Nicht nur in Haar ein Ärgernis: geparkte Wohnmobile am Straßenrand. (Symbolbild)
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Nicht nur in Haar ein Ärgernis: geparkte Wohnmobile am Straßenrand. (Symbolbild)

aus dem bauausschuss

Haars Lösung für Parkproblem: Abstellfläche für Wohnmobile

  • Max Wochinger
    VonMax Wochinger
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Die Gemeinde Haar verwandelt einen ehemaligen Sportplatz in Camper-Parkbuchten. 25 Wohnmobile sollen dort parken können.

Haar – Viele Gemeinden haben Probleme mit parkenden Wohnmobilen auf Verkehrsstraßen. Auch in Haar suchte die Verwaltung seit längerer Zeit nach einer Lösung. Der Bauausschuss hat sie nun gefunden: Auf einer ehemaligen Sportfläche soll ein Abstellplatz für Wohnmobile entstehen.

Das brachliegende Grundstück liegt an der Brunnerstraße, zwischen B 304 und dem Sportplatz. Es misst 1600 Quadratmeter. Die Fläche soll Platz für 25 Wohnmobile schaffen. Ein Stellplatz soll 7,5 mal 2,8 Meter groß sein.

Keine rechtlichen Bedenken

Aus baurechtlicher Sicht stehen der Errichtung einer Abstellfläche keine rechtlichen Bedenken entgegen, teilte die Gemeindeverwaltung am Dienstagabend bei der Sitzung des Bauausschusses mit. Die Fläche habe nach Absprache mit dem Umweltreferat keinen Mehrwert, fügte Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) hinzu.

Mit einem Stellplatz wären Besitzer von Wohnmobilen froh, sagte Bukowski, weil sie dann ihr Fahrzeuge rechtssicher abstellen könnten. Denn in der deutschen Rechtssprechung gebe es verschiedene Auffassungen darüber, ob ein Wohnmobil ein Kraftfahrzeug ist oder nicht.

Für Peter Paul Gantzer (SPD) sind Wohnmobile als normale Kfz zu werten. „Es geht vielmehr um Wohnwägen“, sagte er im Ausschuss. Gantzer gab auch zu Bedenken, dass die Gemeinde künftig womöglich auf der Fläche bauen will. „Auf Dauer ist der Vorschlag keine Lösung“, sagte er.

SPD gegen Abstellfläche

Auch seine Parteigenossen stellten sich entschieden gegen die Errichtung des Stellplatzes, auch, weil die Fläche vorbereitet werden müsse. Bukowski stellte klar: Die Gemeinde müsse nur wenig Arbeit in die Errichtung stecken. Lediglich Bodenmarkierungen müssten gezogen werden. „Mit hohen Kosten ist nicht zu rechnen“, sagte der Rathauschef.

Johannes Geiger von den Christsozialen warnte vor dem Parkproblem mit Wohnmobilen. „Wir müssen mit einer Wohnmobil-Flut rechnen“, sagte er. Der Camper-Boom während der Corona-Krise habe für eine Verschärfung des Problems gesorgt.

Der Bauausschuss stimmte letztlich mit 12 zu 6 Stimmen für die Abstellfläche.

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