Vielversprechendes Talent: Seit fünf Jahren probt Johannes Jung aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn jeden Tag. Bei Carmina Burana übernahm er das Schlagwerk. sab
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Vielversprechendes Talent: Seit fünf Jahren probt Johannes Jung aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn jeden Tag. Bei Carmina Burana übernahm er das Schlagwerk.

Chorvereinigung Haar verzaubert das Publikum

Im Konzert der Großen: Elfjähriger spielt mit bei „Carmina-Burana“-Aufführung

  • Sabina Brosch
    VonSabina Brosch
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Carmina Burana ist eines der großen Stücke der Musikgeschichte. Die Chorvereinigung Haar hat es nun aufgeführt - und mittendrin war der elfjährige Johannes Jung.

Haar – Johannes Jung sitzt als Erster an seinem Instrument. Triangel, Becken und Zimbeln stehen oder liegen parat. „Nervös? Nö!“, sagt der Elfjährige lachend. „So besonders schwer ist es ja auch nicht.“ Gemeint ist die Carmina Burana von Carl Orff, die die Chorvereinigung Haar im Bürgerhaus aufgeführt hat. Das Konzert war ein Zungenschnalzer: leidenschaftliches Dirigieren, gesangliche Raffinesse und schlagkräftige Instrumentation. Und mittendrin Johannes Jung.

Der Schlagwerker ist ein vielversprechendes Talent, was ihm auch der Sieg beim diesjährigen Landes-Wettbewerb „Jugend musiziert“ bescheinigt. Vor Kurzem hat er zudem bei der Aufführung Beethovens Neunter in Iffeldorf mitgewirkt. An seiner Seite Papa Alexander, ebenfalls Schlagzeuger, der im Sohn die Begeisterung für Trommeln und Pauken geweckt hat. Seit fünf Jahren übt Johannes täglich, „nicht immer unbedingt zur Freude der Nachbarn“ in Höhenkirchen-Siegertsbrunn, aber mit „ganz viel Spaß“. Die jüngeren Geschwister sitzen am Klavier und spielen Blockflöte. „Ja, wir mögen Musik.“

Zum Zungeschnalzen war das Konzert der Chorvereinigung Haar.

In Haar bilden sechs Schlagwerker die aufwendige Becken-, Trommel- und Tamtam-Abteilung, Johannes ist stolz, dass er mit einem seiner großen Musiker-Vorbilder, Leander Kaiser, spielen darf. Ein großes Idol ist natürlich auch Stefan Gagelmann, Solo-Paukist der Münchner Symphoniker, den Johannes persönlich kennt. Ob er mit Musik mal sein Geld verdienen will, „das entscheide ich, wenn es so weit ist. Jetzt muss ich erst mal das Gymnasium fertig machen.“

Dass Lebensfreude und Musik heute wie im Mittelalter, aus dem die Texte der Carmina entstammen, verbunden ist, wurde während der gut einstündigen Aufführung klar. Spätestens bei Orffs kraftvollem „Oh Fortuna“, dem Chorsatz, den selbst Metal-Fans kennen, weil ihn so viele Bands coverten oder Teile davon einsetzten. Leiter Michael Clemens Frey und seinem Chor ist es gelungen, Orffs Glücksrad des Lebens zu reflektieren und in all seiner Intensität und Vitalität erklingen zu lassen. Die Solisten mit Sopran Agnes Preis, Bariton Daniel Weiler und dem hohen Tenor Sandro Schmalzl zogen das Publikum in ihren Bann von Liebesleid und -freud, die Sorgen und Sehnsüchte der Jungen und Mädchen im Mittelalter.

Preis, die sich mit einer hinreißenden Arie ihrem Liebsten ergab, Weiler, der in der Taverne den Abt von Kukanien darbot, und Schmalzl, der die stimmlich herausfordernde Arie des in der Pfanne schmorenden Schwans sang. So entstanden magische Bilder von Amor, Blanziflor und Helena. In Summe eine wundervolle Verzauberung.

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