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Parallel zum Gebäude der Jagdfeldschule , auf der rechten Seite, soll der dreigeschossige Neubau entstehen. Er soll helfen, auch die Haar Konradschule zu entlasten, in der schon heute viel zu wenig Platz ist. 

In den Grundschulen fehlt der Platz

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Die Kinderkrippen sind voll. Und bald wird auch die Zahl der Grundschüler steigen. In Haar macht das einige Sorgen, denn der Platz in den Grundschulen ist mehr als knapp.

Haar Im vergangenen Schuljahr besuchten ziemlich genau 400 Grundschüler die Jagdfeldschule. Ab dem Schuljahr 2020/21 soll sich ihre Zahl nach und nach verdoppeln. Dafür wird die Schule dann über ein zusätzliches Gebäude verfügen.

„Obwohl wir viele Statistiken führen, ist es für uns kaum möglich, verlässliche Aussagen über die genaue Anzahl der Schüler zu erhalten. Da spielen so viele Faktoren rein, dass wir immer wieder überrascht werden“, sagte Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) im Rahmen eines Pressegesprächs. Wie sie sagte, seien beispielsweise vor ein paar Jahren die Kinder mit drei Jahren in den Kindergarten gekommen, ihre ersten Lebensjahre hatten sie daheim verbacht. Das änderte sich mit den Kinderkrippen. Sie nahmen Buben und Mädchen bereits mit einem Jahr auf. Vor drei Jahren waren es rund 40 Prozent der Kleinkinder, die in Krippen untergebracht waren. Heute sind es 70 Prozent, Tendenz steigend. „Beide Eltern müssen arbeiten, damit sie sich die Wohnung leisten können, darum müssen sie Plätze für die Kinder finden“, sagte Pressesprecherin Ute Dechent. Folglich müsse die Gemeinde immer mehr Krippen-Plätze anbieten, so wie sie es jetzt tut mit Containern für zwei Gruppen am Wieselweg, die noch im September eröffnen. „Zum Glück haben wir das Personal dafür da“, sagte Müller. Eine zweite unberechenbare Größe sei, etwa im Jagdfeld, der Wegfall der Sozialbindung von vielen Wohnungen. „Weil die Häuser in nicht sehr gutem Zustand sind, gleichzeitig aber sehr groß, sind sie ideal geeignet und auch bezahlbar für Familien. Die ziehen im Moment verstärkt dorthin, mit vielen Kindern. Die Zahlen können wir aber nicht auf Jahre im Voraus kalkulieren“, sagte Müller.

Fakt ist aber, dass die Jagdfeldschule schon jetzt zu klein ist. Im Jahr 2016 hatten die Gemeinderäte einen Neubau beschlossen. Im Anschluss wurde ein Architekten-Wettbewerb durchführt, den das Büro „M8-Architekten“ aus München gewann. Die Architekten haben mittlerweile ihr Konzept detailliert ausgearbeitet: Das im Gemeinderat einmal angedachte Gebäude auf Stelzen über dem heutigen Lehrerparkplatz wird es nicht geben. Dafür werden dort, wo heute Schulhof, ein Wall und der Parkplatz liegen für rund 26 Millionen Euro ein dreigeschossiges Schulgebäude, eine Dreifachturnhalle sowie eine Tiefgarage mit 51 Plätzen erstellt. „Wir treffen uns seit drei Monaten regelmäßig und planen“, sagte die Bürgermeisterin. So arbeite man sich Schritt für Schritt voran, neben dem Architekturbüro seien mehrere Fachplaner beteiligt: für Statik, die Räume im Haus, die Außenflächen sowie für die An- und Abfahrt. „Wir stehen in regelmäßigem Kontakt zur Schulleitung, die Lehrer waren schon dabei, im Herbst werden wir den Elternbeirat einladen und dessen Wünsche hören – und wenn es um die Spielflächen geht, werden wir auch die Kinder anhören.“

Zum Schuljahr ab September 2019 geht die Gemeinde von einer hohen Zahl an Anmeldungen für die Grundschule aus. Der Neubau wird also dringend gebraucht, vor allem auch, um die Konradschule zu entlasten. „Damit das geht, haben wir den Schulsprengel geändert“, sagte Müller. Ihr Wunsch ist es, dass es im Jagdfeld-Neubau eine Diagnose-Förderklasse geben wird, im Idealfall eine heilpädagogische Tagesstätte. „Aktuell verwirklichen nur einige Horte den konsequenten Inklusions-Gedanken, das müsste dann auch in der neuen Schule möglich sein: die Realisierung von Ganztagesschule und Inklusion.“

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