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Die angeklagte Gabi P. vor Gericht. 

Perverse Details vor Gericht

Kreissägen-Mord: Täterin nicht durch Psychose beeinträchtigt

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Gabi P., die Kreissägen-Mörderin aus Haar (Kreis München) hatte keine Psychose, als sie im Dezember 2008 ihren damaligen Freund mit einer Handkreissäge tötete. So die Diagnose vor Gericht.

Haar– Gabi P., die Kreissägen-Mörderin aus Haar (Kreis München) hatte keine Psychose, als sie im Dezember 2008 ihren damaligen Freund mit einer Handkreissäge tötete. Zu dieser Diagnose kam der Gerichts-Psychiater Dr. Mathias Hollweg. Womöglich war sie ihrem damaligen Freund hörig, doch eine tiefgreifende Bewusstseinsstörung, die schließlich ohne freie Willensentscheidung zur unvorstellbar grausamen Tat führte, konnte der Gutachter bei der Frau mit den roten Locken nicht feststellen.

Am Abend vor der Tat hatte der Student noch von Gabi P. verlangt, ihm ein minderjähriges Mädchen zu besorgen, dass er einsperren und an dem er sich sexuell vergreifen würde. Die Angeklagte hielt ihn für „übergeschnappt“, berichtete der Psychiater. Am Tattag selber soll er die Frau aufgefordert haben, ihm Waffen zu besorgen. Er würde dann jeden umbringen, den sie kenne oder zu dem sie laufen werde. Anschließend beschäftigte er sich mit Computerspielen und forderte seine spätere Mörderin auf, mit ihm Sex zu haben. Was dann passiert, weiß die Angeklagte nicht mehr genau.

Sie spricht von Erinnerungsfetzen, dass sie ihm die laufende Kreissäge auf die Brust gesetzt habe. An ein Schreien erinnert sie sich nicht. Der junge Mann muss in fünf Sekunden tot gewesen sein. Das hatte zuvor der Rechtsmediziner Dr. Randolph Penning dem Landgericht München I erklärt. Anhand von rekonstruierten 3D-Knochen aus Gips sprach er über Schnittkonstellationen und spekulatives Vorgehen. Acht Jahre nach der Tat war ihm ein Haufen Leichenteile übergeben worden, fast vollständig skelettiert. Mühsam rekonstruierte der Rechtsmediziner das bestialische Vorgehen. Ob der Kopf während der Tat oder erst später zum Abtransport abgetrennt wurde, ließ sich nicht mehr feststellen. Durch Madenbefall waren sämtliche Spuren beseitigt worden. Auf jeden Fall war der Student durch einen kräftigen Schnitt in die Halswirbelsäule getötet worden.

Gabi P. hatte ihr Vorgehen vor dem Fernseher einer Mitbewohnerin zu vergessen versucht. Dennoch beschlich sie lange Zeit panische Angst, der Tote könne wieder auferstehen und vom Dachboden runterkommen. An der Beseitigung der Leiche beteiligte sie sich angeblich nicht.

Möglicherweise litt Gabi P. später an einer vorübergehenden Störung. Daraus vermochte der Psychiater aber keine Rückschlüsse auf ihre Verfassung zur Tatzeit zu ziehen. Der Prozess dauert an. 

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