Stellt sich den Fragen: Bürgermeisterin Gabriele Müller vor – mit den Besuchern auf der Galerie – 300 Haarern.
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Stellt sich den Fragen: Bürgermeisterin Gabriele Müller vor – mit den Besuchern auf der Galerie – 300 Haarern.
Klaus Rückert möchte die Trennwirkung der B 304 überwinden.
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Klaus Rücker t möchte die Trennwirkung der B 304 überwinden.
Ulrica Griffith fragt sich: Wo gehen neue Kinder in die Schule?
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Ulrica Griffith fragt sich: Wo gehen neue Kinder in die Schule?
Felix Grabmeyer steht jetzt schon dauernd im Stau - wie viele Haarer.
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Felix Grabmeyer steht jetzt schon dauernd im Stau - wie viele Haarer.
Horst Klecker schlägt auf der Zirkuswiese einen Supermarkt vor.
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Horst Klecker schlägt auf der Zirkuswiese einen Supermarkt vor.
So sieht die Vision aus, inklusive zweier zusätzlicher Hochhäuser an der Münchner Straße.
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So sieht die Vision aus, inklusive zweier zusätzlicher Hochhäuser an der Münchner Straße.

Sonder-Bürgerversammlung

Hochhaus-Vision in Haar an der B-304

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Gut 300 Haarer sind bei einer Sonder-Bürgerversammlung eingestiegen auf die städtebauliche Vision ihrer Gemeinde: Die Neugestaltung der Südseite der Münchner Straße mit zwei 41 Meter hohen Wohntürmen, Riegelbebauung und großem Einkaufszentrum.

Haar – Engagiert, gut informiert und mit einem Blick weit über den eigenen Gartenzaun hinaus – so diskutierten die Haarer mit Architekt Gert F. Goergens und seinem Team sowie mit Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD). Vor vier Jahren hatte es zwei letztlich an mangelnder Beteiligung gescheiterte Bürgerentscheide gegeben mit dem Ziel, in Haar kein weiteres Haus höher als 20 Meter zuzulassen. Dafür nahmen die Haarer die beiden jetzt im Rahmenplan vorgesehenen Hochhäuser erstaunlich gelassen hin.

In der ersten Diskussionsrunde im großen Saal kam dazu keine Frage. In den drei Workshops mit den Architekten wurde dann doch diskutiert, ob es unbedingt Wohntürme brauche, aber das Thema scheint längst nicht mehr auf so viel Widerstand zu treffen. Dritter Bürgermeister Thomas Reichel, dessen CSU die Initiative gegen Hochhäuser unterstützt hatte, glaubt nicht an ein erneutes Bürgerbegehren. Er kenne aber auch niemanden, der in einem Hochhaus wohnen wolle, sagte er dem Münchner Merkur.

Zwei 41 Meter hohe Wohntürme

Der erste Wohnturm soll an der Stadtgrenze stehen und mit dem gegenüberliegenden Acomhotel eine Art Tor nach Haar bilden. Das zweite 13-stöckige Wohnhaus sieht die Rahmenplanung an der Münchner Straße 24 vor, auf dem Quinz-Gelände. Wo jetzt der Hagebaumarkt steht könnte ein großes Einkaufszentrum entstehen, über eine Shopping-Mall mit dem Jagdfeldzentrum verbunden. Dessen bereits bestehender, 61 Meter hoher Turm, ist der markanteste städtebauliche Akzent an der Münchner Straße (B 304).

Bis zu 670 Wohnungen

Entlang der 1,65 Kilometer von der Stadtgrenze bis zur Vocke-/Grasbrunner-Straße (B 471) sieht das Konzept an der Nordseite eine verdichtete, riegelartige Bebauung vor, im zentralen Bereich bis zu fünf Stockwerke hoch. Diese dient gleichzeitig als Lärmschutz, dahinter sind ruhige Innenhöfe. Die Realisierung werde sich über 30 Jahre erstrecken, sagen die Planer. Im Endausbau könnten 670 Wohnungen entstehen, was rund 1500 neuen Einwohnern entspricht. Ein Teil der Wohnungen wird nach dem Haarer Modell als Sozialwohnungen angeboten.

Zusätzliche Kinder erfordern zusätzliche Schulklassen

Mehr Einwohner erfordern mehr Infrastruktur. Wo sollen die Kinder in die Schule gehen – diese Frage warfen Peter Hartmann und Ulrica Griffith auf. Bürgermeisterin Gabriele Müller versicherte, dass die Gemeinde ihr Schulkonzept weiterentwickle. Kommen doch auch im Neubaugebiet Jugendstilpark 2500 neue Einwohner hinzu – und da gibt es bereits die ersten Bauanträge, sprich es geht viel schneller als mit einer rechtlich nicht bindenden Rahmenplanung. Müller hielt den Bürger aber auch vor Augen: „Auf all diesen Grundstücken an der Münchner Straße besteht Baurecht. Was wir tun, ist es zu ordnen und in den Griff zu bekommen.“ Heißt: Gebaut wird dort irgendwann sowieso. Aber besser planvoll, einem Gesamtkonzept folgend.

Sorge wegen wachsender Verkehrsbelastung

Das hätte Felix Grabmeyer gerne auch in Sachen Verkehr. Er wohnt in Unterhaar und fragte, wie man die wachsende Verkehrsbelastung in den Griff bekomme. Die Haarer stünden jetzt schon ständig im Stau. Planer Christian Weigl erklärte, dass natürlich auch eine Verkehrsuntersuchung nötig sei. Es sei aber nicht sinnvoll, alle Aufgaben gleich in der Rahmenplanung zu bündeln.

Ab in den Tunnel mit der B-304

Ein grundsätzliches Verkehrsproblem warf Klaus Rückert auf, ehemaliger evangelischer Pfarrer in Haar: Ließe sich nicht eine Möglichkeit finden, die Trennwirkung der Münchner Straße/B 304, auf der täglich 30 000 Fahrzeuge mit Tempo 60 durch Haar rauschen, aufzuheben? Könne man Alt- und Neu-Haar nicht besser verbinden? Bürgermeisterin Müller erinnerte an die Ergebnisse eines studentischen Wettbewerbs zum Thema; mit der Idee, die Durchfahrtsstraße in einen Tunnel zu verlegen. Gegen diese Vision ist die Rahmenplanung städteplanerisches Tagesgeschäft. Wobei: Auch Unterföhring hat eine Münchner Straße als Ortsdurchfahrt. Dort überlegt der Gemeinderat die Tunnel-Lösung ganz ernsthaft. Unterföhring hat aber auch 471 Millionen Euro Rücklagen.

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