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Nach einem Streit wurde die Polizei in Haar zu einem nächtlichen Einsatz gerufen.

Details noch unklar

Tödlicher Streit: Patient schlägt in Klinikum Haar massiv auf Mann ein - Ursache für Tat weiter unklar

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  • Charlotte Borst
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  • Stefan Weinzierl
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In der geschlossenen Abteilung der forensischen Abteilung des Isar-Amper-Klinikums in Haar gerieten zwei Männer in Streit. Dabei erlitt ein 53-Jähriger so schwere Verletzungen, das er verstarb. Nun ermittelt die Münchner Mordkommission.

Update, 15. Oktober, 17.07 Uhr: Im tödlichen Streit zweier Zimmergenossen in der forensischen Klinik in Haar laufen die Ermittlungen weiter. Warum die beiden in Streit gerieten, ist weiter Teil der Ermittlungen. Auch mit welchem Gegenstand der 35-Jährige zugeschlagen haben soll, ist noch unklar, weil die Mordkommission aus ermittlungstaktischen Gründen hierzu keine Angaben macht. Um ein Messer hat es sich laut Polizei nicht gehandelt.

Der Konflikt habe sich nicht angedeutet, sagt Susanne Büllesbach, Sprecherin des Bezirks Oberbayern, der Streit sei „nicht vorhersehbar“ gewesen. „Wenn es persönliche Unverträglichkeiten zwischen Insassen gibt, werden sie getrennt“, erklärt Büllesbach auf Nachfrage. Schon lange gibt es Kapazitätsengpässe in der Forensik. Zu wenig Platz, zu wenig Pflegekräfte. „Wir sind überbelegt“, bestätigt Susanne Büllesbach, aber das habe nichts mit dem tödlichen Streit zu tun. „Die Patienten sind immer in Zweierzimmern untergebracht.“

Die Forensik in Haar ist ein Hochsicherheitstrakt. Die Patienten kommen nach einem richterlichen Urteil nicht in Haft, sondern in den Maßregelvollzug zur „Sicherung und Besserung“, entweder weil sie psychisch krank sind und als schuldunfähig gelten oder weil sie suchtkrank sind.

Update, 14. November, 16.30 Uhr: Wie eine Sprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales auf Nachfrage mitgeteilt hat, handelt es sich bei dem 35-jährigen Täter um den Tatverdächtigen im Fall einer Brandstiftung. Das Verfahren gegen den Mann läuft noch, ein rechtskräftiges Urteil gegen ihn gibt es demnach noch nicht. Bei seinem Opfer handelt es sich um einen Sexualstraftäter, der schwere Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern begangen hat. Beide waren laut Ministeriumssprecherin seit 5. November in einem gemeinsamen Zimmer untergebracht. Wie die Ministeriumssprecherin weiter ankündigte, wird das Amt für Maßregelvollzug als Fachaufsichtsbehörde den aktuellen Vorfall zum Anlass nehmen, die Sicherheitsstandards im Isar-Amper-Klinikum München-Ost zu überprüfen, sobald sämtliche Ermittlungsergebnisse bekannt sind. 

Haar - Zu einem schrecklichen Vorfall kam es am Wochenende in einer Klinik in Haar: Zwei Patienten gerieten aneinander. Für einen der beiden Männer endete der Streit tödlich. Das berichtet die Polizei.

Streit in Klinik endet tödlich: Pfleger hören laut Schreie aus Zimmer

Der Vorfall ereignete sich laut Polizeibericht am Samstag, 13. November, gegen 4 Uhr. In einem gemeinsamen Zimmer in der geschlossenen Abteilung der forensischen Klinik des KBO Haar kam es zwischen zwei Männer zu einer Auseinandersetzung. Der Auslöser ist derzeit noch unbekannt.

Durch Schreie aus besagtem Zimmer wurden die diensthabenden Pfleger der Abteilung auf die Geschehnisse aufmerksam. An der Türe sahen sie, dass der 35-Jährige im Zimmer mit einem massiven Gegenstand auf den 53-Jährigen einschlug. Daraufhin verständigten sie unverzüglich die Sicherheitskräfte der forensischen Abteilung.

Landkreis München: Schwerstverletztes Opfer kommt nach Streit in Krankenhaus

Ihnen gelang es, den Täter zu überwältigen und zu fixieren. Alarmierte Rettungskräfte brachten das schwerstverletze Opfer noch in ein Krankenhaus. Dort erlag der 53-Jährige wenig später seinen Verletzungen. Der 35-jährige Tatverdächtige blieb in der forensischen Klinik. Die Hintergründe der schrecklichen Tat sind noch unklar.

Die Mordkommission des Polizeipräsidiums München hat die Ermittlungen übernommen. Noch mehr Nachrichten aus dem Landkreis München lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Landkreis-München-Newsletter. (kof)

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