Mordprozess

Iraker schneidet seiner Frau die Kehle durch

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Haar – Schon lange hatte Aicha O. (41) befürchtet, dass sie die Ehe mit ihrem Mann Saheb M. (53) nicht überleben würde. „Sie hatte Angst vor ihrem Mann. Sie hatte Angst, dass er sie tötet“, berichtete eine Ärztin aus dem Landkreis München am jüngsten Prozesstag. Diese Befürchtung bewahrheitete sich.

Am 7. Mai 2015 brachte Saheb M. seine Frau, Mutter von drei gemeinsamen Kindern, um. Derzeit sagen zahlreiche Zeugen aus.

Aicha O. hatte sich im Jahr 2013 an die Nervenärztin gewandt. Es ging ihr nicht gut, sie konnte nicht schlafen, habe Hilfe gebraucht, berichtete die Medizinerin. Die 41-Jährige habe damals „unter großem Druck“ gestanden: Sie habe Verantwortung für drei kleine Kinder gehabt, fleißig deutsch gelernt und wollte eine Ausbildung machen. Sie sei stark hin und her gerissen gewesen, ob sie ihren Mann verlassen solle oder nicht.

Drei Wochen vor dem Mord hatte Aisha O. wieder einen Termin bei der Ärztin, erschien jedoch nicht und sagte auch nicht ab. Im Nachhinein fragt sich die Ärztin, warum sie selbst nicht angerufen habe, warum sie die Geschichte nicht verfolgt habe. „Vielleicht habe ich gedacht, dass sie übertreibt.“ 

Eine Freundin von Aicha O. wusste zwar nichts von der Angst, umgebracht zu werden. Aber O. habe erzählt, das es nicht so gut laufe. Die Freundin hatte auch gehört, dass Aicha zur Polizei gegangen war, die Anzeige aber wieder zurück genommen hatte, wegen der Kinder. Ansonsten gab sich die Freundin ziemlich bedeckt. „Ich glaube, Aicha war mit ihrem Leben zufrieden“, sagte sie. Sie habe sich aber gewünscht, dass ihr Mann arbeiten gehe und etwas mit den Kindern mache, anstatt nur vor dem Fernseher zu sitzen.

Der Iraker hatte vorigen Mai in der Wohnung in Haar seine Frau massakriert. Laut Anklage trat er ihr insgesamt 19 Mal gegen den Kopf und ins Gesicht. Als sie bewusstlos war, trennte er ihr mit tiefen Messerschnitten die Kehle durch. Die Staatsanwaltschaft geht in der Anklage von Mord aus niederen Beweggründen aus. 

Sie spricht unter anderem davon, dass die Frau sich von ihrem Mann emanzipieren wollte. Saheb M. aber verfüge über ein Weltbild, in dem Frauen in ihrer Wertigkeit Männern unterlegen seien und diesen Respekt zu erweisen hätten. Angeblich wollte er auch eine Zweitfrau heiraten. Der konkrete Auslöser für die Bluttat war dann aber ein Streit um die Kindererziehung, der sich ausweitete. Der Prozess dauert an.

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