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Bekannte Künstlerin: Irmgard Lucht veröffentlichte acht Kinderbücher mit eigenen Texten und Bildern. 

Acht Bücher in 17 Sprachen übersetzt

Irmgard Lucht: Berühmte Kinderbuch-Autorin wird 80 

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Die „Wald-Uhr“ machte sie berühmt: Die Kinderbuch-Autorin und -illustratorin Irmgard Lucht aus Haar feiert 80. Geburtstag. Den Stift hat sie für immer zur Seite gelegt.

Haar – Es gibt nur wenige freie Stellen in ihrer Wohnung, an denen keine Bilder hängen oder stehen. Alle selbst gemalt. Naturmotive, mit denen Irmgard Lucht bekannt wurde. Ihre Kinderbücher „Wald-Uhr“ und „Baum-Uhr“ stehen in tausenden Kinderzimmern. Nun feiert Lucht, die seit rund 40 Jahren in Haar lebt, ihren 80. Geburtstag.

„Ich freue mich, wie mein Leben gelaufen ist“, sagt sie im Rückblick. „Nun bin ich in der Phase des Loslassens. So viel Zeit habe ich nicht mehr.“ Ihre Worte klingen melancholisch. Doch es ist vielmehr eine innere Gelassenheit, die sie ausstrahlt. Viele Lachfältchen zieren das Gesicht der Malerin. Erstaunlich eigentlich, wenn man sich die ersten Stationen ihres Lebens anschaut. Geboren am 10. Mai 1937 in Bonn, war ihre Kindheit geprägt von vielen Krankheiten und ständigen Umzügen. Die Schulbildung litt. Als sie und die Eltern erkannten, dass der Besuch des Gymnasiums keinen Sinn mehr macht, hat Lucht etwas „Gescheites“ gelernt: Erzieherin, wie ihre Mutter.

In diesem Beruf erwachte ihre kreative Ader, sie malte. So gut, dass sie eine Ausbildung „Freie Grafik und Malerei“ an den Kölner Werkschulen absolvierte. Lucht wollte aber auch die Frau in sich zum Zuge kommen lassen, heiratete und zog zwei Kinder groß. Sieben Jahre pausierte sie mit der Malerei und hat dann wie „jede andere Mutter auch, wenn die Kinder in der Schule waren, wieder angefangen zu arbeiten. Ich habe wieder gemalt“.

Die Idee für ihr erstes Kinderbuch, der Geschichte vom Löwenzahnblatt, habe sie 1969 regelrecht überfallen. Es entstand ein Buch nach dem anderen. „Die grüne Uhr“ (1974) ist das erste der „Uhren-Reihe“, die den Kreislauf des Jahres von Vogel (1976), Baum (1978), Wiese (1982) und Wald (1987) beschreibt. Text und Bilder entstammten stets Luchts Hand. Zudem verband sie in „In dieser Nacht“ oder „Das Raupenabenteuer“ Bilder durch eine Geschichte, die sich nicht nur durch poetische Sprache, sondern auch philosophischen Charakter auszeichnet.

Bis 2006 veröffentlichte Lucht acht Kinderbücher, die in bis zu 17 Sprachen übersetzt wurden, 1990 erhielt sie den Deutschen Jugendliteraturpreis. Alle Kinderbücher sind entsprungen aus der Liebe zu Kindern und der Natur, Ideen und Motive stammen von vielen Ausflügen zu Fuß oder per Fahrrad. Seit einigen Jahren ist ihr dies nicht mehr möglich. Es fehle die Inspiration, „seitdem male ich auch nicht mehr“, sagt Lucht. Traurig sei sie darüber nicht, „ich habe mein Schaffenswerk hinter mir“. Dennoch freut sich die Autorin, dass sie noch so bekannt ist. „Ich habe so viel Glückwünsche bekommen“, erzählt sie. Auch wenn sie in Haar sehr zurückgezogen lebt. 

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