Bluttat: Mehrere Menschen in Finnland niedergestochen

Bluttat: Mehrere Menschen in Finnland niedergestochen
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Von Blau nach Rot: Edith Spreng (r.) gibt mit dem Amt der Schulweghelferin auch die Aufgabe der Organisation der 22 Schulweghelfer ab. Eva Übermasser übernimmt. 

Die Kelle wandert weiter

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Wechsel bei den Schulweghelfern in Haar: Edith Spreng gibt das Amt und die Organisation des Teams ab.

Haar – Edith Spreng hört auf. Nach 22 Jahren als Schulweghelferin und als Organisatorin der Gruppe, gibt sie ihr Ehrenamt ab. Ihre Nachfolgerin ist Eva Übermasser. Beim Essen für die Schulweghelfer, das die Gemeinde Haar einmal im Jahr ausrichtet, übergab Spreng die Schulweghelfer-Kelle an Übermasser. „Ich finde, 22 Jahre sind genug, es sollen sich ja vor allem die Eltern der Grundschüler angesprochen fühlen – und da bin ich doch schon lange raus“, sagte Spreng.

Im Sommer 1995 hatten sich einige Eltern zusammengesetzt und – nach dem Vorbild einiger Nachbargemeinden – beschlossen, ihre Kinder auf dem Weg zur Grundschule St. Konrad entlang der stark befahrenen Vockestraße zu begleiten. „Meine Tochter kam damals gerade in die Grundschule, also habe ich gemeinsam mit etwa zehn anderen Eltern mitgemacht“, erinnert sich Spreng. Sie musste im ersten Jahr einen Seh- und Hörtest absolvieren, heute genügt eine intensive Einweisung durch die Polizei.

Viele Jahre leitete Edith Spreng die Organisation der mittlerweile 50 Schulweghelfer, jede Woche sind rund 35 von ihnen im Einsatz: an der Vockestraße, am Bahnhofsplatz, an der Leibstraße und den Überquerungen in Salmdorf und Gronsdorf sowie an der B 304 am Jagdfeldring. Wichtigste Aufgabe: Die Schulweghelfer erklären den Kindern, wie sie sich verhalten müssen, um gefahrlos über die Straße zu kommen – und sie achten darauf, dass diese die Regeln auch einhalten.

Was die Helfer aber nicht haben, trotz neonfarbenen Warnwesten, Regenmänteln und ihren rot-weißen Kellen mit dem Aufdruck „Halt Kinder“, das ist eine Befugnis gegenüber Auto-, Rad- oder Motorradfahrern. „Wir dürfen keinen anhalten – wenn einer meint, er muss durchfahren bei Rot, haben wir keine Möglichkeit“, sagt Spreng. Nur ganz selten sei es mal vorgekommen, dass sie einen zu aggressiven Fahrer der Polizei gemeldet habe. „Die meisten Fahrer verhalten sich wirklich prima“, sagt auch Übermasser.

Besonders stolz sind beide darauf, dass es in den vergangenen 22 Jahren keinen einzigen Schulwegunfall gegeben habe, bei dem einer der Helfer dabei gewesen ist.

Umso trauriger ist es, dass es immer schwieriger wird, Eltern oder Großeltern zu finden, die sich für dieses Ehrenamt interessieren. „Dabei sind es ja am Morgen gerade mal 20 bis 30 Minuten, die einer opfern muss“, sagt Übermasser, und weist daraufhin, dass hinter den Schulweghelfern weder ein Verein noch die Gemeinde Haar steht. „Wir Eltern von Grundschulkindern müssen uns daher selbst engagieren – wenn sich keiner mehr findet, dann gibt’s auch keine Schulweghelfer mehr.“  bb

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