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Die meisten Bäume würden mit dem neuen Wohnprojekt auf dem Grundstück an der Rechnerstraße fallen.

Kritik an Bauprojekt 

Haarer stemmen sich gegen Wohnklotz

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Die Nachbarn im Viertel sind sehr skeptisch, was die Baupläne für das Grundstück an der Rechnerstraße 25 b in Haar betrifft, und auch die Gemeinderäte im Bauausschuss haben geschluckt: Zwei Mehrfamilienhäuser mit je fünf Wohnungen, eine Tiefgarage sowie zwei oberirdische Parkplätze sollen ins Grundstück gepflanzt werden.

Haar– Der Bauausschuss hat der Voranfrage erst seine Zustimmung verweigert. „Ich will den großen Klotz da nicht haben“, verkündete SPD-Fraktionssprecher Alexander Zill. Wobei die Verhandlungsposition der Gemeinde nicht stark ist.

„Der Baumbestand weckt die meisten Emotionen“, berichtete Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) über ein Gespräch mit Anwohnern. Auch an der geplanten Zufahrt störten sich die Nachbarn, wobei die Bürgermeisterin da keine Hoffnungen machen wollte. Die werde man nicht verhindern können. Grundsätzlich soll dem Bauwerber aber signalisiert werden: Bitte die Grundfläche der Häuser reduzieren, weniger dicht bauen. Damit auch mehr Bäume erhalten werden können.

Umweltreferent: Bäume durch Rückschnitt dem Tode geweiht

Die vorliegende Planung sieht vor, eine Buche, eine Kastanie und eine Birke zu fällen. Bei weiteren sechs Buchen soll die Krone stark zurückgeschnitten werden, damit die beiden Mehrfamilienhäuser auf den Bauplatz passen. Haars Umweltreferent Andreas Nemetz hat sich das Grundstück angeschaut und ist äußerst skeptisch. Wenn die sechs Buchen so stark gestutzt werden sollten, seien massive Schäden – Absterben von Teilen der Wurzeln, Pilzinfektion – sehr wahrscheinlich, sodass letztlich auch diese Bäume kaum zu erhalten wären.

Stimmen der Gemeinderäte

Woraus Antonius van Lier (FWG) folgerte: „Auf einem Grundstück in dieser Lage hat so ein großes Projekt nichts zu suchen.“ Verständlich, dass heutzutage jeder versuche, ein Grundstück zu Geld zu machen – „aber nicht so!“ Van Lier wollte, dass die Gemeinde die Erhaltung aller Bäume auf dem Grundstück verlangt. Bürgermeisterin Müller aber bremste: Es sei unglaubwürdig, das Maximum zu verlangen. Das führe im Landratsamt als übergeordneter Baubehörde nur zu „einem müden Lächeln“.

Auch CSU-Fraktionschef Dietrich Keymer warnte vor „Symbolpolitik“, bei allem Verständnis für die emotionale Debatte. Grundsätzlich sollten sich Gemeinderäte und Verwaltung überlegen, wie man weiter verfahren könnte, sollte das Landratsamt die Gemeinde überstimmen und das Bauvorhaben genehmigen. Er schlug vor, die Frage der Grundstückserschließung noch einmal genau zu prüfen. Vielleicht könnte die Gemeinde da einhaken. 

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