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Leichenfund bei München: Frau grausam umgebracht - krude Details um Verdächtigen kommen ans Licht

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Von: Max Wochinger

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Hier wurde die Leiche der Frau entsorgt: Im Keller des Gebäudes auf dem kbo-Gelände fanden Polizisten später die Leiche.
Hier wurde die Leiche der Frau entsorgt: Im Keller des Gebäudes auf dem kbo-Gelände fanden Polizisten später die Leiche. © Götzfried

Ein 75-jähriger Sexualstraftäter aus Haar soll die 62-Jährige grausam umgebracht haben. Polizisten fanden die Leiche in einem Wohn- und Verwaltungsgebäude.

Haar – Am Donnerstagabend hatte die Polizei eine verweste Leiche in Haar gefunden. Sie hatte Stich- und Schnittverletzungen am Körper. Jetzt ist klar: Das Opfer ist eine 62-jährige Münchnerin, sie war seit dem Sommer 2021 als vermisst gemeldet. Nun wurde sie grausam in einer Mülltonne entsorgt. Der Mann, der sie getötet haben soll, ist ein 75-jähriger Sexualstraftäter aus Haar.

Polizisten fanden die Leiche der Frau in einem frei zugänglichen Keller auf dem Gelände des kbo-Isar-Amper-Klinikums in Haar. In dem Wohn- und Bürokomplex sind Übergangswohngemeinschaften für psychisch Erkrankte untergebracht.

Leiche in Mülltonne entdeckt: So wurde der Verdächtige von der Polizei überführt

Die verweste Leiche war mit Bettlaken, Plastiksäcken und Kartonagen bedeckt, teilte Stephan Beer, Leiter der Münchner Mordkommission, am Montag bei einer Pressekonferenz mit. Das kbo ist eine große Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. „Niemand muss bei uns Angst haben“, sagt nun Peter Brieger, ärztlicher Direktor am Isar-Amper-Klinikum. Bürgerinnen und Bürger sorgen sich nach der Tötung um die Sicherheit in der Gemeinde.

Vor dem Leichenfund am Donnerstag war ein Notruf bei der Polizei eingegangen: Ein älterer Mann hantierte demnach an einer umgefallenen Abfalltonne. Sie stand im Freien vor dem kbo-Gebäude. Der Mann bat einen Spaziergänger um Hilfe, er sollte den Inhalt zurück in die Tonne schieben. Es war die Leiche der Frau.

Als der Spaziergänger die Leiche sah, verabschiedete er sich von dem Mann mit einer Ausrede. Später hat sich der Spaziergänger einem Nachbarn anvertraut, er verständigte die Polizei.

Als die Polizisten in Haar mit zehn Streifenwagen eintrafen, war die Tonne leer. Der Mann war zunächst nicht anzutreffen. Die Beamten nahmen einen starken Verwesungsgeruch wahr, sagte Stephan Beer. Im Eingangsbereich des Kellers wurden sie schließlich fündig.

Leiche in Haar: Polizei findet Mann mit Plastiksäcken

Im Haus fanden die Beamten später den älteren Mann vor, er hielt Plastiksäcke in den Händen. Der Mann wurde von der Polizei vernommen, seine Aussagen waren widersprüchlich, sagte der Chef der Mordkommission. „Es besteht dringender Tatverdacht.“ Die Staatsanwaltschaft München I hat einen Haftbefehl beantragt.

Der 75-jährige Tatverdächtige wohnte in dem Gebäude, in dem die Leiche gefunden wurde. Er war früher in einer therapeutischen Einrichtung in Haar untergebracht, zum Zeitpunkt des Leichenfunds aber in keiner psychiatrischen Behandlung, so die Polizei. Wegen Sexualstraftaten war der frühere Chauffeur bereits polizeibekannt.

Nach Leichenfund im Landkreis München: Haftbefehl wegen Totschlags

Der Haftbefehl gegen ihn wurde nun wegen Totschlags erlassen, erklärte Anne Leiding, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft München I. „Es gibt noch keine Anhaltspunkte für ein Mordmerkmal“, sagte sie. Damit eine Tat rechtlich als Mord bewertet wird, müssen bestimmte Motive vorliegen – etwa Habgier oder Heimtücke. Was das Motiv des Tatverdächtigen war, ist noch nicht geklärt.

Leichenfund in Keller: Erste Ermittlungen zeigen - 62-Jährige war vermisst

Nach ersten Ermittlungen des Polizeipräsidiums für Stadt und Landkreis München war er der Lebensgefährte der getöteten Münchnerin. Sie wurde im vergangenen Sommer vom Leiter eines Wohnprojekts vermisst gemeldet. Über die 62-Jährige ist bisher wenig bekannt. Ungeklärt ist zudem der Zeitpunkt des Todes. Möglich ist, dass die Frau bereits vor mehreren Monaten getötet wurde.

Auf ihren Oberkörper wurde „massive Gewalt“ ausgeübt, sagte Beer, davon zeugen mehrere Stich- und Schnittverletzungen. Tatmittel, also Messer oder Scheren, wurden nicht gefunden.

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