Wegen eines Coronafalls müssen am Ernst-Mach-Gymnasium Schüler der elften Klasse für 14 Tage in Quarantäne.
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Wegen eines Coronafalls müssen am Ernst-Mach-Gymnasium Schüler der elften Klasse für 14 Tage in Quarantäne.

Coronavirus an Schulen

Haarer Gymnasium: Corona-Fall bestätigt

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Am Ernst-Mach-Gymnasium gab es einen positiven Corona-Fall.

  • In der Q11 des Ernst-Mach-Gymnasiums gibt es einen Coronafall.
  • Landrat Göbel hält an seiner Vorgehensweise fest.

Update vom 2. Oktober, 15.10 Uhr: In diesem Artikel wurden folgende Aussagen getroffen: „Doch hier wird mit zweierlei Maß gemessen.“ und „In der Landeshauptstadt gelten jedoch andere Quarantäneregeln, als im Landkreis. Während die Schüler aus Haar und Umgebung 14 Tage zuhause ausharren müssen, dürfen die Elftklässler aus München bereits nach fünf bis sieben Tagen wieder auf die Straße, sofern zwei negative Testergebnisse vorliegen.“

Dies ist so nicht korrekt. Das Referat für Gesundheit und Umwelt stellt richtig: Es gelten in der Landeshauptstadt München die gleichen Quarantäneregeln wie im Landkreis München. Für Kontaktpersonen 1. Grades, als die die betroffenen Personen eingestuft wurden, gilt grundsätzlich eine 14-tägige Quarantäne, die auch nicht durch negative Testergebnisse abgekürzt werden kann. 

Erstmeldung vom 30. September 2020:

Landkreis – Davor haben sich alle gefürchtet, nun ist es passiert: In der Q11 des Ernst-Mach-Gymnasiums (EMG) in Haar ist eine Schülerin Ende vergangener Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nicht alle Schüler der Klassenstufe, sondern nur die Kontaktpersonen mussten sofort in die Quarantäne. Doch hier wird mit zweierlei Maß gemessen.

Denn die elfte Klasse des Gymnasiums besuchen nicht nur Jugendliche aus dem Landkreis, sondern auch einige Münchner. In der Landeshauptstadt gelten jedoch andere Quarantäneregeln, als im Landkreis. „Die verschiedenen Regelungen sorgen für Verwirrung und Ärger unter den Schülern“, sagt die Mutter einer Elftklässlerin. Die Diskrepanz zwischen Landkreis und Stadt sei am EMG spürbar. „14 Tage Quarantäne, trotz zwei negativer Tests, das ist schon krass“, sagt die Mutter.

Landrat hält an 14 Tagen Quarantäne fest

Doch nicht nur Schüler und Eltern des Gymnasiums sind genervt. Auch die SPD verlangt Änderungen bei der Coronapolitik im Landkreis. Laut SPD-Kreischef Florian Schardt sei die 14-tägige Quarantäne, trotz negativer Testergebnisse, „ein unnötiger Eingriff in die Freiheitsrechte“. Seine Forderung an Landrat Christoph Göbel (CSU): Der Landkreis soll sich beim Thema Quarantäne an der Landeshauptstadt München orientieren – den Kindern, die eine Schuler oder Kindertagesstätte besuchen, zuliebe (wir berichteten).

Für Göbel kommt eine Verkürzung der Quarantäne jedoch nicht in Frage, stellt er jetzt in einem Antwortschreiben an Schardt klar. „Mir ist sehr bewusst, dass die 14-tägige Quarantäne insbesondere Eltern von jüngeren Schülern und Kita-Kindern vor große Herausforderungen stellt“, schreibt der Landrat. „Dennoch bin ich von unserem Vorgehen überzeugt.“ Seine Erklärung: Derzeit beträgt die maximale Inkubationszeit 14 Tage, das besagt eine in Deutschland fachlich allgemein anerkannte Annahme. „Da negative Testergebnisse nur die Situation zum Zeitpunkt der Abstrichentnahme widerspiegeln, verkürzen negative Tests die Quarantänezeit grundsätzlich nicht“, stellte Göbel klar. Für ihn steht an oberster Stelle, die Schließung einer Schule zu vermeiden. Deshalb beharrt er auf die volle Quarantänezeit. Die Ausnahme: „In Schulen mit Maskenpflicht kann das Gesundheitsamt über eine Verkürzung der Quarantänedauer entscheiden“, so Göbel. Derzeit ist im Landkreis jedoch an keiner Schule eine Maskenpflicht angeordnet. Solange es das Infektionsgeschehen zulässt, soll das auch so bleiben, versichert Göbel.

Darum sollen die Schulen entscheiden

Neben der 14-tägigen Quarantänezeit kritisierte die SPD das Vorgehen und die Erreichbarkeit des Gesundheitsamtes. Vor allem Schulen hätten es schwer, die klaren Vorgaben und Anweisungen würden fehlen. „Es kann nicht sein, dass die Verantwortung auf die Schulleitung verlagert wird, ob eine Klasse zuhause bleiben soll oder nicht. Hier braucht es klare Regeln durch das Gesundheitsamt im Landratsamt“, fordert Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck (SPD). Das zuständige Amt könne jedoch erst eine rechtlich bindende Quarantänemaßnahme aussprechen, wenn ein positives Testergebnis vorliegt – das könne Tage dauern, erklärte Göbel. Deshalb empfiehlt das Gesundheitsamt den betroffenen Einrichtungen, mögliche Kontaktpersonen sofort nach Hause zu schicken. „Daher kann es vorkommen, dass die Schüler und Eltern zunächst durch die Schule, später durch das Gesundheitsamt kontaktiert werden“, erklärt Göbel.

Egal ob durch Schule oder Gesundheitsamt: Die zweiwöchige Quarantäne bleibt für die Landkreis-Schüler jedenfalls vorerst bestehen.

Die Zahl der Corona-Infizierten im Landkreis München steigt seit Wochen wieder an. Alle Informationen gibt es hier im Ticker.

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