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Das verhüllte Haarer Rathaus. 

Haarer Rathaus wird zum Kunstobjekt

Verhüllung in letzter Sekunde

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Die Verhüllung des Haarer Rathauses ist einer der Höhepunkte des „Zamma“-Festivals. Doch das Anbringen der Stoffbahnen gestaltete sich schwieriger als gedacht. 

Haar Weit über 6000 blaue, rote, grüne, gelbe und rosa Handabdrücke sammelte der Verein „Hand in Hand“ gemeinsam mit dem „Künstlerkreis“. Am Ende entstanden 17 Stoffbahnen, die nun für eine Woche das Rathaus verhüllen werden. Gemeinsam mit einer Spinnentanz-Performance und dem neu gegründeten Bürger-Chor wurde nach fast zwölf Stunden harter Arbeit von Andreas Richter von „Hand in Hand“ gemeinsam mit fünf Mann des THW die letzte Bahn angebracht. Doch das war gar nicht so einfach.

Andreas Richter hat fast zwölf Stunden die Stoffbahnen am Rathaus angebracht

Große Probleme hatte Andreas Richter beim Anbringen er Stoffbahnen. Geplant war, so THW-Gruppenleiter Christian Zrock, dass sämtliche Bahnen nur mit Kabelbindern an den Schneefanggittern befestigt werden sollten. Trotz monatelanger Planung war aber erst bei der Besichtigung einen Tag vor der Verhüllung klar, dass die Lösung Kabelbinder nicht in Frage kommt, weil viel zu unsicher, etwa bei einem Sturm oder Gewitter. Also musste Richter mit vier THW-Helfern Bahn für Bahn mühsam mit Ankern am Rathaus befestigen. „Wir hatten eigentlich damit gerechnet, so gegen 14, 15 Uhr fertig zu sein“, sagte Zrock. Die letzte Bahn befestigte Richter gemeinsam mit Markus Ringer vom THW hingegen gegen 21.15 Uhr, nur eine Viertelstunde später begann dann die Show mit Licht, Spinnentanz und Bürger-Chor. „Ich bin total zufrieden aber auch fix und fertig. Das hatte ich nie erwartet, dass das so anstrengend sein würde“, sagte Andreas Richter.

Von dem Befestigungs-Drama bekamen die vielen Hundert Haarer, die auf die offizielle Enthüllung warteten, nichts mit. Jeder schaute nur begeistert auf das kunterbunte Rathaus.

Vor einem Jahr hatten „Hand in Hand“ und der Künstlerkreis die Idee, eine gemeinsame Aktion zu realisieren. Künstler Karl Hertje lieferte die Idee, aus ganz vielen Handabdrücken etwas Gemeinsames, Großes entstehen zu lassen. Seit vier Monaten hatten sie in allen Haarer Kindergärten, Grundschulen und Altenheimen sowie am ersten Zamma-Wochenende farbige Handabdrücke gesammelt. Rund 6000 verewigten sich auf den 17 Stoffbahnen.

Nach dem Aufhängen wurde es auch klar, warum es einige Bereiche gab, auf denen stand: „Hier bitte auf keinen Fall Handabdrücke“ oder „Hier bitte ganz viele Handabdrücke eng“ stand. Auf diese Weise formten sich überdimensionale Hände oder der Schriftzug „Zamma“. Und sehr viele der Besucher wussten, dass auch sie mit ihrem Handabdruck für eine Woche deutlich dokumentieren, ein Teil von Haar zu sein.

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