Laufschuhe für den Sturm aufs Rathaus: Alois Rath (r.) überrascht CSU-Bürgermeisterkandidat Andreas Bukowski mit einem Geschenk.
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Laufschuhe für den Sturm aufs Rathaus: Alois Rath (r.) überrascht CSU-Bürgermeisterkandidat Andreas Bukowski mit einem Geschenk.

Bürgermeisterkandidat

CSU-Musketiere wollen das Rathaus Haar stürmen

  • Günter Hiel
    VonGünter Hiel
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„Einer für alle, alle für ein‘“ lautet der Slogan der CSU Haar im Wahlkampf. Die Musik dazu kommt passend von der Band „d‘Artagnan“. Echte Musketiere.

Haar – „Komm mit und reich mir die Hand“ schallt durchs Haarer Bürgerhaus, und 58 CSU-Mitglieder stehen im Saal, fassen sich an den Händen und schwören sich auf den Wahlkampf ein. Der eben mit 100 Prozent der Stimmen gekürte Bürgermeisterkandidat Andreas Bukowski (40) hat das Lied der Band „d’Artagnan“ einspielen lassen. Um Freundschaft geht es darin und darum, was man gemeinsam alles erreichen kann. „Einer für alle und alle für ein’.“ So wollen die Musketiere der Haarer CSU die Vorherrschaft der SPD beenden und das Bürgermeisteramt erobern.

Geschäftsführer beim Naturkosmetik-Unternehmen Styx

Markt- und Wirtschaftspsychologie hat Andreas Bukowski studiert, der seit diesem Jahr Ortsvorsitzender der CSU ist und den Gewerbeverband wiederbelebt hat. Er ist Geschäftsführer der deutschen Niederlassung von „Styx Naturkosmetik“ in Hohenlinden und seit zehn Jahren bei dem österreichischen Unternehmen.

Kritik an Planungen über die Köpfe der Bürger hinweg

Sein lokalpolitisches Erweckungserlebnis hatte Bukowski bei der Bürgerversammlung zur „Rahmenplanung B 304 Süd“. Dieses sieht deutlich dichtere Wohnbebauung an der Südseite der Münchner Straße vor, samt zwei 42 Meter hohen Wohntürmen, sowie ein Einkaufszentrum. Dass dort bestehende Häuser überplant worden seien, ohne Bewohner und Besitzer vorher ins Boot zu holen, habe ihn bewogen, in die Haarer Politik einzusteigen. 

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Haar ist keine Familie mit unmündigen Kindern

Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) hatte bei ihrer erneuten Nominierung das Bild der harmonischen „Haarer Familie“ beschworen. Davon grenzt Bukowski sich klar ab: „Haar ist keine Familie, deren unmündige Kinder schon auf die SPD-Bürgermeisterin als Familienoberhaupt vertrauen können.“

Große Defizite bei der Wirtschaftspolitik

Bukowski sieht große Defizite bei der Standort- und Wirtschaftspolitik. Haar dürfe sich nicht als Mini-München vermarkten. Sonst passiere es, dass der derzeit größte Gewerbesteuerzahler, MSD Sharp, ins echte München abwandere, was das Unternehmen fürs Jahr 2021 plant. Ganz zu schweigen vom Wegzug der Haarer Niederlassung von Panasonic. Drei Jahre blieb das unbemerkt, das Unternehmen hatte sich auch nicht abgemeldet, und jetzt muss Haar 4,8 Millionen Euro Gewerbesteuer zurückzahlen.

Weniger Konzepte, mehr Umsetzung

In Haar gebe es viele, teils leer stehende Büroflächen. Die müssten besser vermarktet werden. Im Idealfall ökologisch und nachhaltig. Sein Unternehmen Styx produziere klimaneutral, erwähnte Bukowski. Ihm schwebt vor, die Haarer Bürger mit einem Umweltprojekt, etwa „Stadt-Oasen“, mit ins Boot zu holen. Aber bitte keine weiteren Konzeptstudien. Davon habe Haar mehr als genug, vom Mobilitäts- bis zum Einzelhandelskonzept. Es kranke an der Umsetzung.

Drinnen Ballade, draußen Death-Metal auf der Festivalbühne

Während drinnen die Ballade von „d’Artagnan“ verklungen ist, läuft draußen vor dem Bürgerhaus das Festival „Somma“. Eine Death-Metal-Band beherrscht die Bühne.

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