Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund
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Die sterblichen Überreste von Alexander H. Im Januar 2016 wird die Tat entdeckt. Der junge Mann wurde im Ausland vermutet. Dabei lag seine Leiche seit 2009 im Garten verscharrt.

Erste Urteile 

Komplizen verscharrten Mordopfer in Haar

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Haar - In ihrem Häuschen in Haar in der Zunftstraße soll Gabriele P. (31) ihren Ex-Freund ermordet haben. Ihr neuer Freund und ein Spezl, die den Leichnam für sie im Garten verscharrt haben, hat das Amtsgericht zu Haftstrafen verurteilt. Er habe aus Liebe gehandelt, sagt der Freund.

Diese Tat hat selbst erfahrene Polizisten geschockt. Als sie am 20. Januar die Leiche von Alexander H. († 29) fanden, war in Haar nichts mehr wie zuvor. Tief vergraben lag der Student seit sechs Jahren im Garten eines Einfamilienhauses in der Zunftstraße. Seine Ex-Freundin Gabriele P. (31) soll ihn ans Bett gefesselt und dann mit einer Handkreissäge brutal ermordet haben. Nach dem Mord soll Gabriele P. die blutüberströmte Leiche einfach im Dachgeschoss liegen gelassen haben – über Wochen hinweg.

Leiche liegt wochenlang auf dem Dachboden

Erst als sie ihren neuen Freund, Christian K. (33) kennengelernt hatte, musste sie sich unfreiwllig offenbaren. Er hatte die Leiche Ende Mai 2009 entdeckt, als sie im Urlaub war. Später vergrub er den Toten dann aber selbst im Garten – und muss nun dafür ins Gefängnis. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu zwei Jahren und acht Monaten Haft wegen Strafvereitelung. „Ich habe es aus Liebe zu Gabriele getan“, sagte Christian K. im Prozess.

Neuer Freund findet Leiche beim Katzenfüttern

Äußerlich gelassen saß er auf der Anklagebank und erzählte, wie er die Tat mitbekommen hatte. „Ich wollte die Katzen füttern, als ich die Leiche durch Zufall entdeckt hatte. Als Gabriele wiederkam, sprach ich sie darauf an. Sie gab es sofort zu.“ Die Polizei rufen? Das kam für Christian K. nicht infrage. Statt dessen sorgte er sich um seine Freundin, die gemordet hatte, aber große Angst vor dem Gefängnis hatte. „Ich hatte Bedenken, dass sie die Haft nicht überlebt“, sagt Christian K. Weil er helfen wollte, wurde er schließlich selbst zum Verbrecher.

Komplize kann Leiche nicht zerstückeln, weil er sich übergeben muss

Die Geschichte dahinter ist gruselig. Auf dem Dachboden hatte Christian K. versucht, die Leiche zu zerteilen. Mit einem Beil hackte er auf die Beine des Toten – schaffte es aber nicht, sie abzutrennen. „Ich musste mich zu oft übergeben“, sagt K. Also beschloss er, die Leiche im Garten zu vergraben. Und holte einen gemeinsamen Freund dazu: Bernd M. (35), von Beruf Landschaftsgärtner. Bedenkenlos willigte der ein, bei der Beseitigung zu helfen. „Alleine hätte ich es nicht geschafft“, sagte Christian K. „Es war zu schwer.“

Jeweils gut zwei Jahre Haft - Anwalt will Bewährung

Auch Bernd M. schickte das Amtsgericht dafür ins Gefängnis: Er erhielt zwei Jahre und drei Monate. Im Sommer 2009 hatten beide die Leiche mit Folie umwickelt und in ein ausgehobenes Loch im Garten gelegt. Die Blutspuren am Dachboden überstrichen sie mit weißer Farbe. Erst durch einen Tipp von Nachbarn war die Polizei dem Mordfall auf die Spur gekommen – zuvor galt Alexander H. lange als vermisst.

Nach der Tat zur Tagesordnung übergegangen

„Wir werden das Urteil überprüfen lassen“, sagt Verteidiger Michael Adams, der Christian K. vertritt. Für seinen Mandanten will er eine Bewährungsstrafe, zumal dieser sich „in einer speziellen Situation befunden hat“. Gabriele P. muss wohl frühestens Ende des Jahres vor Gericht. Trotz Leiche im Garten hatte sie weiter in in ihrem Haus gelebt. „Wir haben das verdrängt“, sagt Christian K., „und sind wieder zur Tagesordnung übergegangen.“

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