ZIMA, in dem unter anderem das Belegungsrecht für Wohnungen festgeschrieben wird. Dann geht es in die konkreten Planungen.

Die ZIMA will vier Gebäuderiegel im Viereck um einen Wohnhof gruppieren, in dem auch größere Bäume gepflanzt werden sollen. Drei Riegel, allesamt vier Stockwerke hoch, wobei die oberste Etage ein zurückgesetztes Terrassengeschoss sein wird, sind dem Wohnungsbau vorbehalten. Der vierte, an der Leibstraße, soll für Gewerbe reserviert sein, wobei im Eingangsbereich im Idealfall ein Café entstehen könnte.

Sorge um die bestehenden Läden

Die ZIMA mit Hauptsitz in Österreich hat auch in Grünwald einen Standort. Dessen Geschäftsführer Dieter Weiß hat im Bauausschuss Haar das Projekt vorgestellt. Als Schmankerl deutete er ein mögliches CO2-neutrales Konzept für die Wärmeversorgung an; Solarthermie mit hoher Speicherkapazität. Das Unternehmen sei wegen Fördermöglichkeiten in Besprechungen mit dem Freistaat.

Die CSU war eher daran interessiert, dass die ZIMA möglichst einen Nutzer für die gesamte Gewerbefläche findet. Was nahezu unmöglich sei, erklärten die Vertreter des Unternehmens. Die ZIMA gehe ohnehin in Vorleistung, lasse das Gewerbe-Gebäude bauen und suche dann Mieter, erklärte Dieter Weiß. Deshalb sei das Raumkonzept sehr flexibel.

Kleinteiliges Gewerbe dort, Ladenflächen, sieht Andreas Rieder (CSU) allerdings sehr skeptisch. Der Politiker fürchtet, dass das dem bestehenden Ladenbestand in Haars Haupteinkaufsstraße schadet, „dass unsere Leibstraße komplett den Bach runtergeht“. Die Gemeinde möchte das mit einem genau abgestimmten Nutzungskonzept für die Gewerbeflächen verhindern.

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