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Hände hoch für „Hand in Hand in Haar“: Das fünfjährige Bestehen feiern die Mitglieder im Kleinen Theater.  

Verein besteht seit fünf Jahren

„Hand in Hand in Haar“: Freunde helfen Freunden

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Unkraut jäten, einkaufen, zuhören: Mit 26 Euro startete „Hand in Hand in Haar“ vor fünf Jahren. Mittlerweile sind es 180 Mitglieder mit ebenso vielen Talenten.

Haar – Das gemeinsame Ziel von „Hand in Hand in Haar“ ist es, Nachbarn mit ihren vielfältigen Fähigkeiten dazu zu bringen, sich als lebendige Gemeinschaft zu fühlen, sich gegenseitig zu stützen und füreinander einzustehen. „Gerade in einer immer anonymer werdenden Welt“, sagt Gründungsmitglied Monika Malinowski.

Vor fünf Jahren begann Dagmar Richter, Mitstreiter zu suchen. „Ich hatte im Fernsehen einen Bericht über ein ähnliches Projekt gesehen und sagte zu meinem Mann: Das müssen wir machen.“ Sie lacht. Damals war Dagmar Richter 57 Jahre alt, Frührentnerin und voller Tatkraft. „Wir waren so überzeugt von der Idee, dass wir dachten, die 200 Mitglieder erreichen wir in einem Jahr.“ Im Nachhinein ist die Vorsitzende froh, dass es anders kam: „Der Verein hat sich in einem Tempo aufgebaut, wie wir es verkraften konnten.“

Die meisten sind zwischen 60 und 80 Jahre alt

Durch Mund-zu-Mund-Propaganda ist der Kreis der Menschen, die diese Art der Mitmenschlichkeit anbieten oder suchen, immer größer geworden. 180 Mitglieder hat „Hand in Hand in Haar“ inzwischen, die meisten sind zwischen 60 und 80 Jahre alt.

Das Prinzip erklärt Monika Malinowski mit einem Beispiel: „Helga näht für Felix einen Reißverschluss in eine Hose. Felix entlohnt Helga mit einem Punkt. Dafür kann Helga ihre Katzen füttern lassen, das erledigt Michael und bekommt den Punkt von Helga.“ Inzwischen wird eine Vielzahl von Fähigkeiten im Vereinsbüro, das die Gemeinde im Poststadl zur Verfügung stellt, angeboten: von Jäten bis Computer-Reparaturen, von Texte schreiben bis Kuchen backen, von Fahrten zum Flughafen bis zu Krankenbesuchen. „Jede nachbarschaftliche Hilfe, ganz gleich ob hochtechnische Fragen zum Computer oder einfache Gartenarbeit, ist absolut gleichwertig und wird mit Punkten belohnt“, erklärt Vorstandsmitglied Malinowski. „Auch einfach jemandem zuzuhören ist ein Talent.“

Punkte sammeln fürs Alter

Darüber hinaus gibt es eine Möglichkeit, die für viele Mitglieder ein sehr wichtiger Aspekt ist: „Das Ansparen fürs Alter“, sagt Dagmar Richter: „Es beruhigt, wenn man auf Hilfe zählen kann.“ Und sie fügt hinzu: „Dass Ehrenamt einen Gegenwert bekommt, ist legitim.“

Der Verein beteiligte sich bei vielen Haarer Festen, vor allem, um sich bekannt zu machen und viele Bürger für die Idee zu begeistern. „Inzwischen sind wir Teil des Gemeindelebens“, sagt Malinowski.

Das fünfjährige Bestehen haben die Mitglieder mit einem Fest im Kleinen Theater Haar gefeiert: mit Musik, Spielen und einem Büffet. Eine Videopräsentation führte in Bild und Ton vor Augen, was das Netzwerk mittlerweile zu leisten im Stande ist. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD), selbst Gründungsmitglied, gratulierte dem jungen Verein zu seiner Tatkraft, Leistungsfähigkeit und Vertrauenswürdigkeit. Sie hob auch die Unterstützung durch Andreas Richter hervor, ohne den das Mammutprojekt nicht möglich gewesen sei.

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