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Angetreten: Die Haarer Böllerschützen mit Bezirks-Böllerreferent Josef Hohenleitner.

Gebt Feuer

40 Jahre Böllerschützen Haar

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Haar – Niemand weiß genau, wann, wo und warum mit dem „Böllern“ begonnen wurde. Die spärlichen verfügbaren Chroniken gehen vom 15. Jahrhundert aus, als in Hornberg im Schwarzwald erstmals dieses „Lärmbrauchtum“ zur Ehre des Fürsten eingesetzt wurde.  In Haar gibt es die Böllerschützen seit 40 Jahren, was die 17 Mitglieder mit Freunden – ohne Böller – feierten.

Auf das Kommando „Böller laden“ des Vorsitzenden Peter Grögers kippt jeder Böllerschütze, natürlich ordentlich, einheitlich gekleidet mit Lederhose, Haferlschuhe, Weste, Lodenjoppe und –hut samt Gamsbart, aus einem Plastikröhrchen 13 Gramm Schwarzpulver von vorne in seinen Böller. „Das ist ein Gerät, keine Waffe, weil ja kein Geschoss austritt,“ klärt Schriftführer Robert Fleischmann auf. Nun wird ein Korken zur Verdichtung reingestopft und auf Kommando ein Zündhütchen gesetzt. Es folgt „Böller auf“ - und wenn alle Arme hoch über den Kopf erhoben sind: „Gebt Feuer!“ Im Idealfall, so Fleischmann, hört man das Wort „Feuer“ schon gar nicht mehr, statt dessen ein einziges ohrenbetäubendes Krachen.

Lautester Haarer Verein

Böllerwart Günther Barisch berichtet von den Anfängen des kleinsten, aber lautesten Haarer Vereins: „Vor 40 Jahren kam der Toni Schwarz von einer Reise nach Berchtesgaden zurück und erzählte, dass dort die Weihnachtsschützen mit selbst gebauten Handböllern Weihnachten und Silvester schießen.“ Das wollten die Haarer Freunde auch und bauten sich ein paar Handböller. „Schießen durften sie noch lange nicht, erst mussten die Böller amtlich geprüft und beschossen werden und jeder eine Prüfung samt Sprengstofferlaubnis vor dem Gewerbeaufsichtsamt ablegen“, führte Barisch aus. Leo Picha war fit mit Behörden und Paragrafen, und so konnten sieben Männer im November 1976 den Verein gründen und fortan schießen.

Gründungsvater Leo Picha

Unter Piechas Führung wuchs der Verein auf die selbst auferlegte Maximal-Mitgliederzahl von 20, heute sind es noch 17, der jüngste ist 48 Jahre alt. Piecha hat aus gesundheitlichen Gründen vor ein paar Wochen die Führung an Peter Gröger übergeben. „Wir bräuchten schon Nachwuchs, aber der muss auch zu uns passen und die rund 1000 Euro für Tracht und Waffe investieren – das ist nicht so einfach“, sagt Schriftführer Fleischmann. 20 bis 25 Auftritte haben die Haarer im Jahr: Christkindlmarkt, Maibaumaufstellen, Silvester, Hochzeiten – und natürlich auf dem Oktoberfest.

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