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Geschenk und Erinnerung zugleich: Eine Collage mit Porträtbildern der Helfer wird im Eingangsbereich des Pflegeheims aufgehängt, dafür werden Heim-Mitarbeiterin Anja Becker (l.) und Heimleiter Klaus Stierstorfer (Zweiter, v.l.) sorgen. Zu Gast bei der Jubläumsfeier waren auch Pfarrer Albert Schamberger (Dritter v.l.) und Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller r.) Sie übergab Blumen an die Helferinnen Susanne Graf, Rosemarie Sure und Theresa Heil, die sich seit Beginn für den Tischdienst engagiert haben. 

Überlebenshelfer

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Auch im Maria-Stadler-Haus in Haar ist  das Personal häufig in Zeitnot. Im Pflegeheim leben bis zu 99 Senioren. Zu Hilfe kommen ihnen ehrenamtliche Helfer. Sie sorgen im sogenannten Tischdienst dafür, dass die alten Menschen beim Essen zurechtkommen.

Haar – Bis zu 99 Senioren leben im Pflegeheim Maria-Stadler-Haus in Haar. Viele von ihnen sind in allen Lebenslagen auf Hilfe angewiesen. Pünktlich zu den Mahlzeiten – morgens, mittags, abends – kommen unter anderem Helfer von außerhalb, die den Bewohnern beim Essen zur Hand gehen. Sie nehmen sich dabei die Zeit, die dem fest angestellten Pflegepersonal im Alltag manchmal fehlt. Seit 30 Jahren sind die ehrenamtlichen Helfer des sogenannten Tischdienstes jetzt im Einsatz.

Im Mai 1987 hob Rosemarie Sure den „Tischdienst im Maria-Stadler-Haus“ aus der Taufe, als sie erfahren hatte, dass im damals neu eröffneten Pflegeheim besonders bei den Mahlzeiten Unterstützung gebraucht wird. Angefangen mit zehn Ehrenamtlichen, widmen heute 25 Damen und zwei Herren ihre Zeit den Bewohnern, unterhalten sich mit ihnen und entlasten auf diese Weise die Pfleger.

Ein Plan regelt, wer wann zu welcher Mahlzeit ins Pflegeheim kommt. Die Ehrenamtlichen können sich eintragen, je nach dem, wann sie Zeit haben. Das Ziel: Bei jedem Essen soll an jedem Tag der Woche in jedem Stockwerk ein Helfer vor Ort sein – auch an den Sonntagen.

Susanne Graf ist eine Tischhelferin der ersten Stunde. Drei Jahrzehnte lang kam die heute 71-Jährige einmal pro Woche zum gemeinsamen Frühstücken mit den Bewohnern ins Pflegeheim. „So kann man etwas Gutes tun“, sagt sie. „Und die Bewohner freuen sich, dass man wieder da ist.“ Selbst ein Umzug von Haar nach Vaterstetten, auf die andere Seite der A 99, im Jahr 1991 brachte sie nicht davon ab, sich weiterhin in der Einrichtung in ihrer Heimatgemeinde zu engagieren.

Dabei sei die Arbeit mit den alten und oft kranken Menschen keinesfalls immer leicht, sagt Graf. „Viele hören schnell wieder auf.“ Sie selbst habe auch Bedenken gehabt vor ihrem ersten Tag im Maria-Stadler-Haus, damals im Mai 1987. Drei Jahrzehnte später findet Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) bei der Jubiläumsfeier daher auch ausschließlich lobende Worte für die Arbeit der Ehrenamtlichen. Sich über einen derart langen Zeitraum unablässig zu engagieren, sei gerade deshalb etwas so besonderes, „weil der Dienst an sich schon etwas besonderes ist“. Müller hob vor allem das Durchhaltevermögen derer hervor, die sich seit so vielen Jahren beim Tischdienst verdient machen. „Das Beginnen wird nicht belohnt“, zitierte Müller die katholische Heilige Katharina von Siena, „einzig und allein das Durchhalten.“

Ein kleines Dankeschön oder vielmehr ein Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit der nimmermüden Tischhelfer gab es von der Heimleitung: Künftig ziert eine gerahmte Collage mit Fotos der Ehrenamtlichen den Eingangsbereich des Maria-Stadler-Hauses. Damit die Besucher sehen können, wer ihren Angehörigen täglich beim Essen Gesellschaft leistet.

Susanne Graf ist auf dieser Collage nicht zu sehen. Sie hört gesundheitsbedingt auf. Ihr Fazit: „Es hat sich gelohnt.“

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