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Wirklich unwirtlich zeigt sich der S-Bahnhof in Haar. Im kommenden Jahr soll er endlich umgebaut werden. 

Der Aufschwung ist da

Nach eher mageren Jahren geht es in Haar finanziell wieder aufwärts. Viele Projekte sollen im kommenden Jahr deshalb realisiert werden.

Von Bert Brosch

Haar– Die gute Wirtschaftslage und die positiven Zahlen aus den Jahren 2015 und 2016 werden sich im Haarer Haushalt 2017 fortsetzen, da ist sich Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) sehr sicher. Dies gibt der Kommune die Gelegenheit, Zurückgestelltes anzugehen. Für den Haushalt gab es Lob von SPD, Grüne und FWG. Die CSU übte Kritik – stimmte aber letztlich auch zu.

„Nach einer Phase des Steuerrückgangs vor ein paar Jahren pendeln sich unsere Einnahmen auf einem guten Niveau ein. Wir werden unsere Rücklagen auf 22 Millionen aufpolstern – so viel hatten wir schon lange nicht mehr, aber das brauchen wir auch“, sagte Müller. Denn die Stadt plant umfangreiche Investitionen. „Im kommenden Jahr rechnen wir mit 16 Millionen Euro Gewerbesteuer und 15 Millionen Einkommenssteuer, wir werden daher auch vier Millionen mehr als heuer investieren, nämlich 12,6 Millionen“, sagte Müller.

Die Gemeinde plant: neue Kassenanlagen in den Hallenbädern, einen Kiosk und Regenschutz für die Regiekanzel im Sportpark, Anschaffungen für die Feuerwehr, eine neue EDV für den Bauhof sowie Schallschutzdecken in der Mittelschule. Außerdem auf der Agenda: Kindertagesstätte, Grundschulbau Jagdfeld, Realschule und Pflegeheim. Das neue Kommunalunternehmen baut Wohnungen für 5,7 Millionen Euro an der Herzogstandstraße und legt den Grundstein an der Katharina-Eberhard-Straße (wir berichteten). „Wir wollen unseren S-Bahnhof umbauen, werden die Vereine weiterhin großzügig unterstützen und auch den Senioren-Fahrdienst, selbst wenn er nicht wirtschaftlich ist, aber von den Senioren begeistert angenommen wird,“ sagte Müller.

Thomas Fäth (SPD) sagte, der erfolgreiche Weg der vergangenen Jahre, in denen erst Geld angespart und dann investiert worden sei, werde 2017 fortgesetzt. „Angesichts der zu erwartenden Aufgaben bei Schul- und Wohnungsbau müssen wir aber auch künftig Haushaltsdisziplin wahren.“

Auch die CSU-Fraktion stimmte in diesem Jahr dem Haushalt zu. Im vergangenen Jahr hatte sie das nicht getan. Trotzdem kritisierte Dietrich Keymer, der Fraktionsvorsitzende: „Für uns ist das ein Plan voller Makel, da 2016 viele wichtige Punkte nicht auf den Weg gebracht wurden.“ Aus seiner Sicht fehlen die konkreten Planungen für die Neubauten von Grundschule, Realschule und Pflegeheim sowie für den Wohnungsbau. „Die konsumtiven Ausgaben sind viel zu hoch – etwas für unsere Kinder zu tun ist richtig, aber eben in der passenden Proportion. Auch die Weigerung, Grundstücke für den Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen ist falsch – eine Möglichkeit wäre das Erbbaurecht“, kritisierte Keymer.

Mike Seckinger (Grüne) lobte das sehr gute und sachliche Diskussionsklima im Gemeinderat, auch bei kontroversen Punkten. Und sagte: „Die finanzielle und argumentative Entspannung kam zur richtigen Zeit.“ Er plädiert dafür, mehr in Rad- und Fußwege sowie das Energiesparen zu investieren.

Für Ton van Lier (FWG) ist der Haushalt ein gediegenes Stück Arbeit. Gut zu wirtschaften und dann mit dem Geld Gutes zu tun, sei für ihn der richtige Weg, sagte Ton van Lier.

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